Häusliche Gewalt in Berlin: 24 Todesopfer im Jahr 2025
Häusliche Gewalt: Zahl der Todesopfer in Berlin steigt
In Berlin starben 2025 nach einer rbb-Recherche 24 Menschen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, sieben mehr als im Vorjahr. In Brandenburg ging die Zahl der registrierten Opfer zurück. Dort wurden zehn Menschen getötet.
Stand: 3. November 2026
In Berlin sind 2025 nach Angaben von rbb24 Recherche 24 Menschen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ums Leben gekommen. Darunter waren 13 weibliche und elf männliche Opfer. Für 2024 nennt der Sender 17 Todesopfer. Aus diesen absoluten Zahlen ergibt sich ein Anstieg um sieben beziehungsweise rund 41 Prozent.
Die am Dienstag veröffentlichte Recherche stützt sich auf Daten zur Polizeilichen Kriminalstatistik und Auskünfte der Polizei. In Brandenburg wurden demnach im vergangenen Jahr zehn Menschen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt getötet. Die Gesamtzahl der dort registrierten Opferwerdungen sank gegenüber 2024 um 4,8 Prozent.
Berlin: 17 Menschen starben durch Mord oder Totschlag
Von den 24 Berliner Todesopfern wurden laut rbb 17 durch Mord oder Totschlag getötet. Drei Menschen starben infolge einer Körperverletzung mit Todesfolge. Vier weitere Todesfälle wurden als fahrlässige Tötung erfasst. Die Gesamtzahl umfasst damit unterschiedliche Delikte und lässt sich nicht mit der Zahl vorsätzlicher Tötungen gleichsetzen.
Auch über die tödlichen Fälle hinaus nahm die registrierte häusliche Gewalt in Berlin zu. Die Polizei erfasste 2025 insgesamt 20.160 Opfer von Delikten in Partnerschaft und Familie. Das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 14.210 der erfassten Opfer waren weiblich, ihr Anteil betrug 70,5 Prozent. Diese Zahlen hatte die Berliner Innenverwaltung bereits im März veröffentlicht.
Nach der vom rbb wiedergegebenen Aufschlüsselung entfielen 77,9 Prozent der Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt auf Körperverletzungen und Bedrohungen. Nachstellungen machten 5,8 Prozent aus, Nötigungen 4,1 Prozent und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 3,7 Prozent.
Die Berliner Innenverwaltung führt die steigenden Opferzahlen auch auf eine höhere Anzeigebereitschaft und eine stärkere öffentliche Sensibilisierung zurück. Welcher Anteil des Anstiegs darauf entfällt, beziffert sie nicht.
Brandenburg verzeichnet weniger Opferwerdungen
In Brandenburg wurden 2025 insgesamt 6.781 Opferwerdungen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Im Jahr zuvor waren es 7.126 gewesen. Damit ging die Zahl um 345 zurück. 69,5 Prozent der registrierten Opfer waren weiblich.
Die Polizei Brandenburg unterscheidet ausdrücklich zwischen Opferwerdungen und einzelnen Menschen: Wird eine Person im Berichtszeitraum mehrfach als Opfer erfasst, kann sie mehrfach in die Statistik eingehen. Die Zahl bedeutet deshalb nicht, dass 6.781 unterschiedliche Personen betroffen waren.
Bei den Todesopfern nennt der rbb unter Berufung auf die Polizei Brandenburg fünf Frauen und zwei Männer, die durch Mord oder Totschlag getötet wurden. Drei weitere weibliche Opfer starben infolge einer Körperverletzung mit Todesfolge.
Auch die Zahl der registrierten Straftaten ging in Brandenburg zurück: Sie sank 2025 um 5,2 Prozent auf 6.434 Fälle. Im Vergleich zu 2021 lag sie allerdings noch immer 9,3 Prozent höher. Fälle und Opferwerdungen sind unterschiedliche statistische Größen.
Die Statistik zeigt nur bekannt gewordene Gewalt
Häusliche Gewalt umfasst Gewalt in bestehenden oder früheren Partnerschaften sowie innerhalb von Familien. Sie ist nicht auf die gemeinsame Wohnung beschränkt. Auch Taten nach einer Trennung können darunterfallen.
Die polizeilichen Zahlen bilden ausschließlich bekannt gewordene Taten ab. Die Polizei Brandenburg weist darauf hin, dass etwa Angst, Scham oder Abhängigkeit Betroffene davon abhalten können, Anzeige zu erstatten. Ein Rückgang registrierter Fälle erlaubt deshalb für sich genommen keine Aussage darüber, wie sich das gesamte Ausmaß häuslicher Gewalt entwickelt hat.
Quellen und Transparenz
- Rundfunk Berlin-Brandenburg: „Zahl der Todesfälle durch häusliche Gewalt in Berlin wächst / Leichter Rückgang in Brandenburg“, Pressemitteilung vom 3. November 2026, veröffentlicht über Presseportal. Grundlage für die Angaben zu Todesopfern ist das bereitgestellte Mitteilungsmaterial; die Veröffentlichung wurde über die Websuche identifiziert. Ein vollständiger Seitenabruf war nicht möglich.
- Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin: „Polizeiliche Kriminalstatistik und Politisch motivierte Kriminalität im Jahr 2025“, 11. März 2026, amtliche Pressemitteilung. Bestätigt die Berliner Gesamtzahl und den Frauenanteil. Berlin.de
- Polizei Brandenburg: „Ich möchte mich informieren“, 2. Oktober 2026, amtliche Informationsseite mit Daten des Landeskriminalamts für 2025 und Erläuterungen zur Zählweise. Polizei Brandenburg
Rechenhinweis: Im Ausgangsmaterial wird der Berliner Anstieg von 17 auf 24 Todesopfer mit knapp 30 Prozent angegeben. Rechnerisch sind es rund 41,2 Prozent. Der Artikel verwendet die absoluten Zahlen und den daraus berechneten Wert. Die Todesopferzahlen werden der rbb-Recherche zugeschrieben; eine eigene Auskunft der Polizeibehörden liegt nicht vor.
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