10 Euro für 100 Länder? Was Simsalasim bisher zusagt
Simsalasim: Was über den 10-Euro-Welttarif bekannt ist
Xing-Gründer Lars Hinrichs bereitet mit Simsalasim einen international nutzbaren Mobilfunktarif vor. Nach Medienberichten sollen zehn Euro im Monat für unbegrenztes mobiles Internet in rund 100 Ländern reichen. Telefonie und SMS sind demnach für etwa 50 Länder vorgesehen. Noch handelt es sich um angekündigte Leistungen.
Neue Aufmerksamkeit erhält das Vorhaben durch einen BILD-Bericht vom 6. Oktober. Die Zeitung beruft sich auf interne Unterlagen zur Länderabdeckung. Eine vollständige, vom Anbieter verbindlich veröffentlichte Tarifliste lässt sich daraus für diese Recherche jedoch nicht überprüfen.
Die Länderliste ist noch keine verbindliche Tarifzusage
BILD kündigt Einzelheiten zu unterschiedlichen Listen für Daten, Telefonate und SMS an. Auch mögliche Zusatzpakete und noch ungeklärte Fragen zu Kanada werden im frei zugänglichen Artikelvorspann erwähnt. Die konkreten Länderaufstellungen stehen im kostenpflichtigen Beitrag; die zugrunde liegenden Unterlagen liegen Presse.Online nicht vor.
Für Reisende kommt es auf die genaue Zuordnung an: Ist das Reiseziel beim Datenpaket enthalten? Gelten dort auch die angekündigten Leistungen für Anrufe und SMS? Und welche Nutzung würde einen Aufpreis auslösen? Eine pauschale Angabe zur Zahl der Länder beantwortet diese Fragen noch nicht.
Auch der Begriff „Welttarif“ braucht deshalb eine Einschränkung. Angekündigt ist eine Abdeckung in rund 100 Ländern, keine uneingeschränkte Nutzung in jedem Staat.
In Deutschland gibt es bislang eine Warteliste
Auf seiner deutschen Website erklärt Simsalasim ausdrücklich, dass der Dienst hier noch nicht gestartet ist. Interessenten können ihre E-Mail-Adresse hinterlassen und sollen informiert werden, sobald sie ihre Simsalasim-eSIM installieren können. Die Anmeldung wird als unverbindlich beschrieben; eine Zahlungsverpflichtung besteht dabei nicht. Einen konkreten Starttermin nennt die öffentlich zugängliche Seite nicht.
Ein amtlich belegbarer Vorbereitungsschritt ist bereits erfolgt: Die Bundesnetzagentur führt die Simsalasim Germany GmbH als Inhaberin des Mobilfunk-Rufnummernblocks 015333. Die veröffentlichte Liste trägt den Stand 25. August 2025. Diese Zuteilung bestätigt allerdings weder den angekündigten Preis noch die internationale Länderabdeckung.
Bei „unbegrenzt“ fehlen noch überprüfbare Bedingungen
Wie die Datenflatrate im Alltag ausgestaltet sein wird, lässt sich bislang nicht abschließend beurteilen. Das Fachmedium connect verweist auf fehlende Details zu möglichen Geschwindigkeitsbegrenzungen, den verfügbaren Datenraten und weiteren Einschränkungen bei der internationalen Nutzung.
FOCUS online berichtet unter Berufung auf die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, dass keine Drosselung vorgesehen sei. Zugleich soll die Nutzung des Smartphones als Hotspot für andere Geräte ausgeschlossen sein. Auch diese Angaben sind zunächst berichtete Planungen und sollten vor einer Buchung mit den endgültigen Vertragsbedingungen abgeglichen werden.
Für einen belastbaren Tarifvergleich fehlen damit noch wesentliche Angaben: die verbindliche Länderabdeckung je Leistung, mögliche Zusatzkosten und die genauen Nutzungsbedingungen. Erst wenn Simsalasim diese veröffentlicht, lässt sich prüfen, für wen das angekündigte Zehn-Euro-Angebot tatsächlich passt.
Quellen und Transparenz
Primärquellen
- Simsalasim: deutsche Anbieterwebsite und Warteliste Unternehmensangaben zum Startstatus, abgerufen am 6. Oktober 2026.
- Bundesnetzagentur: Zugeteilte Rufnummernblöcke für mobile Dienste amtliche Übersicht, ausgewiesener Stand: 25. August 2025.
Ergänzende Medienberichte
- BILD: Neue Details zur Mobilfunk-Revolution 6. Oktober 2026; ausgewertet wurde der frei zugängliche Vorspann.
- connect: Neuer eSIM-Anbieter Simsalasim plant Deutschlandstart 5. Oktober 2026.
- FOCUS online: Xing-Gründer Lars Hinrichs startet Mobilfunk für 10 Euro ergänzender Bericht unter Berufung auf die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Transparenz: Presse.Online hat den Tarif nicht getestet. Die von BILD beschriebenen internen Länderlisten lagen der Redaktion nicht vor. Preis und Leistungsumfang werden deshalb als angekündigte Konditionen dargestellt.
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