Schneefall in Österreich: Warnstufe Violett
Österreich versinkt im Schnee: Warum die Unwetterwarnung jetzt eskaliert und was die Wetterwende bedeutet
Ein kräftiges Italientief sorgt in Österreich für außergewöhnlich starke Schneefälle. Das betrifft gleich mehrere Bundesländer und hat unmittelbare Folgen für Verkehr, Sicherheit und Lawinenlage.
Entscheidend ist dabei die Kombination aus intensiver Niederschlagszone und rasch sinkender Schneefallgrenze, weil sie binnen Stunden selbst tiefe Lagen in eine winterliche Gefahrenlage versetzt.
Was ist passiert?
Die Unwetterzentrale hat für Burgenland, Niederösterreich und die Steiermark die höchste Warnstufe Violett ausgegeben. In Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Wien gilt Warnstufe Rot, in Kärnten Orange.
Gemessene Neuschneemengen:
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Lesachtal: bis zu 44 Zentimeter
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Schröcken (Vorarlberg): rund 32 Zentimeter
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Raum St. Pölten, Bad Vöslau, West-Wien: örtlich bis zu 20 Zentimeter
Die Schneefallgrenze sank zeitweise bis in tiefe Lagen. In Südtirol warnt der Landesfeuerwehrverband laut „stol.it“ vor erheblicher Lawinengefahr in höheren Regionen.
Mit einer Entspannung wird erst ab Freitagnachmittag gerechnet.
Warum kommt es zu diesen Schneemassen?
Auslöser ist ein Tiefdruckgebiet über Norditalien. Solche sogenannten Genua-Tiefs transportieren feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen. Dort staut sich die Luft, kühlt ab und entlädt sich als intensiver Niederschlag.
Die Besonderheit diesmal:
Die Kaltluft setzte sich schneller durch als prognostiziert. Dadurch fiel ein Großteil des Niederschlags als Schnee auch in Regionen, die sonst bei solchen Lagen Regen sehen.
Die angekündigte Wetterwende
Bereits am Samstag erreicht die Warmfront eines Atlantiktiefs Österreich.
Die Prognose:
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An der Alpennordseite zeitweise Regen
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Schneefallgrenze im Westen über 1.000 Meter
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Im Osten weiterhin Schnee bis etwa 600 Meter
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Gefahr von gefrierendem Regen im Donauraum und Nordosten
Ab Wochenbeginn etabliert sich eine mildere Westwetterlage. Winterliche Bedingungen treten vorerst in den Hintergrund.
Perspektive 1: Behörden und Institutionen
Die Unwetterzentrale reagierte mit der höchsten Warnstufe ein Schritt, der in Österreich vergleichsweise selten ist.
Lawinenwarndienste in alpinen Regionen beobachten die Schneedecke besonders genau.
In Südtirol rufen Einsatzkräfte zur Vorsicht auf. Straßen- und Bahnverbindungen könnten regional eingeschränkt bleiben. Räumdienste arbeiten im Dauereinsatz.
Perspektive 2: Betroffene und Tourismus
Für Pendler bedeutet das kurzfristig erschwerte Bedingungen.
Für Skigebiete dagegen ist die Lage ambivalent: Neuschnee verbessert die Pistenbasis, erhöht aber gleichzeitig das Lawinenrisiko.
Einheimische in hochalpinen Tälern müssen mit Verzögerungen bei Versorgung und Mobilität rechnen. Touristen werden aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden.
Warum jetzt?
Das Thema gewinnt genau jetzt an Brisanz, weil die höchsten Warnstufen zeitgleich mehrere Bundesländer betreffen.
Kurzfristig steht die Warmfront am Samstag an, die über Glätte oder Regen entscheidet.
Für Bürger bedeutet das binnen 48 Stunden einen Wechsel von extremer Schneelage zu möglichem Tauwetter.
Realistisch ist daher eine Phase erhöhter Lawinen- und Glättegefahr, bevor sich die Lage meteorologisch stabilisiert.
Welche Folgen sind realistisch?
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Verkehrsbehinderungen, weil Schneemassen Straßen blockieren → daher längere Fahrzeiten und mögliche Sperren.
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Erhöhte Lawinengefahr, weil Neuschnee auf bestehende Altschneeschichten trifft → daher Risiko in höheren Lagen.
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Glätte durch gefrierenden Regen, weil Warmluft auf kalten Boden trifft → daher Unfallgefahr im Osten.
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Regionale Hochwasserproblematik möglich, falls rasches Tauwetter einsetzt – abhängig von Temperaturverlauf.
Unklar ist derzeit, wie stark die Warmfront tatsächlich durchgreift. Das hängt von der exakten Temperaturentwicklung ab.
Einordnung
Solche Lagen sind meteorologisch nicht ungewöhnlich, aber ihre Intensität variiert stark.
Die Kombination aus Mittelmeer-Tief und schneller Warmluftzufuhr erhöht die Dynamik.
Für Österreich bedeutet das innerhalb weniger Tage einen markanten Wetterwechsel ein Szenario, das in Übergangszeiten häufiger vorkommt.
Für Leser heißt das konkret: Wachsam bleiben, lokale Warnungen beachten und insbesondere im Alpenraum Risiken ernst nehmen.
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FAQ
Wie lange dauert der starke Schneefall in Österreich?
Nach aktuellen Prognosen lässt er im Laufe des Freitagnachmittags deutlich nach. Regional kann es aber noch bis in die Nacht schneien.
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Burgenland, Niederösterreich und Steiermark stehen unter Warnstufe Violett. Auch westliche Bundesländer verzeichnen hohe Schneemengen.
Steigt die Lawinengefahr?
Ja. Frischer, schwerer Neuschnee auf bestehender Schneedecke erhöht die Instabilität, insbesondere in höheren Lagen.
Kommt jetzt Tauwetter?
Ab Samstag steigt die Schneefallgrenze im Westen deutlich. Im Osten bleibt es zunächst kälter. Eine mildere Phase setzt sich ab Wochenbeginn durch.
Quellenliste
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Unwetterzentrale Österreich (UWZ): Aktuelle Warnstufen und Niederschlagsprognosen
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GeoSphere Austria (ehemals ZAMG): Wetteranalyse, Schneefallgrenze, Synoptik
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Landeswarnzentralen Burgenland, Niederösterreich, Steiermark – Lageberichte
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Lawinenwarndienste der Bundesländer: Gefahreneinschätzungen
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Landesfeuerwehrverband Südtirol – Hinweise zur Lawinenlage und Einsatzsituation
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„stol.it“ (Südtirol Online): Berichterstattung zur aktuellen Lage
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Messstationen der Hydrographischen Dienste (Schneehöhen- und Niederschlagsdaten)
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Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) – Verkehrslageberichte