Epstein-Akten stellen Campbells Aussagen infrage

Epstein-Akten stellen Campbells Aussagen infrage
Epstein-Dokumente zeigen engere Campbell-Kontakte © Presse.Online

Epstein-Akten: Campbells Kontakte waren enger als bekannt

Neu veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten legen nahe, dass Naomi Campbell über Jahre hinweg intensiver Kontakt zu Jeffrey Epstein bestand als von ihr 2019 dargestellt. Das betrifft die öffentliche Aufarbeitung prominenter Netzwerke und hat Folgen für Glaubwürdigkeit und Verantwortung im öffentlichen Raum.

Faktenlage: Was belegt ist

Die Akten umfassen rund 25 Seiten E-Mails und Notizen von Epsteins Assistentinnen. Sie dokumentieren Einladungen Campbells an Epstein zu mehreren hochkarätigen Veranstaltungen, darunter eine Geburtstagsparty 2004 in St.-Tropez, eine Charity-Gala 2010 in Moskau sowie eine Modenschau von Dolce & Gabbana 2010 in Paris.
Darüber hinaus belegen mehrere Mails direkten Telefonkontakt zwischen 2009 und 2016. In internen Nachrichten heißt es wiederholt, Campbell versuche, Epstein zu erreichen oder bitte um Rückruf. Im Januar 2016 bat sie zudem um die Nutzung seines Privatjets; die Korrespondenz zeigt Nachfassaktionen ihrerseits und organisatorische Absprachen.

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Eine Mail aus den Akten. Am 30. Oktober 2015 schrieb Jeffrey Epsteins Assistentin ihrem Chef: „Bitte ruf sofort Naomi Campbell an. Sie sagt, sie muss dich unbedingt sprechen …“
© U.S. Department of Justice

Wichtig: In den Unterlagen findet sich kein Hinweis, dass Campbell von Epsteins Straftaten wusste. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung: Was 2019 gesagt wurde und was die Akten nahelegen

Nach Epsteins Tod 2019 hatte die Mail on Sunday Fotos veröffentlicht, die Campbell gemeinsam mit Epstein und Harvey Weinstein zeigten. Campbell sprach von Rufschädigung und wies den Vorwurf enger Beziehungen zurück. In einem Interview mit The Guardian erklärte sie, sie habe bei Events „Tausende Menschen“ getroffen und sei mit vielen fotografiert worden.
In einem YouTube-Interview schilderte sie, Epstein 1998 über ihren damaligen Partner kennengelernt zu haben und erst später von seinen Taten erfahren zu haben. Die nun veröffentlichten E-Mails widersprechen zumindest der Darstellung einer rein zufälligen, kurzen Bekanntschaft.

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Mail vom Januar 2016: Naomi Campbell versuchte über Epsteins Assistentin zu klären, ob sie dessen Privatjet nutzen kann. „Sie muss es wissen“
© U.S. Department of Justice

Perspektiven

Juristische Sicht: Strafrechtlich ergeben sich aus den bekannten Dokumenten keine Vorwürfe gegen Campbell. Ohne Kenntnis von Taten oder Beihilfe fehlt eine Grundlage für Schuldzuweisungen.
Medienethische Sicht: Für Medien und Öffentlichkeit stellt sich die Frage nach Transparenz. Wenn öffentliche Personen Kontakte verharmlosen, obwohl Dokumente ein engeres Verhältnis nahelegen, berührt das Vertrauen in öffentliche Aussagen.

Analyse: Warum das jetzt relevant ist

Die Veröffentlichung fällt in eine Phase verstärkter Aufarbeitung der Epstein-Netzwerke. Gesellschaftlich geht es weniger um individuelle Schuld als um Verantwortung, Nähe und Distanz zu verurteilten Straftätern besonders nach bekannten Verurteilungen. Für Prominente, Unternehmen und Veranstalter wird transparenter Umgang mit Kontakten zu Reputationsrisiken. Medien stehen vor der Aufgabe, zwischen belegbaren Fakten und Spekulation sauber zu trennen.

Fazit & Ausblick

Die neuen E-Mails verändern nicht die rechtliche Bewertung, wohl aber die öffentliche Einordnung früherer Aussagen. Entscheidend bleibt, was belegbar ist und was nicht. Zu beobachten ist, ob weitere Dokumente veröffentlicht werden und wie Betroffene ihre Aussagen präzisieren.

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FAQ

Hat Naomi Campbell von Epsteins Straftaten gewusst?
Dafür gibt es nach Aktenlage keinen Beleg. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Was zeigen die neuen E-Mails konkret?
Sie dokumentieren wiederholte Einladungen, Telefonkontakte und eine Anfrage zur Nutzung von Epsteins Privatjet über mehrere Jahre.

Warum ist das Thema jetzt wichtig?
Die Veröffentlichung trägt zur Aufarbeitung von Macht- und Kontaktnetzwerken bei und betrifft Transparenz öffentlicher Personen.

Gibt es rechtliche Konsequenzen für Campbell?
Nach bisherigem Stand nicht. Die Dokumente begründen keine strafrechtlichen Vorwürfe.

Quellen:

  • Gerichtsdokumente aus den Epstein-Akten (veröffentlichte E-Mail-Korrespondenz)

  • Mail on Sunday (Berichterstattung 2019)

  • The Guardian (Interview mit Naomi Campbell, 2019)

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