Crans-Montana: Betreiber äußern sich nach Brand
Crans-Montana: Betreiber der Inferno-Bar erklären volle Kooperation nach Brandkatastrophe
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana, bei der in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben kamen, haben sich die Betreiber der betroffenen Bar erstmals öffentlich geäußert. Sie zeigen sich tief betroffen und kündigen an, eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten.
Stellungnahme der Betreiber nach der Tragödie
Die französischen Betreiber der Bar, Jacques und Jessica M., erklärten am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse, sie seien zur „vollständigen Zusammenarbeit“ mit den Behörden bereit. Über ihren Anwalt ließen sie mitteilen, sie würden „in keiner Weise versuchen, sich den Ermittlungen zu entziehen“. Beide seien „am Boden zerstört und voller Trauer“.
Das Ehepaar betrieb die Bar unter dem Namen „Le Constellation“, die in der Region auch als Inferno-Bar bekannt war. In der Silvesternacht hatten sich dort zahlreiche Menschen versammelt, um den Jahreswechsel zu feiern, als im Keller des Lokals ein Feuer ausbrach.
Opferbilanz und aktuelle Lage
Bei dem Brand kamen 40 Menschen ums Leben, 116 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden war etwa die Hälfte der Todesopfer minderjährig. Das jüngste Opfer war 14 Jahre alt, das älteste 39. Inzwischen sind alle Todesopfer und Verletzten identifiziert.
Am Montagabend befanden sich noch 83 Verletzte in Krankenhäusern, viele davon mit schweren Verbrennungen. Die medizinische Versorgung läuft weiterhin auf Hochtouren, mehrere Patienten gelten nach Behördenangaben als schwer verletzt.
Stand der Ermittlungen
Gegen den Bar-Betreiber und seine Frau wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der Brand durch Feuerwerksfontänen ausgelöst worden sein, die an Sektflaschen befestigt waren und im Kellerbereich zu nahe an die Decke gehalten wurden.
Ein zentraler Fokus der Ermittlungen liegt auf der Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den geltenden Brandschutzvorschriften entsprach. Zudem wurde einem zweiten Lokal, das von dem Ehepaar in Crans-Montana betrieben wird, inzwischen die Betriebsgenehmigung entzogen.
Worte des Mitgefühls und Dank an Helfer
In ihrer Stellungnahme betonten die Betreiber: „Keine Worte können die Tragödie, die sich in jener Nacht im Constellation ereignete, angemessen beschreiben.“ Der Ort der Feier habe sich binnen kürzester Zeit in einen Ort „des Grauens und der Angst“ verwandelt.
Sie sprachen den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Mitgefühl aus: „Unsere Gedanken sind unaufhörlich bei den Angehörigen der Opfer, den Opfern, die so brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden, und bei all jenen, die um ihr Leben kämpfen.“ Zugleich würdigten sie den Einsatz von Polizei, Rettungskräften und medizinischem Personal und dankten auch ihrem eigenen Team, zu dem sie wegen laufender Verfahren derzeit keinen Kontakt aufnehmen dürfen.
Analyse: Bedeutung über den Einzelfall hinaus
Die Katastrophe von Crans-Montana rückt den Brandschutz in Freizeit- und Vergnügungsstätten erneut in den Fokus. Gerade in touristischen Hochburgen mit saisonalem Massentourismus stellt sich die Frage, ob Kontrollen, Auflagen und deren Durchsetzung ausreichend sind.
Für die Behörden bedeutet der Fall eine intensive Prüfung bestehender Sicherheitsstandards. Für Betreiber ähnlicher Einrichtungen könnte er strengere Auflagen und Kontrollen nach sich ziehen. Für Gäste und Anwohner wächst zugleich das Bewusstsein für Risiken bei Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen.
Fazit und Ausblick
Während die Ermittlungen zur Brandursache und zur möglichen Verantwortung der Betreiber weiterlaufen, steht für die Behörden zunächst die lückenlose Aufklärung im Vordergrund. Die Stellungnahme der Betreiber markiert dabei einen ersten öffentlichen Schritt in Richtung Transparenz, ersetzt jedoch nicht die juristische Bewertung der Ereignisse.
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FAQ
Was ist in Crans-Montana passiert?
In der Silvesternacht kam es in einer Bar zu einem Brand, bei dem 40 Menschen starben und 116 verletzt wurden.
Wer sind die Betreiber der betroffenen Bar?
Die Bar wurde von dem französischen Ehepaar Jacques und Jessica M. betrieben.
Weshalb wird gegen die Betreiber ermittelt?
Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung.
Was gilt als mögliche Brandursache?
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Feuerwerksfontänen im Keller den Brand ausgelöst haben.
Welche Folgen hat der Brand für andere Betriebe?
Ein weiteres Lokal der Betreiber wurde geschlossen; zudem könnten strengere Brandschutzkontrollen folgen.
Quellen:
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Agence France-Presse (AFP): Berichte und Stellungnahmen der Betreiber
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Angaben der zuständigen Ermittlungs- und Justizbehörden im Kanton Wallis
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Berichterstattung mehrerer französischer und schweizerischer Leitmedien