Makarska stoppt Alkohol-Einkauf am Abend

Makarska stoppt Alkohol-Einkauf am Abend
Systembild: Makarska beschränkt den Alkoholverk8c9a9auf in Geschäften künftig zwischen 21 und 6 Uhr. Bars und Restaurants bleiben ausgenommen © Presse.Online

Kroatien: Makarska verbietet nächtlichen Alkoholverkauf

Makarska schränkt als erste Stadt Kroatiens den nächtlichen Alkoholverkauf im Einzelhandel ein. Urlauber und Einwohner können alkoholische Getränke zwischen 21 und 6 Uhr nicht mehr in Geschäften kaufen in Bars und Restaurants bleibt der Verkauf erlaubt.

Was passiert ist

Der Stadtrat von Makarska hat am 14. Juli 2026 eine Beschränkung für den Verkauf alkoholischer Getränke beschlossen. Sie gilt nach Angaben der Stadtverwaltung im gesamten Stadtgebiet und erfasst Geschäfte sowie andere Verkaufsstellen.

Dazu zählen neben Supermärkten auch spezialisierte Getränkeläden, Tabakgeschäfte, Souvenirläden und Bäckereien, sofern sie alkoholische Getränke anbieten. Das allgemeine Ladengeschäft darf weiterlaufen. Untersagt ist während der Sperrzeit lediglich der Verkauf von Alkohol.

Gastronomiebetriebe sind von der Entscheidung ausdrücklich ausgenommen. Restaurants, Bars, Cafés und andere bewirtete Betriebe dürfen alkoholische Getränke weiterhin im Rahmen ihrer zulässigen Öffnungszeiten verkaufen und ausschenken.

Makarska reagiert damit auf Probleme, die nach Darstellung der Stadt besonders während der Sommersaison auftreten. In der Altstadt und im Bereich des Stadtstrandes komme es nachts zu größeren Ansammlungen, Alkoholkonsum auf öffentlichen Flächen, Lärm, unangemessenem Verhalten und erhöhtem Müllaufkommen. Auch Beeinträchtigungen der historischen Altstadt werden als Grund genannt.

Bürgermeister Zoran Paunović erklärte laut der kroatischen Nachrichtenagentur Hina, die Stadt wolle nicht „um des Verbietens willen“ handeln. Ziel seien Ordnung, Ruhe und ein angenehmes Umfeld für Einwohner und Gäste.

Rechtsgrundlage sind Änderungen des kroatischen Handelsgesetzes, die am 17. Juni 2026 in Kraft traten. Sie erlauben Städten und Gemeinden, den Alkoholverkauf in Geschäften zeitlich einzuschränken, wenn dies dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, der öffentlichen Ordnung, des kulturellen Erbes oder der Umwelt dient.

Warum das Alkoholverbot in Makarska relevant ist

Die Entscheidung betrifft einen zentralen Konflikt vieler stark besuchter Urlaubsorte: Tourismus schafft Einkommen, kann das Leben der Bevölkerung in der Hauptsaison aber erheblich belasten. Besonders günstiger Alkohol aus spät geöffneten Geschäften wird häufig nicht dort, sondern auf Straßen, Plätzen oder am Strand konsumiert.

Makarska setzt deshalb nicht beim Alkoholkonsum insgesamt an. Die Stadt begrenzt gezielt dessen nächtliche Verfügbarkeit außerhalb kontrollierter Gastronomiebetriebe. Damit soll verhindert werden, dass öffentliche Flächen zu dauerhaften Treffpunkten für nächtliches Trinken werden.

Für Reisende bedeutet die Regelung keine vollständige Alkoholprohibition. Wer nach 21 Uhr Bier, Wein oder Spirituosen trinken möchte, kann dies weiterhin in einem gastronomischen Betrieb tun. Nicht mehr möglich ist der späte Einkauf im Supermarkt oder in einem anderen Laden.

Die Maßnahme ist auch über Makarska hinaus relevant. Das kroatische Parlament hat den Kommunen erst im Juni die notwendige Entscheidungsbefugnis übertragen. Makarska nutzt diese Möglichkeit nun als erste Stadt. Split und Zadar haben nach kroatischen Medienberichten ebenfalls vergleichbare Schritte angekündigt oder erwogen. Auch Hvar beschäftigt sich mit Maßnahmen gegen nächtliche Belastungen durch den Partytourismus.

Damit könnte Makarska zu einem Testfall werden: Gelingt es, Beschwerden, Müll und Störungen zu verringern, dürften weitere Urlaubsorte ähnliche Beschränkungen prüfen.

Was daraus folgt

Einzelhändler müssen den Verkauf alkoholischer Getränke während der Sperrzeit organisatorisch verhindern. Ob dies durch Absperrungen, technische Kassensperren oder andere Maßnahmen geschieht, wird in den bislang vorliegenden Berichten nicht näher erläutert.

Die Einhaltung soll durch Inspektoren der kroatischen staatlichen Aufsichtsbehörde kontrolliert werden. Die Stadt muss den Beschluss nach Angaben von Hina innerhalb von 15 Tagen nach seiner Verabschiedung an die Behörde übermitteln.

Für Bars und Restaurants kann die Regelung indirekte wirtschaftliche Auswirkungen haben. Wenn Alkohol nach 21 Uhr nur noch dort erhältlich ist, könnte sich ein Teil der Nachfrage in die Gastronomie verlagern. Ob dies tatsächlich geschieht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht belastbar beurteilen.

