Autofahren wird teurer – Mobilität unter Druck

Autofahren wird teurer – Mobilität unter Druck
Autofahren bleibt unverzichtbar, wird aber zunehmend teurer © Presse.Online

Sorge um Mobilität: Warum Autofahren teurer wird und was das für den Alltag bedeutet

Autofahren in Deutschland wird wieder intensiver genutzt, gleichzeitig aber immer schwerer bezahlbar. Das betrifft Millionen Berufspendler und hat spürbare Folgen für Mobilität, Wirtschaft und soziale Teilhabe.

Faktenlage: Mehr Kilometer, ältere Autos

Die durchschnittliche Jahresfahrleistung privater Pkw-Halter ist laut DAT-Report 2026 erneut gestiegen: auf 13.140 Kilometer (2025: 12.560 Kilometer). Den größten Zuwachs verzeichnete der Arbeitsweg. Für rund 80 Prozent der Befragten bleibt das Auto unverzichtbar insbesondere außerhalb urbaner Zentren.

Parallel dazu altert der Fahrzeugbestand weiter. 76 Prozent der Pkw-Halter geben an, ihr Auto bewusst länger zu fahren. Gründe sind hohe Anschaffungskosten, Unsicherheiten bei neuen Antriebstechnologien und politische Rahmenbedingungen, insbesondere rund um die Elektromobilität.

Kaufentscheidungen unter Kostendruck

Autokäufe erfolgen zunehmend aus Notwendigkeit. 80 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer und rund 70 Prozent der Neuwagenkäufer gaben an, dass der Kauf ihres aktuellen Fahrzeugs alternativlos gewesen sei. Häufig waren Kaufentscheidungen zuvor aufgeschoben worden.

Hohe Reparaturkosten spielen dabei eine zentrale Rolle: Bei 33 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer waren sie der Auslöser für den Fahrzeugwechsel. Gleichzeitig beeinflussen Preise die Auswahl stark: Rund 60 Prozent der Käufer entschieden sich am Ende für ein anderes Modell, einen anderen Antrieb oder eine andere Marke als ursprünglich geplant.

Mit durchschnittlich 18.310 Euro für einen Gebrauchtwagen und 44.560 Euro für einen Neuwagen bleiben die Preise hoch. 49 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer mussten ihr Fahrzeug finanzieren.

Elektromobilität: Interesse ja, Umsetzung zögerlich

Zwar haben 30 Prozent der Pkw-Halter bereits ein reines Elektroauto gefahren ein deutlicher Anstieg. Dennoch bestehen Vorbehalte. 72 Prozent sagen, ein E-Auto komme nur infrage, wenn Laden zu Hause möglich sei. Hinzu kommen Sorgen über Wiederverkaufswert, Reparaturkosten und eine aus Sicht vieler noch unzureichende Ladeinfrastruktur.

Wartung und Reparaturen: Sparen am falschen Ende?

Die Kosten für Wartung und Reparatur sind deutlich gestiegen. Eine Wartung kostete 2025 im Schnitt 542 Euro, eine Reparatur 604 Euro rund 27 bis 30 Prozent mehr als 2020. Gleichzeitig sank die Reparaturhäufigkeit auf 0,35 Reparaturen pro Pkw, einen historischen Tiefstwert.

Knapp 60 Prozent der Halter passen ihr Verhalten an: Sie reparieren nur das Nötigste, suchen Hilfe im Bekanntenkreis oder wechseln zu günstigeren Werkstätten. Dennoch sagen 90 Prozent, ihr Auto müsse technisch einwandfrei sein ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitsanspruch und Kostenrealität.

Perspektiven: Institutionen und Betroffene

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH verweist darauf, dass Mobilität für viele Menschen eine Grundvoraussetzung für Erwerbsarbeit bleibt. Pendelwege, besonders im ländlichen Raum, lassen sich oft nicht durch öffentliche Verkehrsmittel ersetzen.

Aus Sicht vieler Halter wächst hingegen die Sorge: 44 Prozent geben an, Angst zu haben, sich das Auto künftig nicht mehr leisten zu können. Mobilität wird zunehmend als Luxus wahrgenommen mit potenziellen sozialen Folgen.

Analyse: Warum das Thema jetzt relevant ist

Der DAT-Report 2026 macht deutlich, dass sich Mobilität in Deutschland an einem Wendepunkt befindet. Steigende Kosten treffen auf strukturelle Abhängigkeit vom Auto. Kurzfristig führt das zu längeren Nutzungszyklen und weniger Reparaturen. Mittelfristig könnten Sicherheitsrisiken, sinkende Neuwagenverkäufe und eine soziale Spaltung bei der Mobilität folgen.

Für Politik und Wirtschaft stellt sich die Frage, wie bezahlbare Mobilität gesichert werden kann durch stabilere Rahmenbedingungen, technologieoffene Förderung und den Ausbau alternativer Angebote, ohne die Bedürfnisse der Pendler aus dem Blick zu verlieren.

Fazit & Ausblick

Autofahren bleibt für viele Menschen unverzichtbar, wird aber spürbar teurer. Der DAT-Report zeigt: Mobilität steht unter Kostendruck. Entscheidend wird sein, wie Politik, Industrie und Kommunen darauf reagieren und ob Mobilität künftig bezahlbar bleibt.

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FAQ

Warum fahren die Menschen wieder mehr Auto?
Vor allem der Arbeitsweg ist länger oder nicht ausreichend durch den ÖPNV abgedeckt. Für viele bleibt das Auto alternativlos.

Warum behalten viele ihr Auto länger?
Hohe Neuwagenpreise, Unsicherheiten bei Elektromobilität und gestiegene Reparaturkosten führen dazu, dass Fahrzeuge länger genutzt werden.

Wird Elektromobilität akzeptiert?
Das Interesse wächst, doch fehlende Ladeinfrastruktur und Kostenrisiken bremsen die Kaufbereitschaft.

Warum werden weniger Reparaturen durchgeführt?
Steigende Kosten führen dazu, dass Halter nur noch notwendige Reparaturen durchführen lassen.

Ist Mobilität ein soziales Risiko?
Laut Umfrage fürchten viele, sich das Auto künftig nicht mehr leisten zu können mit möglichen Folgen für Teilhabe und Arbeitsmarkt.

Quellen & Fact-Checking

  • DAT-Report 2026, Deutsche Automobil Treuhand GmbH

  • Angaben der Deutschen Automobil Treuhand GmbH zur Befragung 2025

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