Blackout auf Bornholm: Insel ohne Strom
Stromausfall auf Bornholm: Überlastetes Unterseekabel legt gesamte Insel lahm
Auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm ist am Mittwochvormittag die Stromversorgung vollständig zusammengebrochen. Betroffen waren sämtliche Haushalte und weite Teile der öffentlichen Infrastruktur ausgelöst durch eine Überlastung des zentralen Unterseekabels.
Stromausfall trifft gesamte Insel
Nach übereinstimmenden Berichten dänischer Medien fiel der Strom gegen 10.16 Uhr aus. Das Energieversorgungsunternehmen Trefor bestätigte der Nachrichtenagentur Ritzau, dass es sich um eine Störung des Unterseekabels handele, über das Bornholm mit dem dänischen Festland verbunden ist. Zunächst war von einem Defekt die Rede, später präzisierte Trefor die Ursache: Das Kabel sei nicht beschädigt, sondern durch Überlastung außer Betrieb genommen worden.
„Wir haben festgestellt, dass das Unterseekabel durch eine Überlastung beeinträchtigt wurde“, sagte Trefors Stromversorgungsdirektor Per Sørensen. Die Verbindung werde derzeit schrittweise wieder instand gesetzt.
Kritische Infrastruktur unter Belastung
Bornholm ist in besonderem Maße von einer stabilen Stromanbindung abhängig. Die Insel verfügt zwar über ein eigenes Kraftwerk, dieses dient jedoch primär als Reserve. Im Normalbetrieb wird der Strombedarf nahezu vollständig über das Unterseekabel gedeckt. Fällt diese Verbindung aus, geraten nicht nur Haushalte, sondern auch Wasserwerke, Heizsysteme und Kommunikationsnetze unter Druck.
Die Behörden warnten daher frühzeitig vor möglichen Folgeproblemen. Es könne zu Einschränkungen bei Wasser-, Wärme- und Telekommunikationsdiensten kommen, hieß es. Besonders für ältere Menschen, medizinische Einrichtungen und den Winterbetrieb gilt Strom als kritischer Faktor.
Appell an die Bevölkerung
Die Leiterin des Katastrophenschutzes auf Bornholm rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. „Halten Sie Taschenlampen oder Kerzen bereit“, lautete der Hinweis. Die Polizei der Insel nahm Ermittlungen zu den Hintergründen des Ausfalls auf, auch um technische Ursachen eindeutig zu klären und externe Einflüsse auszuschließen.
Parallel arbeiteten Techniker daran, das lokale Kraftwerk hochzufahren, um zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Wie schnell dies gelingt, hängt von technischen Prüfungen und Sicherheitsfreigaben ab.
Warum der Blackout mehr als ein lokales Problem ist
Der Stromausfall auf Bornholm zeigt exemplarisch die Verwundbarkeit isolierter Regionen in hochvernetzten Energiesystemen. Unterseekabel gelten als zuverlässig, sind jedoch sensibel gegenüber Lastspitzen. Mit wachsender Elektrifizierung, neuen Verbrauchern und schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien steigt die Belastung solcher Leitungen.
Für Politik und Energieversorger stellt sich damit erneut die Frage nach Redundanzen, Speicherkapazitäten und Notfallkonzepten. Gerade Inseln und Randregionen gelten als Testfälle für die Energiewende – und zugleich als ihre Schwachstellen.
Ausblick
Wann die Stromversorgung auf Bornholm vollständig wiederhergestellt sein wird, blieb zunächst offen. Trefor sprach von „einer Reihe von Maßnahmen“, die Zeit benötigten. Klar ist jedoch: Der Vorfall dürfte die Debatte über Versorgungssicherheit, Netzausbau und Krisenvorsorge neu beleben weit über Bornholm hinaus.
🔔 Folge @Presse.Online für fundierte Analysen, starke Storys & die Themen, über die Deutschland morgen spricht.
FAQ
Was war die Ursache des Stromausfalls auf Bornholm?
Nach Angaben des Energieversorgers Trefor wurde das zentrale Unterseekabel durch Überlastung außer Betrieb genommen.
Wie viele Menschen waren betroffen?
Rund 18.500 Haushalte auf der gesamten Insel waren ohne Strom.
Gab es einen Defekt am Unterseekabel?
Nein. Laut Trefor war das Kabel nicht beschädigt, sondern vorsorglich abgeschaltet worden.
Welche Folgen hatte der Blackout?
Neben Stromausfällen drohten Einschränkungen bei Wasser-, Wärme- und Kommunikationsversorgung.
Wann wird der Strom wieder vollständig verfügbar sein?
Ein konkreter Zeitpunkt wurde nicht genannt. Die Wiederherstellung läuft schrittweise.
Quellen:
-
Energieversorger Trefor (offizielle Stellungnahmen)
-
Nachrichtenagentur Ritzau (Erst- und Folgeberichte)