Zwei Tote bei Windkraft-Bau in Hessen

Zwei Tote bei Windkraft-Bau in Hessen
Systembild: Zwei Monteure sterben beim Bau einer Windenergieanlage in Hessen © Presse.Online

Windkraft-Unglück in Hessen: Warum der tödliche Arbeitsunfall Fragen zur Sicherheit beim Ausbau der Windenergie aufwirft

Im Main-Kinzig-Kreis sind zwei Monteure beim Bau einer Windkraftanlage tödlich verunglückt. Ein Arbeitskorb stürzte im Inneren des Turms in die Tiefe. Der Fall wirft Fragen zur Arbeitssicherheit beim beschleunigten Ausbau der Windenergie auf.

Was ist passiert?

Bei einem Windkraft-Unglück in Hessen sind zwei 32 Jahre alte Monteure ums Leben gekommen. Der Arbeitsunfall ereignete sich nach Angaben der Polizei im Main-Kinzig-Kreis in Birstein nahe der Bundesstraße 276 zwischen den Ortsteilen Fischborn und Wüstwillenroth.

Nach bisherigen Erkenntnissen hörten Kollegen gegen 4.45 Uhr einen lauten Knall aus dem Inneren der im Bau befindlichen Windenergieanlage. Die beiden Arbeiter befanden sich offenbar in einem Arbeitskorb, der im oberen Bereich des noch nicht fertiggestellten Turms positioniert war. Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte dieser Arbeitskorb aus großer Höhe im Inneren des Turms in die Tiefe. Für die beiden Männer kam jede medizinische Hilfe zu spät. Sie seien offenbar sofort tot gewesen, teilte die Polizei mit.

Die Kriminalpolizei ermittelt zur genauen Ursache des Absturzes. Ein externer Gutachter wurde hinzugezogen.

Hintergrund: Größtes Windkraftprojekt der Region

Bei dem betroffenen Bauvorhaben handelt es sich nach Angaben des Projektträgers um eines der größten Windkraftprojekte im Main-Kinzig-Kreis. Geplant sind mindestens neun Anlagen des Typs Vestas V172 mit jeweils 7,2 Megawatt Leistung. Das Projekt soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 in Betrieb gehen.

Windenergie gilt als zentraler Baustein der Energiewende. Der Bund hat mit dem Wind-an-Land-Gesetz ambitionierte Flächen- und Ausbauziele formuliert. Hessen soll einen signifikanten Beitrag leisten.

Perspektive 1: Ermittlungsbehörden und Arbeitsschutz

Die Polizei betont, dass die Unfallursache bislang unklar ist. Technisches Versagen, Materialermüdung oder menschliches Fehlverhalten können erst nach Abschluss der Untersuchungen bewertet werden.

Auch die zuständige Arbeitsschutzbehörde ist in den Fall eingebunden. Auf Baustellen von Windenergieanlagen gelten besondere Sicherheitsvorschriften, insbesondere für Arbeiten in großer Höhe. Dazu zählen geprüfte Hebesysteme, redundante Sicherungen und regelmäßige Kontrollen der Arbeitsmittel.

Ob es Hinweise auf Verstöße gegen Sicherheitsauflagen gibt, ist derzeit nicht bekannt.

Perspektive 2: Branche und Energiewirtschaft

Für Projektierer und Betreiber von Windparks sind tödliche Arbeitsunfälle nicht nur menschliche Tragödien, sondern auch gravierende Einschnitte in laufende Bauprojekte. Baustopps, technische Überprüfungen und mögliche Haftungsfragen können Verzögerungen verursachen.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) verweist regelmäßig darauf, dass die Branche hohe Sicherheitsstandards etabliert habe. Gleichwohl zeigen Unfälle wie dieser, dass Bau- und Wartungsarbeiten an Großanlagen mit erheblichen Risiken verbunden sind.

Analyse: Warum der Unfall jetzt besonders relevant ist

Der Ausbau der Windenergie wird politisch beschleunigt. Genehmigungsverfahren sollen verkürzt, Flächen schneller ausgewiesen werden. Gleichzeitig steigt der Druck auf Bauunternehmen, Projekte zügig umzusetzen.

Gerade in dieser Phase rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob Sicherheitsstandards konsequent eingehalten und überwacht werden. Für Bürgerinnen und Bürger ist das Thema doppelt relevant: Zum einen betrifft es die Sicherheit der Beschäftigten, zum anderen die Akzeptanz von Windkraftprojekten vor Ort.

Unfälle können öffentliche Debatten verschärfen insbesondere in Regionen, in denen Windkraftanlagen kontrovers diskutiert werden. Transparente Aufklärung ist daher entscheidend.

Fazit und Ausblick

Zwei Monteure sind beim Bau einer Windenergieanlage in Hessen ums Leben gekommen. Die genaue Ursache des Absturzes ist noch ungeklärt. Ermittlungen und Gutachten sollen klären, wie es zu dem tödlichen Arbeitsunfall kommen konnte.

Für den weiteren Ausbau der Windenergie bleibt entscheidend, dass Sicherheit und Tempo nicht in ein Spannungsverhältnis geraten. In den kommenden Wochen dürfte vor allem das Ergebnis der technischen Untersuchungen im Fokus stehen.

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FAQ zum Windkraft-Unglück in Hessen

Wo ereignete sich der Unfall?
In Birstein im Main-Kinzig-Kreis nahe der Bundesstraße 276 zwischen Fischborn und Wüstwillenroth.

Was genau ist passiert?
Ein Arbeitskorb stürzte im Inneren eines im Bau befindlichen Windradturms aus großer Höhe ab.

Wie viele Menschen kamen ums Leben?
Zwei 32 Jahre alte Monteure starben nach Angaben der Polizei.

Ist die Unfallursache bereits geklärt?
Nein. Die Polizei ermittelt, ein Gutachter wurde hinzugezogen.

Hat der Unfall Auswirkungen auf das Windpark-Projekt?
Das ist derzeit offen. Ermittlungen und mögliche Sicherheitsprüfungen können Einfluss auf den Baufortschritt haben.

Quellen

  • Polizeipräsidium Südosthessen, Mitteilung zum Arbeitsunfall im Main-Kinzig-Kreis

  • Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (Windenergie-Ausbauziele)

  • Bundesverband WindEnergie (Branchenangaben zu Sicherheitsstandards)

  • Nachrichtenagentur dpa, Berichterstattung zum Unfall

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