39 Tote bei Zugunglück nahe Córdoba
Jetzt 39 Tote in Spanien: Hochgeschwindigkeits-Zug nahe Córdoba entgleist
Ein Hochgeschwindigkeitszug ist am Sonntagabend in Südspanien entgleist und mit einem entgegenkommenden Personenzug kollidiert. 39 Menschen kamen ums Leben, rund 75 wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich nahe Córdoba auf einer Strecke, die erst kürzlich saniert worden war.
Zugunglück nahe Córdoba: Was bisher bekannt ist
Nach Angaben spanischer Behörden entgleiste gegen 19.39 Uhr ein Hochgeschwindigkeitszug der privaten Bahngesellschaft Iryo auf der Strecke von Málaga nach Madrid. Der Unfall ereignete sich im Gemeindegebiet von Adamuz, rund 30 Kilometer nordöstlich von Córdoba.
Demnach sprangen an einer Weiche die letzten drei Waggons aus den Schienen. Der hinterste Wagen kippte zur Seite, geriet auf das Nachbargleis und prallte gegen einen entgegenkommenden Regionalzug der staatlichen Bahn. Auch dessen erste beiden Waggons entgleisten. In beiden Zügen gab es Todesopfer, unter ihnen auch ein Lokführer.
Nach offiziellen Angaben befanden sich 317 Passagiere im Hochgeschwindigkeitszug. 73 Verletzte wurden in sechs Krankenhäuser eingeliefert, 15 von ihnen erlitten schwere Verletzungen.
Dramatische Rettung unter extremen Bedingungen
Unmittelbar nach dem Zusammenstoß begann eine großangelegte Rettungsaktion. Augenzeugen berichten, dass über Lautsprecher nach Ärzten an Bord gefragt wurde. Zugbegleiter schlugen mit Nothämmern Fensterscheiben ein und halfen Fahrgästen, die schräg liegenden Waggons zu verlassen.
Feuerwehr und Rettungsdienste arbeiteten bis tief in die Nacht. Die Lage vor Ort sei „extrem schwierig“ gewesen, da die Wagen verdreht und ineinander verkeilt waren. Fünf mobile Intensivstationen, mehrere Notfallfahrzeuge sowie spezialisierte Rettungseinheiten kamen zum Einsatz. Neben Schnitt- und Quetschwunden wurden auch offene Knochenbrüche versorgt.
Auch Anwohner aus Adamuz, darunter der Bürgermeister, unterstützten die Einsatzkräfte. Unverletzte Fahrgäste wurden mit Bussen evakuiert und psychologisch betreut.
Hochgeschwindigkeitsnetz unter Druck
Spanien verfügt über eines der größten Hochgeschwindigkeitsnetze Europas. Die eingesetzten Züge vom Typ Frecciarossa, italienischer Bauart, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h und gelten als technisch modern.
Umso größer ist die Verunsicherung. Verkehrsminister Óscar Puente erklärte am Montagmorgen, zur Unfallursache könne man derzeit keine Angaben machen. Der Vorfall werde von Experten als „äußerst ungewöhnlich“ bewertet, da er sich auf einem geraden Streckenabschnitt ereignete, der im Mai 2025 umfassend saniert worden sei. Nach Ministeriumsangaben wurden rund 700 Millionen Euro investiert, die Strecke habe sich in „einwandfreiem Zustand“ befunden.
Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde vorerst eingestellt, laufende Züge zu ihren Ausgangsbahnhöfen zurückgeführt.
Analyse: Warum dieses Unglück besondere Bedeutung hat
Das Zugunglück trifft Spanien an einem sensiblen Punkt. Hochgeschwindigkeitsbahnen gelten als Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität und als Alternative zum Flugverkehr. Ein Unfall dieser Dimension wirft Fragen nach Wartung, Sicherheitssystemen und Aufsicht auf insbesondere bei privatisierten Anbietern.
Politisch dürfte der Druck steigen, die Rolle privater Bahngesellschaften strenger zu regulieren. Für Reisende steht zudem das Vertrauen in ein Verkehrsmittel auf dem Spiel, das bislang als verlässlich galt.
Fazit
Die Ermittlungen zur Ursache der Entgleisung stehen erst am Anfang. Klar ist bereits jetzt: Das Unglück nahe Córdoba wird Konsequenzen für den spanischen Bahnverkehr und die Sicherheitsdebatte in Europa haben. Bis Ergebnisse vorliegen, bleibt der Hochgeschwindigkeitsverkehr in der Region stark eingeschränkt.
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FAQ
Was ist bei dem Zugunglück in Spanien passiert?
Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleiste nahe Córdoba an einer Weiche und kollidierte mit einem entgegenkommenden Personenzug.
Wie viele Menschen kamen ums Leben?
Nach aktuellen Behördenangaben starben 39 Menschen, rund 75 wurden verletzt.
Wo ereignete sich der Unfall genau?
Im Gemeindegebiet Adamuz, rund 30 Kilometer nordöstlich von Córdoba in Andalusien.
Ist die Unfallursache bekannt?
Nein. Die Ermittlungen laufen, offizielle Stellen äußern sich bislang nicht zur Ursache.
Welche Folgen hat das Unglück für den Bahnverkehr?
Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde vorläufig eingestellt.
Quellen:
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Spanisches Verkehrsministerium, offizielles Statement (Montag, Ortszeit)
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Angaben regionaler Rettungsdienste und Feuerwehr Andalusien
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Berichte spanischer Leitmedien und Nachrichtenagenturen (u. a. EFE)