Gasspeicher bei 27 %: Risiko für Winter 2026
Gasspeicher nur zu 27 % gefüllt was der niedrige Stand für Winter, Preise und Versorgungssicherheit bedeutet
Die deutschen Erdgasspeicher sind ungewöhnlich schwach gefüllt. Das betrifft die Versorgungssicherheit im kommenden Winter und hat Folgen für Energiepreise, Wirtschaft und politische Entscheidungen.
Faktenlage: Wie voll sind Deutschlands Gasspeicher?
Nach aktuellen Angaben liegt der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher bei 27,00 Prozent. Damit ist deutlich weniger Gas eingelagert als zu vergleichbaren Zeitpunkten der Vorjahre. Auch im europäischen Vergleich liegt Deutschland unter dem Durchschnitt.
Die Speicher dienen nicht der laufenden Versorgung, sondern gleichen saisonale Schwankungen aus: Im Sommer wird eingespeichert, im Winter entnommen. Ein niedriger Füllstand zu Beginn der Heizperiode erhöht den Druck auf laufende Importe und den Markt.
Zuständig für die Überwachung der Versorgungssicherheit ist die Bundesnetzagentur, die regelmäßig Speicherstände veröffentlicht. Auf europäischer Ebene erfasst Gas Infrastructure Europe die Daten der Mitgliedstaaten.
Hintergrund: Warum sind die Speicher so leer?
Seit Ende 2022 liefert Russland kein Pipeline-Gas mehr nach Deutschland. Die frühere Abhängigkeit wurde zwar durch Flüssigerdgas (LNG), höhere Importe aus Norwegen und Einsparungen reduziert, doch die Struktur bleibt angespannt.
Hinzu kommen:
-
Hohe Entnahmen im Winter 2024/25, die nicht vollständig ausgeglichen wurden
-
Gedämpfte Einspeicherung im Sommer, unter anderem wegen hoher Preise am Spotmarkt
-
Wettbewerb um LNG-Lieferungen auf dem Weltmarkt
Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass Deutschland rechnerisch versorgt sei verweist jedoch auf die Bedeutung stabiler Importe.
Perspektiven
Politik & Behörden:
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz verweist auf gesetzliche Speicherziele und alternative Importquellen. Diese sollen Marktsignale setzen und Engpässe vermeiden.
Experten & Marktbeobachter:
Energieökonomen warnen, dass niedrige Speicherstände die Preissensibilität erhöhen. Schon kleine Störungen etwa Kälteperioden oder Verzögerungen bei LNG-Anlandungen könnten deutliche Marktreaktionen auslösen.
Analyse: Warum ist das Thema jetzt besonders relevant?
Der niedrige Speicherstand fällt in eine Phase geopolitischer Unsicherheit und hoher Nachfrage. Je näher der Winter rückt, desto weniger Zeit bleibt zum Nachfüllen. Das erhöht:
-
Preisschwankungen für Industrie und Haushalte
-
Planungsunsicherheit für energieintensive Unternehmen
-
Politischen Handlungsdruck, etwa bei Importverträgen oder Einsparappellen
Für Verbraucher bedeutet das kein akutes Versorgungsrisiko, wohl aber eine fragile Ausgangslage.
Fazit & Ausblick
Ein Füllstand von 27 Prozent ist kein Notstand, aber ein Warnsignal. Entscheidend wird sein, wie sich Importe, Wetter und Nachfrage in den kommenden Monaten entwickeln. Beobachtet werden sollten vor allem die Einspeicherraten und die Preisentwicklung an den Gasmärkten.
Orientierung: Die Versorgung gilt als gesichert bleibt aber anfällig.
Ausblick: Steigende Einspeicherung im Spätsommer wäre ein wichtiges Entspannungssignal.
🔔 Folge @Presse.Online für fundierte Analysen, klare Einordnung und die Themen, über die Deutschland morgen spricht.
FAQ
Wie voll müssen die Gasspeicher für den Winter sein?
Gesetzlich gelten Mindestfüllstände, um Engpässe zu vermeiden. Je höher der Stand vor Beginn der Heizperiode, desto stabiler die Versorgung.
Drohen Gasengpässe im Winter 2025/26?
Nach derzeitigen Erkenntnissen nicht. Allerdings steigt das Risiko bei anhaltend niedrigen Speicherständen und kalten Wintern.
Warum sind die Speicher niedriger als im Vorjahr?
Vor allem wegen höherer Entnahmen im letzten Winter und geringerer Einspeicherung im Sommer.
Hat das Auswirkungen auf Gaspreise?
Niedrige Speicherstände können Preisschwankungen verstärken, besonders bei unerwarteter Kälte oder Lieferproblemen.
Quellen & Fact-Checking
-
Bundesnetzagentur: Monitoringberichte Gasversorgung
-
Gas Infrastructure Europe: Europäische Speicherstandsübersichten
-
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Energie-Lageberichte