Trump belastet Kiew im Friedensstreit
Trumps Vorwurf gegen Selenskyj: Stillstand bei Friedensgesprächen
Donald Trump beschuldigt Wolodymyr Selenskyj, Friedensgespräche mit Russland zu blockieren. Das belastet die westliche Einigkeit und hat unmittelbare Folgen für die Diplomatie im Ukraine-Krieg.
Entscheidend ist dabei, wer den politischen Druck trägt, weil Trumps Schuldzuweisung die Verhandlungslogik der USA neu justiert genau jetzt, da Gespräche über Sicherheitsgarantien laufen.
Faktenlage: Was gesagt wurde und was fehlt
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In einem Interview mit Reuters erklärte Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin sei zu einem Abkommen bereit, die Ukraine hingegen nicht.
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Auf die Frage nach dem fehlenden Durchbruch antwortete Trump knapp: „Selenskyj.“
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Der Kreml stimmte der Darstellung zu. Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Moskau bleibe offen für Gespräche.
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Ein formelles russisches Angebot für Waffenstillstandsverhandlungen liegt nicht vor.
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US-Geheimdienste warnen weiterhin, dass Russland seine Kriegsziele nicht aufgegeben hat.
Gespräche ohne Moskau: Der aktuelle Kontext
In den vergangenen Wochen verhandelten vor allem die USA und europäische Staaten über Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand. In Paris verständigte sich die „Koalition der Willigen“ auf militärische Unterstützung nach einem Waffenstillstand; Bundeskanzler Friedrich Merz stellte eine deutsche Beteiligung in Aussicht. Russland lehnt ausländische Truppen in der Ukraine strikt ab und beteiligt sich nicht an diesen Gesprächen.
Druck auf Kiew: Die amerikanische Linie
Nach Medienberichten drängten die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner Kiew zu territorialen Zugeständnissen, darunter die Aufgabe des Donbass. Selenskyj lehnt dies mit Verweis auf die ukrainische Verfassung ab. Trump erklärte, er wisse nichts von einer erneuten Moskau-Reise seiner Sondergesandten, stellte jedoch ein weiteres Treffen mit Selenskyj in Aussicht möglicherweise am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Perspektiven
US-Administration / Trump:
Trump setzt auf schnellen Deal-Druck. Seine Lesart: Wenn Moskau gesprächsbereit ist, müsse Kiew Kompromisse liefern. Ziel ist ein Durchbruch, der außenpolitisch als Erfolg verkauft werden kann.
Europa / Ukraine:
Viele europäische Regierungen sehen die Hauptblockade bei Russland. Ohne belastbare Sicherheitsgarantien und ohne formelles Waffenstillstandsangebot gelten territoriale Zugeständnisse als riskant. Kiew betont verfassungsrechtliche Grenzen.
Warum jetzt?
Erstens spitzt Trump seine Position zu, während westliche Gespräche über Sicherheitsgarantien laufen. Zweitens stehen kurzfristig diplomatische Termine an, die Richtung vorgeben könnten. Drittens erhöht sich der Druck auf Kiew, weil die US-Linie die Schuldfrage verschiebt. Viertens ist realistisch, dass Gespräche weiter fragmentiert bleiben, solange Moskau nicht formell einlenkt.
Folgen
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Diplomatischer Druck auf die Ukraine steigt, weil Washington Kompromissbereitschaft einfordert.
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Transatlantische Spannungen nehmen zu, da Europas Einschätzung von Trumps Darstellung abweicht.
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Verhandlungslage bleibt eingefroren, weil Moskau nicht Teil der Sicherheitsgespräche ist.
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Innenpolitische Risiken in Kiew wachsen, da territoriale Fragen hochsensibel sind.
Schluss
Die Schuldzuweisung aus Washington verschiebt die Debatte ohne neue Substanz für einen Waffenstillstand. Entscheidend bleibt, ob Russland ein belastbares Angebot vorlegt. Beobachten lässt sich nun vor allem, ob und wie die USA ihren Druck konkretisieren und ob Europa geschlossen bleibt.
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FAQ
Warum gibt Trump Selenskyj die Schuld?
Trump argumentiert, Moskau sei verhandlungsbereit, Kiew hingegen nicht. Diese Einschätzung widerspricht jedoch vielen westlichen Analysen.
Gibt es derzeit direkte Friedensverhandlungen?
Nein. Es existieren keine formellen Gespräche zwischen Russland und der Ukraine über einen Waffenstillstand.
Was bedeutet das jetzt konkret für die Ukraine?
Der politische Druck aus den USA steigt, insbesondere bei Fragen zu Sicherheitsgarantien und möglichen Zugeständnissen.
Welche Rolle spielt Europa?
Europa arbeitet an Sicherheitsmechanismen für die Zeit nach einem Waffenstillstand, steht aber Trumps Darstellung überwiegend kritisch gegenüber.
Ist kurzfristig ein Durchbruch realistisch?
Derzeit nicht. Ohne formelles russisches Angebot bleiben Fortschritte unwahrscheinlich.
Quellen:
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Interview von US-Präsident Donald Trump mit der Nachrichtenagentur Reuters (Oval Office, Januar 2026)
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Stellungnahmen des Kremls, Sprecher Dmitri Peskow
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Öffentliche Erklärungen der ukrainischen Regierung und von Präsident Wolodymyr Selenskyj
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Berichte und Einschätzungen westlicher Regierungsstellen und europäischer Diplomaten
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Veröffentlichungen und Lageeinschätzungen US-amerikanischer Nachrichtendienste
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Medienberichte zu Gesprächen der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner
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Berichterstattung internationaler Leitmedien zum Ukraine-Krieg und zu diplomatischen Initiativen