Roller schließt Filialen und was das bedeutet

Roller schließt Filialen und was das bedeutet
Roller schließt weitere Filialen in BW und Schleswig-Holstein © Presse.Online

Roller schließt Filialen und was das für Käufer und Innenstädte bedeutet

Der Möbel-Discounter Roller schließt mehrere Filialen in Deutschland. Das betrifft Beschäftigte vor Ort, reduziert das günstige Angebot im stationären Handel und spiegelt eine strukturelle Krise der Branche wider.

Fakten & Kontext: Welche Filialen schließen und wann?

Nach übereinstimmenden Berichten regionaler Medien und einer Bestätigung des Unternehmens stehen weitere Standortschließungen an. Bereits im September 2025 hatte Roller seine Filiale im schleswig-holsteinischen Husum aufgegeben. Nun folgen vier weitere Märkte:

  • Crailsheim (Baden-Württemberg): Betrieb bis Ende April 2026

  • Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg): Schließung bis spätestens Ende Juni 2026

  • Reutlingen (Baden-Württemberg): Schließung bis spätestens Ende Juni 2026

  • Oldenburg in Holstein (Schleswig-Holstein): Schließung bis spätestens Ende Juni 2026

In allen betroffenen Häusern läuft aktuell ein Räumungsverkauf mit deutlich reduzierten Preisen. Wie viele Beschäftigte konkret betroffen sind, ist offen.

Unternehmenssicht: Warum Roller diesen Schritt geht

Auf Nachfrage teilte Roller mit, allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alternative Stellen in umliegenden Filialen anzubieten. Zur Begründung der Schließungen verweist das Unternehmen auf die angespannte Marktlage. In einer schriftlichen Stellungnahme, die dem Merkur vorliegt, heißt es:

„Der Möbelhandel steht derzeit unter spürbarem Druck durch ein zurückhaltendes Konsumverhalten. Wir überprüfen daher unsere Standorte regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit.“

Roller betreibt nach eigenen Angaben weiterhin mehr als 100 Standorte in Deutschland und setzt strategisch auf ein günstiges Mitnahmekonzept.

Branchenperspektive: Keine Einzelentscheidung

Die Schließungen sind Teil einer breiteren Konsolidierungswelle im deutschen Einzelhandel. Auch andere große Möbelhäuser reduzieren ihre Flächen oder geben Standorte auf. Ursachen sind eine anhaltende Kaufzurückhaltung, gestiegene Energie- und Mietkosten sowie der wachsende Wettbewerbsdruck durch Onlineanbieter.

Verbände des Handels verweisen darauf, dass besonders großflächige Standorte in Randlagen wirtschaftlich zunehmend schwer zu betreiben seien vor allem, wenn das Preissegment niedrig ist und Margen gering bleiben.

Analyse & Einordnung: Warum das Thema jetzt relevant ist

Die aktuellen Roller-Schließungen treffen auf eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit. Viele Haushalte priorisieren Ausgaben neu, langlebige Konsumgüter wie Möbel werden aufgeschoben. Für junge Menschen mit steigenden Mieten bedeutet das zugleich weniger stationäre Anlaufstellen für preiswerte Einrichtung.

Für Kommunen verschärft sich ein bekanntes Problem: Leerstände in Gewerbegebieten und der weitere Bedeutungsverlust stationärer Angebote. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit vom Onlinehandel mit Folgen für Arbeitsplätze, Logistik und lokale Wertschöpfung.

Fazit & Ausblick

Die Filialschließungen bei Roller sind ein Symptom, nicht die Ursache der Krise im Möbelhandel. Entscheidend wird sein, ob Händler tragfähige Omnichannel-Modelle entwickeln und Standorte neu bewerten. Für Verbraucher heißt das kurzfristig: Angebote nutzen, langfristig aber mit weniger Auswahl vor Ort rechnen.

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FAQ

Warum schließt Roller mehrere Filialen?
Laut Unternehmen wegen zurückhaltender Konsumlaune, hoher Kosten und einer Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner Standorte.

Welche Standorte sind betroffen?
Crailsheim, Villingen-Schwenningen, Reutlingen und Oldenburg in Holstein; Husum wurde bereits 2025 geschlossen.

Was passiert mit den Beschäftigten?
Roller bietet nach eigenen Angaben alternative Stellen in umliegenden Filialen an. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen nicht.

Gibt es weiterhin Roller-Filialen in Deutschland?
Ja. Roller betreibt weiterhin mehr als 100 Standorte bundesweit.

Ist das ein Trend im Möbelhandel?
Ja. Auch andere Möbelketten reduzieren ihre Filialnetze aufgrund ähnlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Quellen:

  • Unternehmensstatement Roller

  • Berichte regionaler Medien (u. a. Merkur)

  • Angaben von Handels- und Einzelhandelsverbänden zur Konsumlage

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