AfD baut Vorsprung auf Union auf acht Punkte aus
Insa-Umfrage: Union fällt weiter hinter AfD zurück
In der neuen INSA-Umfrage wächst der Abstand zwischen AfD und Union auf acht Prozentpunkte. Während die meisten Parteien stagnieren, verliert CDU/CSU erneut. Auch die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz fällt weiter.
Faktenüberblick
Umfrageinstitut: INSA
Auftraggeber: „Bild“
Befragungszeitraum: 1. bis 5. Juni 2026
Befragte: 1.206 Wahlberechtigte
AfD: 29 Prozent
CDU/CSU: 21 Prozent
SPD: 12 Prozent
Grüne: 14 Prozent
Linke: 11 Prozent
FDP und BSW: jeweils 3 Prozent
Maximale Fehlertoleranz: 2,9 Prozentpunkte
Zufriedenheit mit Friedrich Merz: 15 Prozent
Unzufriedenheit mit Friedrich Merz: 77 Prozent
Die AfD liegt in einer neuen INSA-Umfrage mit 29 Prozent deutlich vor CDU und CSU. Die Union verliert gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt und erreicht 21 Prozent damit wächst der Abstand zwischen beiden Parteien auf acht Punkte.
Nach Angaben der „Bild“, die die Erhebung in Auftrag gegeben hat, war der Vorsprung der AfD vor der Union in einer INSA-Befragung bislang noch nie so groß. Die Umfrage bildet die politische Stimmung zwischen dem 1. und 5. Juni 2026 ab.
AfD bleibt bei 29 Prozent, Union verliert erneut
An der Spitze der Sonntagsfrage setzt sich damit eine Entwicklung fort, die sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte. Die AfD bleibt unverändert bei 29 Prozent. CDU und CSU fallen dagegen von 22 auf 21 Prozent.
Die übrigen Parteien bewegen sich laut INSA nicht. Die Grünen erreichen 14 Prozent, die SPD 12 Prozent und die Linke 11 Prozent. FDP und Bündnis Sahra Wagenknecht kommen jeweils auf 3 Prozent und würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Die derzeitige Regierungskoalition aus Union und SPD erreicht zusammen nur noch 33 Prozent. Das ist zwar keine Vorhersage für eine Bundestagswahl, verdeutlicht aber den erheblichen politischen Druck auf die schwarz-rote Bundesregierung.
Für die Erhebung befragte INSA insgesamt 1.206 Wahlberechtigte. Die maximale statistische Fehlertoleranz wird mit 2,9 Prozentpunkten angegeben. Kleinere Veränderungen von einem Prozentpunkt sollten deshalb nicht überbewertet werden. Politisch bedeutsam ist vor allem der längerfristige Abstand zwischen AfD und Union.
Andere Institute sehen einen geringeren Abstand
Die Größenordnung des AfD-Vorsprungs unterscheidet sich je nach Meinungsforschungsinstitut. Auch das aktuelle Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen sieht die AfD vor CDU und CSU, allerdings mit deutlich geringerem Abstand.
In der dortigen Projektion erreicht die AfD 27 Prozent, die Union 25 Prozent. SPD, Grüne und Linke liegen mit 12, 14 und 11 Prozent nahezu auf demselben Niveau wie in der aktuellen INSA-Erhebung.
Das zeigt: Der grundsätzliche Trend AfD vor Union wird derzeit von mehreren Instituten gemessen. Wie groß der Vorsprung tatsächlich ist, hängt jedoch von Erhebungsmethode, Befragungszeitraum und statistischer Gewichtung ab.
Umfragen sind deshalb Momentaufnahmen. Sie zeigen, wie Befragte zum Zeitpunkt der Erhebung antworten würden. Sie sagen nicht zuverlässig voraus, wie eine Bundestagswahl im Jahr 2029 ausgehen wird.
77 Prozent sind mit Friedrich Merz unzufrieden
Zusätzlichen Druck erzeugen die persönlichen Werte von Bundeskanzler Friedrich Merz. In einer weiteren INSA-Befragung im Auftrag der „Bild“ geben 77 Prozent an, mit seiner Arbeit unzufrieden zu sein. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Erhebung Ende April.
Lediglich 15 Prozent bewerten die Arbeit des CDU-Politikers positiv. Dieser Anteil sank um vier Prozentpunkte. Acht Prozent der Befragten machten keine Angabe.
Auch hier zeigen andere Institute abweichende Werte, aber dieselbe Grundrichtung. Im aktuellen Politbarometer äußern sich 27 Prozent zufrieden mit der Arbeit des Bundeskanzlers, während 69 Prozent unzufrieden sind. Die konkreten Prozentzahlen unterscheiden sich somit deutlich, die negative Bewertung überwiegt jedoch in beiden Erhebungen.
