Cityline-Streik könnte Regionalverkehr treffen

Cityline-Streik könnte Regionalverkehr treffen
Tarifkonflikt bei Lufthansa Cityline © Presse.Online

Lufthansa-Cityline vor möglichem Streik mit direkten Folgen für den Regionalverkehr

Bei der Lufthansa-Tochter Lufthansa Cityline spitzt sich der Tarifkonflikt zu. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat nach ergebnislosen Verhandlungen eine Urabstimmung beantragt. Das betrifft vor allem den Regionalverkehr ab München mit möglichen Auswirkungen für tausende Reisende.

Was ist passiert?

Nach Angaben der Vereinigung Cockpit (VC) hat die Tarifkommission beim Vorstand der Gewerkschaft die Einleitung einer Urabstimmung beantragt. Hintergrund sind gescheiterte Verhandlungen über Gehaltsanpassungen für die Jahre 2024 bis 2026.

Die Gewerkschaft fordert eine jährliche Vergütungsanpassung von jeweils 3,3 Prozent. Die Arbeitgeberseite habe dagegen darauf bestanden, dass jede Erhöhung an anderer Stelle kompensiert werde.

„Wer Verbesserungen nur unter dem Vorbehalt von Einschnitten an anderer Stelle anbietet, meint keine Verbesserung, sondern eine Nullrunde mit Umverteilung“, erklärte VC-Verhandlungsführerin Tanja Viehl laut Gewerkschaftsmitteilung.

Eine Entscheidung über die Urabstimmung wird noch in dieser Woche erwartet. Erst bei einer erfolgreichen Abstimmung könnten konkrete Streikmaßnahmen folgen.

Warum ist das relevant?

Lufthansa Cityline betreibt mit kleineren Flugzeugen zahlreiche innerdeutsche Verbindungen sowie Strecken in europäische Metropolen. Drehkreuze sind vor allem München und Frankfurt.

Ein Streik würde damit nicht nur einzelne internationale Flüge betreffen, sondern vor allem den Regional- und Zubringerverkehr also jene Verbindungen, die große Langstreckenflüge speisen.

Erst vor kurzem hatten zeitgleiche Arbeitskämpfe von Piloten und Flugbegleitern bei der Lufthansa-Kerngesellschaft zu massiven Flugausfällen geführt. Auch bei Cityline hatte die Kabinengewerkschaft Ufo vergangene Woche einen Warnstreik organisiert, um einen tariflichen Sozialplan zu erzwingen.

Hintergrund: Cityline soll auslaufen

Der Konflikt fällt in eine Phase struktureller Veränderungen im Lufthansa-Konzern. Nach Aussagen des Managements soll der Betrieb von Lufthansa Cityline im kommenden Jahr auslaufen. Die Verbindungen sollen auf die neu gegründete Lufthansa City Airlines übergehen.

Nach Darstellung der Vereinigung Cockpit stehe dieser Konzernumbau jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen.

Für die Beschäftigten bleibt die Situation dennoch sensibel: Parallel zu den Gehaltsforderungen geht es um Perspektiven, Arbeitsplatzsicherheit und Übergangsregelungen.

Perspektiven im Konflikt

Gewerkschaftssicht:
Die Vereinigung Cockpit argumentiert, die geforderten 3,3 Prozent pro Jahr entsprächen einer moderaten Anpassung angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Erholung der Luftfahrtbranche.

Unternehmenssicht:
Von Unternehmensseite wurde nach Angaben der VC darauf verwiesen, dass Vergütungserhöhungen nur im Rahmen wirtschaftlicher Gesamtbelastungen möglich seien. Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns zu möglichen Streikfolgen lag zunächst nicht vor.

Branchenkontext:
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich der Luftverkehr in Deutschland nach der Corona-Pandemie schrittweise erholt. Gleichzeitig stehen Airlines unter hohem Kostendruck unter anderem durch Personalengpässe, höhere Gebühren und volatile Kerosinpreise.

Einordnung: Warum jetzt besondere Brisanz entsteht

Der mögliche Streik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Luftverkehr zwar stabilisiert hat, aber weiterhin anfällig ist.

Regionalflüge erfüllen eine Schlüsselrolle im System: Sie sichern die Anbindung von Wirtschaftsstandorten und sind entscheidend für internationale Umsteigeverbindungen. Fällt dieses Netz aus, geraten ganze Flugpläne ins Wanken.

Für Reisende bedeutet das konkret:

  • mögliche Flugausfälle oder Verspätungen

  • Umbuchungen auf andere Verbindungen

  • Engpässe auf Alternativrouten

Für die Wirtschaft könnte ein Streik insbesondere Geschäftsreisen beeinträchtigen. Für den Konzern erhöht sich der Druck, Tarifkonflikte rasch zu lösen, um weitere Imageschäden zu vermeiden.

Fazit und Ausblick

Noch ist kein Streik beschlossen. Zunächst steht die Entscheidung über die Urabstimmung an. Erst danach könnten konkrete Arbeitskampfmaßnahmen folgen.

Beobachtet werden sollten nun:

  • das Ergebnis der Urabstimmung

  • mögliche neue Verhandlungsangebote

  • die Positionierung des Konzernmanagements

Für Reisende empfiehlt sich in den kommenden Tagen ein Blick auf aktuelle Flugstatusmeldungen.

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FAQ: Lufthansa-Cityline Streik

Wann könnte es zu einem Streik kommen?
Erst nach einer erfolgreichen Urabstimmung der Piloten. Eine Entscheidung wird in dieser Woche erwartet.

Welche Flughäfen wären besonders betroffen?
Vor allem München und Frankfurt, da Cityline dort zahlreiche Regional- und Zubringerflüge anbietet.

Worum geht es in dem Tarifkonflikt?
Die Gewerkschaft fordert jährliche Gehaltsanpassungen von 3,3 Prozent für 2024, 2025 und 2026.

Hat der geplante Konzernumbau Einfluss auf den Streik?
Laut Vereinigung Cockpit stehen die Tarifverhandlungen nicht in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Auslaufen von Cityline.

Was sollten Reisende jetzt tun?
Aktuelle Informationen bei der Airline prüfen und gegebenenfalls flexible Umbuchungsoptionen nutzen.

Quellen

  • Vereinigung Cockpit (VC), offizielle Mitteilung zum Antrag auf Urabstimmung

  • Lufthansa-Konzern, Angaben zur strategischen Neuausrichtung und City Airlines

  • Statistisches Bundesamt (Destatis), Daten zur Entwicklung des Luftverkehrs in Deutschland

  • Nachrichtenagentur dpa, Berichte zu Tarifkonflikten im Lufthansa-Konzern

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