DWD warnt 120 Kreise vor Starkregen

DWD warnt 120 Kreise vor Starkregen
Systembild: Amtliche Warnungen vor Unwetter in 120 Landkreisen © Presse.Online

Wetter in Deutschland: DWD warnt in 120 Landkreisen, Starkregen bringt Straßen und Unterführungen in Gefahr

Warme, feuchte Luft trifft auf eine instabile Wetterlage: Der Deutsche Wetterdienst warnt in zahlreichen Regionen Deutschlands amtlich vor Gewittern und Starkregen. Betroffen ist vor allem ein breites Band in der Mitte des Landes mit möglichen Folgen für Verkehr, Kommunen und private Haushalte.

DWD-Warnung: Was in Deutschland passiert ist

Der Deutsche Wetterdienst hat am Dienstag, 5. Mai 2026, für 120 Landkreise und Städte amtliche Warnungen der Stufe 2 von 4 herausgegeben. Diese Warnstufe steht beim DWD für „markantes Wetter“ und ist nicht mit einer allgemeinen Wetterinformation zu verwechseln: Sie signalisiert, dass gefährliche Entwicklungen möglich sind und Bürger die Lage aufmerksam verfolgen sollten. Der DWD unterscheidet seine Warnungen nach Schweregrad von Gelb über Orange und Rot bis Violett; Rot steht für Unwetter, Violett für extremes Unwetter.

Die Warnzone zieht sich von West nach Ost durch die Mitte Deutschlands. Genannt werden unter anderem Trier, Köln, Paderborn, Hannover, Göttingen, Braunschweig, Halberstadt, Erfurt, Magdeburg, Jena, Halle, Leipzig, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Bautzen, Cottbus und Frankfurt an der Oder. Nach den vorliegenden Angaben bewegen sich die Gewitter im Tagesverlauf von Westen nach Osten.

Starkregen, Hagel, Aquaplaning: Wer konkret betroffen ist

Betroffen sind nicht nur einzelne Regionen, sondern vor allem Menschen im Alltag: Pendler auf Autobahnen und Landstraßen, Kommunen mit Unterführungen und tiefer liegenden Straßenabschnitten, Bewohner von Kellerräumen sowie Veranstalter und Betriebe, die am Nachmittag oder Abend auf Außenflächen angewiesen sind.

Der DWD rechnet örtlich mit Gewittern, kleinkörnigem Hagel und Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können 25 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, regional auch mehr als 35 Liter. Sollte diese Schwelle erreicht werden, wäre Unwetterstärke möglich; dann könnte die Warnlage auf Rot, also Stufe 3 von 4, angehoben werden.

Die konkrete Gefahr liegt weniger im Regen allein als in seiner Geschwindigkeit. Wenn große Wassermengen in kurzer Zeit fallen, können Straßen, Unterführungen und Senken rasch volllaufen. Der DWD weist auf mögliche schnelle Überflutungen hin; für Autofahrer steigt damit das Risiko von Aquaplaning.

Warum die Lage jetzt besonders relevant ist

Die Wetterlage ist deshalb relevant, weil sie mehrere Risikofaktoren verbindet: warme und feuchte Luft, Gewitterbildung, hohe Niederschlagsmengen in kurzer Zeit und eine Zugbahn über dicht besiedelte Regionen. Besonders problematisch ist, dass Starkregen lokal sehr unterschiedlich ausfallen kann. Während ein Ort nur kräftige Schauer erlebt, kann wenige Kilometer weiter eine Unterführung volllaufen oder ein Keller überflutet werden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist grundsätzlich darauf hin, dass Bürger bei Starkregen aktuelle Warnungen verfolgen und gefährdete Bereiche vorbereiten sollten. Dazu zählen etwa Türen, Fenster, Kelleröffnungen und die Lagerung gefährlicher Stoffe außerhalb möglicher Überflutungsbereiche.

Für den Verkehr kommt eine zweite Ebene hinzu: Der ADAC beschreibt Aquaplaning als Situation, in der Reifen auf einem Wasserfilm aufschwimmen und der Kontakt zur Fahrbahn verloren geht. In solchen Momenten können Bremsen und Lenken deutlich eingeschränkt sein; empfohlen werden keine hektischen Fahrmanöver, kein starkes Bremsen und kein abruptes Beschleunigen.

Analyse: Was auf dem Spiel steht

Die DWD-Warnung ist kein Hinweis auf ein flächendeckendes Katastrophenszenario. Sie markiert aber einen Zeitraum, in dem lokal schnell gefährliche Situationen entstehen können. Genau darin liegt die strukturelle Dimension: Starkregen ist schwer punktgenau vorherzusagen, trifft häufig kleinräumig und kann Infrastruktur überfordern, die für normale Regenereignisse ausgelegt ist.

