KTM baut 500 Stellen ab – Management betroffen

KTM baut 500 Stellen ab – Management betroffen
KTM streicht 500 Jobs © Presse.Online

KTM streicht 500 Jobs nach Insolvenz auch Führungsebene betroffen

Der österreichische Motorradhersteller KTM AG streicht rund 500 Arbeitsplätze, der Großteil davon in Österreich. Betroffen sind nicht nur Angestellte, sondern auch Teile des Managements ein weiterer Einschnitt nach der Insolvenz Ende 2024.

Stellenabbau bei KTM: Was bisher bekannt ist

Die Ankündigung kam am Dienstagabend von der Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG. Demnach sollen etwa zwei Drittel der rund 500 wegfallenden Stellen in Österreich liegen. Besonders betroffen sind Angestellte sowie Beschäftigte im mittleren Management. Entsprechende Frühwarnmeldungen sollen beim Arbeitsmarktservice eingebracht werden.

Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht eine Arbeitsstiftung für die Automotive-Branche zur Verfügung. Diese wird vom Land Oberösterreich und dem AMS finanziert. Nach offiziellen Angaben sind von ursprünglich 400 vorgesehenen Plätzen derzeit noch mehr als 300 verfügbar

Gründe: Kostendruck und strukturelle Neuausrichtung

Als Begründung nennt KTM konsequente Kostensenkungen und strukturelle Anpassungen. Ziel sei es, Fixkosten zu reduzieren, interne Strukturen zu verschlanken und das Produktportfolio stärker zu fokussieren. Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Effizienzprogramms im Zuge der Restrukturierung nach der Insolvenz Ende 2024.

Vor der Insolvenz galt KTM als Europas größter Motorradhersteller. Nach Angaben des Unternehmens treffe diese Einordnung weiterhin zu. Ende 2025 beschäftigte die KTM AG demnach 3.794 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch die Chefs gehen: Einschnitt im Management

Besonders bemerkenswert ist, dass im Zuge der Neuausrichtung eine komplette Führungsebene entfallen soll. Damit betrifft der Sparkurs nicht nur operative Bereiche, sondern greift tief in die Unternehmenshierarchie ein.

CEO Gottfried Neumeister erklärte, die Maßnahmen seien notwendig, um KTM langfristig wirtschaftlich zu stabilisieren und wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Konkrete Angaben zur Zahl der betroffenen Führungskräfte machte das Unternehmen bislang nicht.

Signal für die gesamte Branche

Der Stellenabbau bei KTM steht exemplarisch für den anhaltenden Umbruch in der europäischen Fahrzeug- und Motorradindustrie. Steigende Kosten, zurückhaltende Nachfrage in einzelnen Märkten und der Druck zur strategischen Neuausrichtung zwingen selbst etablierte Hersteller zu harten Einschnitten.

Aus Sicht der Beschäftigten bieten Arbeitsstiftungen zwar eine kurzfristige Perspektive, können den Verlust qualifizierter Industriearbeitsplätze jedoch nur begrenzt abfedern. Für den Standort Oberösterreich bleibt die Entwicklung sensibel, da KTM dort einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber ist.

Gleichzeitig sendet der Schritt ein klares Signal an Investoren und Gläubiger: Die Restrukturierung soll nicht kosmetisch, sondern strukturell wirksam sein auch um den Preis schmerzhafter Personalentscheidungen.

Ausblick

Ob der Sparkurs ausreicht, um KTM dauerhaft zu stabilisieren, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Entscheidend dürfte sein, ob es dem Unternehmen gelingt, Kostenreduktion, Produktfokus und Marktposition in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen.

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FAQ

Warum baut KTM 500 Stellen ab?
Laut Unternehmen dient der Stellenabbau der Kostensenkung und ist Teil der Restrukturierung nach der Insolvenz Ende 2024.

Welche Bereiche sind betroffen?
Vor allem Angestellte und das mittlere Management. Zudem soll eine komplette Führungsebene entfallen.

Wo fallen die meisten Jobs weg?
Rund zwei Drittel der Stellen sollen in Österreich abgebaut werden.

Welche Unterstützung gibt es für Betroffene?
Es steht eine Arbeitsstiftung für die Automotive-Branche zur Verfügung, finanziert vom AMS und dem Land Oberösterreich.

Wie viele Mitarbeiter hatte KTM zuletzt?
Ende 2025 lag der Personalstand nach Unternehmensangaben bei 3.794 Beschäftigten.

Quellen:

  • Offizielle Mitteilung der KTM AG / Bajaj Mobility AG zum Stellenabbau

  • Angaben des Arbeitsmarktservice (AMS) und des Landes Oberösterreich zur Arbeitsstiftung

  • Öffentliche Aussagen von CEO Gottfried Neumeister

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