Die Stadt verspricht sich vor allem weniger Lärm, Abfall und unangemessenes Verhalten auf öffentlichen Flächen. Ein unmittelbarer Erfolg ist jedoch nicht garantiert. Bereits vorher gekaufter Alkohol kann weiterhin mitgeführt werden. Die Verkaufsbeschränkung ersetzt deshalb weder Kontrollen im öffentlichen Raum noch die Durchsetzung bestehender Ordnungsregeln.

Was noch offen ist

Das genaue Datum, ab dem die Regelung verbindlich anzuwenden ist, wird in den zugänglichen Berichten nicht einheitlich genannt. Der kroatische Rundfunk HRT berichtete am 15. Juli, der Beschluss solle innerhalb weniger Tage in Kraft treten.

Auch die konkrete Höhe möglicher Bußgelder geht aus dem veröffentlichten Beschlussbericht nicht eindeutig hervor. HRT spricht von Strafen, die mehrere Tausend Euro erreichen können. Eine belastbare Zuordnung einzelner Verstöße zu bestimmten Bußgeldhöhen liegt derzeit nicht vor.

Unklar bleibt zudem, wie intensiv die Einhaltung während der laufenden Urlaubssaison kontrolliert wird. Ebenso offen ist, anhand welcher Daten Makarska später bewerten will, ob die Einschränkung Lärm, Müll oder ordnungswidriges Verhalten tatsächlich reduziert.

Fazit und Ausblick

Makarska beschließt kein allgemeines Alkoholverbot, sondern eine zeitlich begrenzte Verkaufssperre für den Einzelhandel. Zwischen 21 und 6 Uhr bleibt Alkohol in Bars und Restaurants erhältlich, nicht jedoch in Supermärkten und anderen Läden.

Die Stadt versucht damit, die Interessen von Tourismus, Gastronomie und Bevölkerung neu auszubalancieren. Ob die Maßnahme die nächtlichen Belastungen wirksam senkt, wird sich erst nach praktischen Erfahrungen und belastbaren Kontrollen zeigen. Sicher ist bereits: Andere kroatische Urlaubsorte werden genau beobachten, welche Wirkung das Modell von Makarska entfaltet.

Faktenüberblick

Thema: Nächtliche Beschränkung des Alkoholverkaufs
Ereignis / Entscheidung: Verkaufssperre für alkoholische Getränke im Einzelhandel
Datum / Zeitraum: Beschluss vom 14. Juli 2026; täglich von 21 bis 6 Uhr
Ort / Region: Makarska, dalmatinische Adriaküste, Kroatien
Zentrale Akteure: Stadtrat von Makarska, Bürgermeister Zoran Paunović, staatliche Aufsichtsbehörde
Betroffene: Einzelhändler, Einwohner und Reisende
Wichtigste Folge: Nach 21 Uhr kein Alkoholverkauf in Geschäften; Gastronomie bleibt ausgenommen
Stand der Informationen: Beschluss gefasst; genauer Geltungsbeginn und Vollzugsdetails noch nicht vollständig veröffentlicht

Konkrete Folgen auf einen Blick

  • Reisende sollten alkoholische Getränke für den privaten Gebrauch vor 21 Uhr einkaufen.
  • Bars und Restaurants dürfen Alkohol weiterhin verkaufen und ausschenken.
  • Geschäfte können nachts geöffnet bleiben, dürfen dann aber keinen Alkohol abgeben.
  • Die Beschränkung gilt nach aktuellem Stand im gesamten Stadtgebiet von Makarska.
  • Bei Verstößen drohen Kontrollen und Bußgelder nach kroatischem Recht.

Offene Punkte im Überblick

  • Noch offen ist das genaue Datum des verbindlichen Inkrafttretens.
  • Unklar bleibt, welche konkreten Bußgelder bei einzelnen Verstößen verhängt werden.
  • Weitere Angaben zur technischen Umsetzung in den Geschäften liegen bislang nicht vor.
  • Nicht absehbar ist, ob die Maßnahme Lärm und Alkoholkonsum im öffentlichen Raum messbar reduziert.
  • Offen bleibt, wann Split, Zadar oder andere kroatische Kommunen vergleichbare Regeln beschließen.

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FAQ

Gilt in Makarska ein vollständiges Alkoholverbot?

Nein. Verboten wird nur der Verkauf alkoholischer Getränke in Geschäften zwischen 21 und 6 Uhr.

Dürfen Bars und Restaurants weiterhin Alkohol verkaufen?

Ja. Gastronomiebetriebe sind von der nächtlichen Verkaufssperre ausgenommen.

Gilt die Regelung nur in der Altstadt?

Nein. Nach Angaben der Stadtverwaltung gilt sie im gesamten Stadtgebiet von Makarska.

Welche Geschäfte sind betroffen?

Betroffen sind unter anderem Supermärkte, Getränkeläden, Bäckereien, Souvenirgeschäfte und Tabakläden, sofern sie Alkohol verkaufen.

Warum führt Makarska die Beschränkung ein?

Die Stadt will nächtlichen Lärm, Müll, Alkoholkonsum auf öffentlichen Flächen und Störungen der öffentlichen Ordnung reduzieren.

Drohen bei Verstößen Strafen?

Ja. Die Einhaltung soll staatlich kontrolliert werden. HRT berichtet von möglichen Strafen in Höhe von mehreren Tausend Euro; konkrete Bußgeldstufen sind bislang nicht verlässlich veröffentlicht.

Quellen

Die Aussagen von Bürgermeister Zoran Paunović werden durch HRT sowie Berichte unter Berufung auf die kroatische Nachrichtenagentur Hina dokumentiert. Eine deutschsprachige amtliche Fassung des kommunalen Beschlusses lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

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