Lufthansa-Jet kehrt wegen Technikproblems um

Lufthansa-Jet kehrt wegen Technikproblems um

Fahrwerksklappe klemmt: Lufthansa-Maschine muss über Südafrika umdrehen

Ein Lufthansa-Flug von Kapstadt nach Frankfurt ist am 29. Dezember 2025 kurz nach dem Start umgekehrt, nachdem sich eine Fahrwerksklappe nicht schließen ließ. Die Maschine landete nach mehr als zwei Stunden Flugzeit sicher wieder in Südafrika.

Technischer Zwischenfall kurz nach dem Start

Betroffen war ein Airbus A340-300 der Lufthansa, eingesetzt auf dem Linienflug LH-577 von Kapstadt nach Frankfurt. Das Langstreckenflugzeug mit der Registrierung D-AIGT startete von der Piste 19 des Cape Town International Airport, als die Besatzung während des Steigflugs ein ungewöhnliches Systemverhalten feststellte: Eine Fahrwerksklappe blieb geöffnet.

Bei einer Flughöhe von rund 3.000 Metern (Flight Level 100) stoppte die Crew den weiteren Steigflug. In dieser Phase versuchen Piloten standardmäßig, das Problem durch Checklisten und Systemtests einzugrenzen. Mehrere Versuche, das Fahrwerk ein- und wieder auszufahren, blieben jedoch ohne Erfolg. Die Klappe ließ sich nicht schließen.

Entscheidung zur Rückkehr Sicherheit hat Vorrang

Angesichts der Situation entschied sich die Cockpitbesatzung, den Flug abzubrechen und nach Kapstadt zurückzukehren. Für den geplanten Langstreckenflug nach Deutschland war der Airbus voll betankt. Um vor der Landung das zulässige Landegewicht zu erreichen, ließ die Crew Treibstoff kontrolliert über Südafrika ab.

Solche Maßnahmen sind international geregelt und gehören bei Langstreckenjets zu den vorgesehenen Sicherheitsverfahren. Sie erfolgen in festgelegten Höhen und Gebieten, um Umwelt- und Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Rund 135 Minuten nach dem Start setzte der Airbus wieder sicher auf der Start- und Landebahn 19 in Kapstadt auf. Verletzt wurde niemand. Der Weiterflug nach Frankfurt wurde gestrichen, die Passagiere wurden durch die Airline betreut und umgebucht.

Hintergrund: Warum Fahrwerksklappen so entscheidend sind

Fahrwerksklappen dienen dazu, das eingefahrene Fahrwerk aerodynamisch zu verkleiden. Bleiben sie offen, erhöht sich der Luftwiderstand deutlich, was Treibstoffverbrauch, Reichweite und Systembelastung beeinflusst. Für Langstreckenflüge über Ozeane oder entlegene Regionen ist ein solcher Zustand nicht akzeptabel.

Aus technischer Sicht handelt es sich nicht um einen ungewöhnlichen, aber um einen sicherheitsrelevanten Defekt. Moderne Verkehrsflugzeuge sind zwar redundant ausgelegt, dennoch schreiben die Verfahren vor, bei nicht behebbaren Störungen möglichst früh zu landen insbesondere, solange sich das Flugzeug noch in der Nähe eines geeigneten Flughafens befindet.

Zwei Perspektiven: Betriebssicherheit und Passagierinteressen

Aus Sicht der Flugsicherheit zeigt der Vorfall, dass Besatzungen konsequent nach etablierten Standards handeln. Die Entscheidung zur Umkehr erfolgte früh, kontrolliert und ohne Zeitdruck. Das unterstreicht die Rolle der Crew als letzte Sicherheitsinstanz im komplexen Zusammenspiel von Technik, Wartung und Flugbetrieb.

Für Passagiere bedeutet ein solcher Abbruch hingegen erhebliche Unannehmlichkeiten: Verspätungen, verpasste Anschlüsse und zusätzliche Übernachtungen. Airlines stehen hier in der Pflicht, Betreuung, Umbuchungen und Informationen transparent bereitzustellen ein Aspekt, der für das Vertrauen in den Luftverkehr zentral bleibt.

Analyse & Einordnung

Der Zwischenfall ereignet sich in einer Phase hoher Auslastung im internationalen Reiseverkehr. Technische Abbrüche kurz nach dem Start wirken für Außenstehende oft dramatisch, sind jedoch Ausdruck eines funktionierenden Sicherheitsmanagements. Dass ein Flug mit offenem technischen Punkt nicht fortgesetzt wird, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Systemstärke.

Für die Luftfahrtbranche insgesamt bleibt die Zuverlässigkeit älterer Langstreckenmuster wie des Airbus A340 ein Thema. Viele Airlines setzen diese Flugzeuge weiterhin ein, während gleichzeitig Flotten modernisiert werden. Jeder dokumentierte Vorfall fließt in Wartungsprogramme und Sicherheitsanalysen ein.

Fazit:

Der Lufthansa-Flug LH-577 zeigt, wie konsequent Sicherheitsregeln im zivilen Luftverkehr angewendet werden. Die sichere Rückkehr nach Kapstadt verhinderte mögliche Risiken auf der Langstrecke. Für Passagiere bedeutet das zwar Verzögerungen für die Flugsicherheit insgesamt ist es jedoch ein Beleg für robuste Verfahren und klare Entscheidungswege.

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FAQ

Warum musste der Lufthansa-Flug umkehren?
Weil sich eine Fahrwerksklappe nicht schließen ließ und mehrere technische Versuche erfolglos blieben.

Ist Treibstoffablassen gefährlich?
Nein. Fuel Dumping ist ein standardisiertes Verfahren, das unter klaren Sicherheits- und Umweltauflagen durchgeführt wird.

Hätte der Flug trotzdem nach Frankfurt weiterfliegen können?
Nein. Ein offener Fahrwerksbereich erhöht den Luftwiderstand und ist für einen Langstreckenflug nicht zulässig.

Wie häufig kommen solche Zwischenfälle vor?
Technische Unregelmäßigkeiten treten vereinzelt auf, führen aber dank klarer Protokolle meist zu sicheren Landungen.

Was passiert nach der Landung mit dem Flugzeug?
Die Maschine wird technisch überprüft und repariert, bevor sie wieder in den Liniendienst geht.

Quellen:

  • Lufthansa: Sicherheits- und Betriebsverfahren im Linienflug

  • Airbus: Technische Dokumentation zum A340-300 und Fahrwerkssystemen

  • Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO): Verfahren zu Fuel Dumping und Notlandungen

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