Für Kommunen bedeutet das: Entwässerung, Einsatzplanung und Verkehrssicherung werden kurzfristig wichtiger. Für Bürger bedeutet es: Warnungen nicht erst dann ernst nehmen, wenn Wasser bereits auf der Straße steht. Für Unternehmen, Lieferdienste, Baustellen, Bahn- und Straßenverkehr kann die Lage zu Verzögerungen, Sicherheitsentscheidungen und kurzfristigen Einschränkungen führen.

Der weitere Verlauf bleibt angespannt. Laut DWD sind auch am Mittwoch in der Mitte und im Süden einzelne Gewitter mit Starkregen möglich; lokal wird Unwetter durch heftigen Starkregen als gering wahrscheinlich eingestuft. Am Donnerstag bleibt in der Südhälfte Gewitterneigung bestehen, am Samstag können im Westen und Süden erneut Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel auftreten. Auch für Sonntag und Montag schließt der DWD kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel lokal nicht aus.

Was das konkret bedeutet

  • Für Bürger: Keller, Tiefgaragen, Lichtschächte und tiefer liegende Eingänge sollten beobachtet werden. Bei schnell steigendem Wasser keine Kellerräume betreten.
  • Für Autofahrer: Geschwindigkeit reduzieren, Abstand halten, Unterführungen und überflutete Straßen meiden. Bei Aquaplaning ruhig bleiben und hektische Manöver vermeiden.
  • Für Kommunen: Kritische Punkte wie Unterführungen, Senken, Baustellen und bekannte Überflutungsbereiche können kurzfristig zum Einsatzschwerpunkt werden.
  • Für Wirtschaft und Betriebe: Lieferketten, Außentermine, Baustellen und Veranstaltungen im betroffenen Band sollten wetterabhängig geplant werden.
  • Für Politik und Verwaltung: Die Lage zeigt erneut, wie wichtig lokale Starkregen-Vorsorge, Warnsysteme und robuste Entwässerungskonzepte sind.

Fazit: Was jetzt entscheidend ist

Die aktuelle Wetterlage ist vor allem ein Warnsignal für die Mitte Deutschlands. Noch ist nicht überall Unwetter eingetreten, doch die Kombination aus Gewittern, Starkregen und lokal möglichen Überflutungen kann binnen kurzer Zeit gefährlich werden. Entscheidend ist jetzt, die amtlichen Warnungen regional zu verfolgen, Fahrten und Außentermine anzupassen und bekannte Risikobereiche zu meiden.

Für die kommenden Tage bleibt die Entwicklung wechselhaft. Besonders wichtig wird sein, ob sich aus den markanten Warnungen lokal rote Unwetterwarnungen entwickeln und wo Starkregen tatsächlich auf bereits belastete oder schlecht entwässerte Bereiche trifft.

🔔 Unabhängiger Journalismus lebt von Reichweite.
Folgen Sie auf
X, Linkedin oder Instagram und bleiben Sie informiert.

FAQ

Welche Warnstufe gilt aktuell in den betroffenen Kreisen?

Der DWD meldet für die betroffenen 120 Landkreise und Städte Warnstufe 2 von 4. Das entspricht einer amtlichen Warnung vor markantem Wetter.

Welche Regionen sind besonders betroffen?

Besonders betroffen ist ein Band in der Mitte Deutschlands von West nach Ost, unter anderem mit Städten wie Köln, Hannover, Erfurt, Leipzig, Dresden und Frankfurt an der Oder.

Wie viel Regen kann fallen?

Laut DWD sind örtlich 25 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden möglich, regional auch mehr als 35 Liter. Dann wäre Unwetterstärke möglich.

Was ist für Autofahrer besonders gefährlich?

Starkregen kann zu Aquaplaning führen. Besonders riskant sind Unterführungen, Senken, Spurrillen und Straßenabschnitte, auf denen Wasser nicht schnell abläuft.

Bleibt die Gefahr nach Dienstag bestehen?

Ja. Der DWD erwartet auch am Mittwoch und in den folgenden Tagen regional weitere Gewitter, Starkregen, Sturmböen und Hagel.

Quellen

  • Deutscher Wetterdienst: Warnkarte, Warnlagebericht und Wochenvorhersage Wettergefahren, abgerufen am 5. Mai 2026
  • Deutscher Wetterdienst: Broschüre zu amtlichen Wetter- und Unwetterwarnungen
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Hinweise zu Starkregen und Sturzfluten
  • ADAC: Hinweise zu Aquaplaning und Fahren bei Starkregen
  • dpa / WELT: ergänzende Berichterstattung zur aktuellen DWD-Warnlage
  • t-online: ergänzende Berichterstattung zur Zahl der betroffenen Landkreise und Städte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert