Weltuntergangsuhr rückt vor – Risiken wachsen
Warum die Weltuntergangsuhr näher rückt und was das für Politik und Gesellschaft bedeutet
Die Weltuntergangsuhr steht nun auf 85 Sekunden vor Mitternacht. Das signalisiert nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine so hohe globale Gefahrenlage wie nie zuvor mit Folgen für internationale Sicherheit und politische Entscheidungen.
Fakten & Kontext
Die sogenannte Weltuntergangsuhr wird jährlich vom Bulletin of the Atomic Scientists gestellt. Sie ist ein symbolisches Instrument, das das Risiko einer menschengemachten globalen Katastrophe abbilden soll. Mit der aktuellen Entscheidung rücken die Zeiger näher an Mitternacht als jemals zuvor seit Einführung der Uhr im Jahr 1947.
Als Hauptgründe nennen die Forscherinnen und Forscher mehrere sich überlagernde Krisen: das aggressive Auftreten von Atommächten wie Russland, China und den USA, den anhaltenden Krieg in der Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten, die fortschreitende Klimakrise sowie schwer kalkulierbare Risiken durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Bereits in den vergangenen Jahren war die Uhr schrittweise von 100 auf 90 und zuletzt auf 89 Sekunden vor Mitternacht vorgerückt.
Nach Angaben des Bulletins steigt damit das Risiko, dass sich die Menschheit durch einen Atomkrieg oder irreversible Klimafolgen selbst massiv schädigt oder zerstört, weiter an.
Perspektiven
Auch die Vereinten Nationen reagieren mit Sorge. Stéphane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, erklärte in New York, es sei notwendig, dass insbesondere atomar bewaffnete Staaten zu glaubwürdigen Abrüstungsbemühungen zurückkehrten. Nur so ließen sich Spannungen abbauen und die symbolische Uhr wieder zurückstellen.
Die Wissenschaftler des Bulletins betonen zugleich, dass die Uhr keine Prognose im mathematischen Sinn sei, sondern eine fundierte Einschätzung der globalen Risikolage. Sie solle politische Entscheidungsträger und Öffentlichkeit wachrütteln, nicht lähmen.
Analyse & Einordnung
Warum ist das Thema gerade jetzt so relevant? Die aktuelle Zeigerstellung spiegelt eine Phase wider, in der mehrere globale Krisen nicht nur parallel existieren, sondern sich gegenseitig verstärken. Geopolitische Konflikte binden politische Aufmerksamkeit und Ressourcen, während langfristige Herausforderungen wie Klimaschutz oder Rüstungskontrolle in den Hintergrund geraten.
Für die Politik bedeutet das wachsenden Handlungsdruck: Rüstungskontrollabkommen, internationale Kooperation beim Klimaschutz und Regeln für neue Technologien gewinnen an strategischer Bedeutung. Für Wirtschaft und Gesellschaft steigen zugleich Unsicherheiten etwa durch geopolitische Spannungen, Energiepreise oder technologische Risiken, die kaum reguliert sind.
Im Alltag zeigt sich das weniger durch konkrete Maßnahmen als durch ein insgesamt fragiler werdendes Sicherheitsgefühl. Die Uhr fungiert hier als verdichtetes Warnsignal für strukturelle Probleme, die langfristig Stabilität und Wohlstand beeinflussen können.
Fazit & Ausblick
Die neue Stellung der Weltuntergangsuhr ist kein Alarm mit festem Ablaufdatum, sondern eine Mahnung. Sie zeigt, wie angespannt die globale Lage aus Sicht der Wissenschaft ist. Entscheidend wird sein, ob politische Akteure auf internationaler Ebene wieder stärker auf Kooperation, Risikominimierung und Prävention setzen. Die nächste Neubewertung der Uhr wird zeigen, ob sich dieser Kurs ändert.
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FAQ
Was ist die Weltuntergangsuhr?
Ein symbolisches Instrument des Bulletin of the Atomic Scientists, das das Risiko globaler menschengemachter Katastrophen einschätzt.
Was bedeutet „85 Sekunden vor Mitternacht“ konkret?
Es ist die höchste jemals festgelegte Gefahrenstufe seit Einführung der Uhr 1947.
Wer entscheidet über die Stellung der Uhr?
Ein Gremium aus Wissenschaftlern und Sicherheitsexperten des Bulletins, unterstützt von Nobelpreisträgern.
Ist das eine konkrete Vorhersage eines Weltuntergangs?
Nein. Die Uhr ist eine symbolische Einschätzung, keine zeitliche Prognose.
Kann die Uhr wieder zurückgestellt werden?
Ja. In früheren Jahrzehnten wurde sie bei Entspannung und Abrüstung auch wieder zurückgedreht.
Quellen
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Bulletin of the Atomic Scientists, Jahresstatement zur Weltuntergangsuhr
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Vereinte Nationen, Sprechererklärung von Stéphane Dujarric
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Historische Dokumentation der Weltuntergangsuhr (seit 1947)