Eterna schließt Werk in Passau

Eterna schließt Werk in Passau
Die Eterna-Insolvenz trifft Passau © Presse.Online

Eterna-Insolvenz: Nach 163 Jahren endet die Produktion in Passau 400 Jobs betroffen

Der Hemden- und Blusenhersteller Eterna stellt im Sommer 2026 seinen Betrieb in Passau ein. Betroffen sind rund 400 Beschäftigte und eine der letzten Traditionsmarken der deutschen Bekleidungsindustrie.

Was ist passiert?

Die Geschäftsführung der Eterna Mode GmbH teilte mit, dass eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs in Passau ausgeschlossen sei. Der im Rahmen des Insolvenzverfahrens gestartete Verkaufsprozess blieb erfolglos.

Bereits im Dezember hatte das Unternehmen Insolvenz beantragt. Laut Angaben der Geschäftsführung gab es mehr als 20 Interessenten. Doch kein Investor wollte das Unternehmen in seiner Gesamtheit übernehmen. Der Gläubigerausschuss stimmte der geplanten Schließung bis Sommer 2026 zu. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest.

Veräußert werden soll lediglich die Marke „Eterna“. Sie könnte künftig von einem anderen Unternehmen genutzt werden unabhängig vom bisherigen Produktionsstandort.

Ein Traditionsunternehmen am strukturellen Limit

Eterna wurde 1863 in Wien gegründet, 1927 eröffnete der Hauptsitz in Passau. Das Unternehmen zählte zu den wenigen verbliebenen Traditionsfirmen der deutschen Textilbranche.

Bereits 2021 hatte Eterna ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Dennoch verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage weiter. Die Geschäftsführung verweist auf die anhaltend schwierigen Marktbedingungen im Modehandel.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie seit Jahren rückläufig. Hohe Energiepreise, internationale Konkurrenz und verändertes Konsumverhalten setzen Hersteller zunehmend unter Druck.

Perspektiven: Unternehmen und Region

Die Geschäftsführung erklärte in einer Mitteilung:

„Eine Weiterführung des Geschäftsbetriebes der Eterna in Passau ist leider ausgeschlossen.“

Der Insolvenzverwalter bestätigte laut übereinstimmenden Berichten regionaler Medien, dass der Investorenprozess ohne Ergebnis beendet wurde.

Für die Stadt Passau bedeutet die Schließung einen spürbaren Einschnitt. Ein Unternehmenssprecher der Stadt Passau teilte mit, man stehe im Austausch mit Arbeitsagentur und Wirtschaftsförderung, um Perspektiven für die Beschäftigten zu prüfen.

Die Gewerkschaft IG Metall verweist seit Jahren auf den zunehmenden Druck auf textile Produktionsstandorte in Deutschland. Besonders mittelständische Hersteller stünden vor strukturellen Herausforderungen durch Globalisierung und sinkende Margen im Einzelhandel.

Warum das jetzt besonders relevant ist

Die Eterna-Insolvenz ist mehr als ein Einzelfall. Sie steht exemplarisch für drei Entwicklungen:

  1. Strukturwandel im Modehandel: Büro- und Geschäftsbekleidung hat seit der Pandemie an Bedeutung verloren. Homeoffice reduzierte die Nachfrage nach klassischen Business-Hemden.

  2. Kostenbelastung in Deutschland: Energie-, Personal- und Logistikkosten sind gestiegen.

  3. Investoren-Zurückhaltung: Selbst traditionsreiche Marken gelten als risikobehaftet, wenn keine tragfähige Neupositionierung erkennbar ist.

Was sich jetzt entscheidet, ist die Frage, ob die Marke Eterna künftig nur noch als Label ohne eigene Produktion existiert oder ob ein Käufer zumindest Teile des Geschäftsmodells neu aufstellt.

Was das konkret bedeutet

  • Für Beschäftigte: Rund 400 Arbeitsplätze am Standort Passau stehen vor dem Aus.

  • Für Verbraucher: Die Marke könnte weiterbestehen Herkunft und Produktionsstandort könnten sich jedoch ändern.

  • Für die Region: Verlust eines traditionsreichen Arbeitgebers mit wirtschaftlicher Strahlkraft.

  • Für den Einzelhandel: Weitere Konzentration auf internationale Anbieter und große Konzerne.

  • Für die Politik: Die Diskussion über Industriepolitik und Produktionsstandorte in Deutschland gewinnt neue Aktualität.

Fazit & Ausblick

Mit der Eterna-Insolvenz endet in Passau ein Kapitel deutscher Textilgeschichte. Ob die Marke unter neuer Führung fortgeführt wird, bleibt offen.

Entscheidend wird sein, ob ein Investor die Marke strategisch neu positioniert oder sie lediglich als Vertriebslabel nutzt. Für die Region und die Beschäftigten beginnt nun eine Phase der Neuorientierung.

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FAQ zur Eterna-Insolvenz

Wann schließt Eterna in Passau?
Die Schließung ist bis Sommer 2026 geplant. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Wie viele Beschäftigte sind betroffen?
Rund 400 Mitarbeitende am Hauptsitz in Passau.

Bleibt die Marke Eterna erhalten?
Der Markenname soll verkauft werden. Eine Fortführung ist möglich, jedoch ohne Garantie für Produktion in Passau.

Warum ist Eterna insolvent?
Das Unternehmen kämpfte mit strukturellen Marktproblemen, hoher Kostenbelastung und veränderter Nachfrage im Modehandel.

Gab es Investoren?
Nach Unternehmensangaben lagen über 20 Interessensbekundungen vor, jedoch ohne erfolgreichen Abschluss.

Quellen

  • Unternehmensmitteilung Eterna Mode GmbH

  • Angaben des Insolvenzverwalters

  • Statistisches Bundesamt zur Textil- und Bekleidungsindustrie

  • Berichterstattung regionaler Medien („Passauer Neue Presse“)

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