Strenger Frost erfasst Deutschland & Österreich
Eisige Kälte hält an, Frost bis minus 20 Grad möglich
Eine stabile Kaltluftlage sorgt in den kommenden Tagen in Deutschland und Österreich für außergewöhnlich tiefe Temperaturen. Nach Angaben des Deutscher Wetterdienst (DWD) und der österreichischen Wetterbehörde GeoSphere Austria sind vor allem in klaren Nächten über schneebedecktem Boden extreme Minusgrade möglich. In einzelnen Tallagen der Mittelgebirge und der Alpen könnten die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad sinken.
Warum es nachts besonders kalt wird
Meteorologen erklären die Kälte mit einer klassischen Kombination aus Hochdruckeinfluss, klarem Himmel und Schnee. Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer des Wetterdienstes Q.met, erläuterte gegenüber der Bild:
„Wenn es nachts aufklart, kühlt es ordentlich ab. Über geschlossener Schneedecke können Temperaturen von minus 20 Grad erreicht werden.“
Schnee reflektiert die tagsüber ohnehin geringe Wärmestrahlung zurück in die Atmosphäre. Ohne Wolken fehlt der isolierende Effekt die bodennahe Luft kühlt stark aus.
Deutschland: Dauerfrost in vielen Regionen
Nach Angaben des DWD ist bereits in der Nacht auf Montag mit verbreitetem Frost zwischen minus einem und minus acht Grad zu rechnen. In Süddeutschland, besonders in alpennahen Regionen, gelten Temperaturen unter minus zehn Grad als wahrscheinlich. In einzelnen Tälern könnten die Tiefstwerte deutlich darunter liegen.
Auch andere Landesteile bleiben nicht verschont: In Nordrhein-Westfalen kann es laut DWD zu Schneeschauern und Glätte kommen, meldete die Nachrichtenagentur dpa. Die Höchstwerte liegen vielerorts unter dem Gefrierpunkt, im Bergland teils bei minus fünf Grad. Mecklenburg-Vorpommern rechnet ebenfalls mit winterlichen Straßenverhältnissen.
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn vom DWD ordnet die Lage so ein:
„Der Winter ist gekommen, um zu bleiben. Tagsüber gibt es nur vereinzelt leichte Plusgrade, vielerorts herrscht Dauerfrost.“
Österreich: Kältewarnungen und soziale Folgen
Auch in Österreich bleibt die Lage angespannt. GeoSphere Austria hat für Teile von Salzburg und Tirol Kältewarnungen ausgegeben. Im Pinzgau, Pongau und Lungau werden Frühwerte zwischen minus 17 und minus 7 Grad erwartet, tagsüber bleibt es mit minus 8 bis minus 4 Grad kalt.
In Südtirol rief der Zivilschutz wegen der extremen Temperaturen die Warnstufe Orange aus. Besonders betroffen sind obdachlose Menschen. Hilfsorganisationen berichten von einer steigenden Nachfrage nach Notunterkünften. Landespolitiker fordern zusätzliche Schutzmaßnahmen, um gesundheitliche Risiken zu begrenzen.
Analyse: Warum diese Kältephase besondere Bedeutung hat
Die aktuelle Wetterlage ist meteorologisch nicht ungewöhnlich, ihre Auswirkungen sind jedoch erheblich. Dauerfrost belastet Infrastruktur, Verkehr und Energieversorgung. Kommunen müssen Streudienste ausweiten, während soziale Einrichtungen stärker gefordert sind, um vulnerable Gruppen zu schützen.
Gleichzeitig zeigt sich ein Spannungsfeld: Während Wintersportregionen von stabilen Schneeverhältnissen profitieren, steigen Unfallrisiken auf Straßen und Gehwegen. Für Haushalte mit geringem Einkommen können hohe Heizkosten zur Belastung werden ein Aspekt, der die soziale Dimension von Extremwetterlagen unterstreicht.
Fazit und Ausblick
Deutschland und Österreich stehen vor einer Woche mit anhaltender Kälte und regional extremen Tiefstwerten. Meteorologen rechnen frühestens in der zweiten Wochenhälfte mit einer Milderung. Bis dahin bleibt Vorsicht geboten im Straßenverkehr ebenso wie im Alltag bei Frost und Schnee.
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FAQ – Häufige Fragen zur aktuellen Kälte
Wie kalt wird es in Deutschland wirklich?
In klaren Nächten über Schnee sind regional Temperaturen bis minus 20 Grad möglich, besonders in Mittelgebirgs- und Alpentälern.
Warum ist Schnee ein Kälteverstärker?
Schnee reflektiert Wärme und verhindert, dass sich der Boden nachts erwärmt. Bei klarem Himmel kühlt die Luft stark aus.
Welche Regionen sind besonders betroffen?
Süddeutschland, Mittelgebirge, Alpenregionen sowie Teile Österreichs wie Tirol und Salzburg.
Wie lange hält der Dauerfrost an?
Nach Einschätzung des DWD könnte sich erst in der zweiten Wochenhälfte mildere Luft durchsetzen.
Worauf sollten Bürger jetzt achten?
Auf Glätte, ausreichenden Kälteschutz und besondere Vorsicht bei längeren Aufenthalten im Freien.
Quellen:
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Deutscher Wetterdienst (DWD): Offizielle Wetter- und Frostprognosen
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GeoSphere Austria: Kältewarnungen und Temperaturvorhersagen
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dpa: Deutsche Presse-Agentur: Regionale Wetterberichte
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Bild: Zitate und Einordnung von Meteorologen