Die INSA-Werte bedeuten nicht automatisch, dass die persönliche Unzufriedenheit mit Merz allein für die Verluste der Union verantwortlich ist. Umfragen können zeitgleiche Entwicklungen darstellen, aber keine eindeutigen Ursachen beweisen.
Der Abstand erhöht den Druck auf die Regierungsparteien
Für die Union stellt sich die Frage, wie sie verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und sich zugleich gegenüber der AfD positionieren will. Die SPD steht mit 12 Prozent ebenfalls erheblich unter ihrem Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025, bei der sie 16,4 Prozent erreicht hatte.
Auch CDU und CSU liegen in der neuen INSA-Erhebung deutlich unter ihrem damaligen Wahlergebnis von 28,5 Prozent. Die AfD hatte bei der Bundestagswahl 20,8 Prozent erreicht und würde nach der aktuellen Umfrage deutlich zulegen.
Aus den Zahlen folgt jedoch keine unmittelbare Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Die bestehende Bundesregierung bleibt unabhängig von aktuellen Umfragewerten im Amt, solange sie über die erforderliche parlamentarische Unterstützung verfügt.
Politische Bedeutung erhalten die Werte vor allem durch ihre Dauer. Sollte die Union längerfristig deutlich hinter der AfD bleiben, dürfte die Diskussion über Kurs, Personal und öffentliche Wahrnehmung der Bundesregierung weiter zunehmen.
Was jetzt offenbleibt
Entscheidend wird sein, ob sich der Acht-Punkte-Abstand in den kommenden Wochen bestätigt oder ob es sich teilweise um eine statistische Schwankung handelt. Ebenso offen ist, ob politische Entscheidungen der Bundesregierung die Zufriedenheitswerte von Friedrich Merz und die Zustimmung zur Union wieder verbessern können.
Belastbare Aussagen über die nächste Bundestagswahl lassen sich aus der aktuellen Erhebung nicht ableiten. Bis zur regulären Wahl im Jahr 2029 können sich Themen, Kandidaten, Koalitionen und Wahlabsichten grundlegend verändern.
Offene Fragen
- Bestätigen weitere Institute einen ähnlich großen Abstand zwischen AfD und Union?
- Kann die Union den seit mehreren Wochen erkennbaren Abwärtstrend stoppen?
- Welche politischen Themen beeinflussen den Vertrauensverlust der Bundesregierung besonders stark?
- Bleibt die Unzufriedenheit mit Friedrich Merz langfristig auf diesem Niveau?
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FAQ
Wie stark ist die AfD laut der aktuellen INSA-Umfrage?
Die AfD erreicht 29 Prozent und bleibt damit gegenüber der Vorwoche unverändert. Sie liegt acht Prozentpunkte vor CDU und CSU.
Wie viel Prozent erreicht die Union?
CDU und CSU kommen gemeinsam auf 21 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als in der vorherigen INSA-Erhebung.
Wie zufrieden sind die Befragten mit Friedrich Merz?
15 Prozent äußern sich zufrieden mit seiner Arbeit als Bundeskanzler. 77 Prozent sind unzufrieden, acht Prozent machten keine Angabe.
Würden FDP und BSW in den Bundestag einziehen?
Nach der aktuellen Umfrage nicht. Beide Parteien liegen bei jeweils 3 Prozent und damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Einzug kann unter bestimmten Voraussetzungen allerdings auch über Direktmandate möglich sein.
Ist die Umfrage eine Prognose für die Bundestagswahl?
Nein. Die Erhebung zeigt das Meinungsbild während des Befragungszeitraums vom 1. bis 5. Juni 2026. Bis zur nächsten regulären Bundestagswahl können sich die politischen Präferenzen erheblich verändern.
Quellen
INSA/Bild, Sonntagsfrage, veröffentlicht am 6. Juni 2026, Primärerhebungsdaten laut Auftraggeberangaben
Belegt die Parteiwerten, den Befragungszeitraum, die Zahl der Befragten und die maximale Fehlertoleranz.
INSA/Bild, Befragung zur Kanzlerzufriedenheit, veröffentlicht am 6. Juni 2026 Primärerhebungsdaten laut Auftraggeberangaben
Belegt die Zufriedenheits- und Unzufriedenheitswerte von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Forschungsgruppe Wahlen, Politbarometer Juni I 2026, Primärquelle
Dient zum Vergleich der aktuellen Parteiprojektion und der Bewertung des Bundeskanzlers.
Bundeswahlleiterin, endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025, Primärquelle
Dient zum Vergleich der aktuellen Umfragewerte mit dem tatsächlichen Wahlergebnis.
Tagesspiegel/dpa, 6. Juni 2026, Sekundärquelle
Dokumentiert die aktuelle INSA-Erhebung und den nach Angaben der „Bild“ bislang größten gemessenen Abstand zwischen AfD und Union.