ProSiebenSat.1 schafft Senderchefs ab
ProSiebenSat.1 schafft Chefposten von Sat.1 und ProSieben ab
Der Umbau bei ProSiebenSat.1 erreicht die Senderspitzen: Die klassischen Chefposten von Sat.1 und ProSieben werden abgeschafft. Marc Rasmus und Hannes Hiller verlieren ihre bisherigen Rollen, sollen aber weiter für Programme arbeiten.
ProSiebenSat.1 stellt seine Senderführung neu auf und schafft die bisherigen Chefposten von Sat.1 und ProSieben ab. Betroffen sind Marc Rasmus, bisher Senderchef von Sat.1, und Hannes Hiller, bisher Senderchef von ProSieben. Beide bleiben nach übereinstimmenden Medienberichten im Unternehmen, übernehmen aber neue Aufgaben.
Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem umfassenden Konzernumbau nach der Mehrheitsübernahme durch den italienischen Medienkonzern MFE-MediaForEurope. Die Programmplanung soll künftig stärker zentral gebündelt werden. Für Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet das zunächst keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Entscheidend wird aber, ob sich die neue Struktur später im Programmangebot, bei Formaten oder bei der Senderprofilierung bemerkbar macht.
Nach BILD-Informationen bestätigte die Sendegruppe den Umbau auf Anfrage. Auch das Medienmagazin DWDL berichtet von einer neuen Matrix-Struktur, in der Zuständigkeiten stärker nach Genres statt nach einzelnen Sendern organisiert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidung: ProSiebenSat.1 schafft die klassischen Chefposten für Sat.1 und ProSieben ab. Die Führung soll künftig stärker zentral und genreübergreifend organisiert werden.
- Zeitpunkt: Die Entwicklung wurde am 12. Juni 2026 durch Medienberichte bekannt. Der Umbau folgt auf die Mehrheitsübernahme durch MFE im Jahr 2025.
- Betroffene: Direkt betroffen sind Marc Rasmus, bisher Senderchef von Sat.1, und Hannes Hiller, bisher Senderchef von ProSieben.
- Folge: Rasmus und Hiller sollen nicht ausscheiden, sondern neue Aufgaben im Konzern übernehmen. Statt einzelne Sender zu führen, sollen sie künftig Programme für den gesamten Konzern entwickeln.
- Status: Der Umbau wurde laut BILD auf Anfrage von der Sendegruppe bestätigt. Einzelne Details zur künftigen Arbeitsstruktur sind durch Medienberichte beschrieben, aber nicht in allen Punkten öffentlich durch ProSiebenSat.1 dokumentiert.
- Quelle: Grundlage sind Berichte von BILD und DWDL sowie Unternehmensangaben von ProSiebenSat.1 zum vorherigen Wechsel an der Konzernspitze.
Neue Struktur ersetzt klassische Senderführung
Mit dem Umbau endet bei ProSiebenSat.1 eine Struktur, die Sat.1 und ProSieben jeweils eigene prominente Senderchefs gab. Künftig soll die Verantwortung stärker nach Programmbereichen organisiert werden. Das bedeutet: Nicht mehr der einzelne Sender steht organisatorisch im Mittelpunkt, sondern Genres und Formate, die über mehrere Ausspielwege hinweg geplant werden.
Nach DWDL soll Marc Rasmus künftig Bereiche wie Fiction, Reality, Factual und Factual Entertainment verantworten. Hannes Hiller soll demnach stärker für Show und Comedy zuständig sein. Die übergreifende Planung wird in der neuen Struktur zentraler gebündelt.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von klassischer Sendersteuerung hin zu einer Matrixorganisation. Solche Modelle sollen Doppelstrukturen reduzieren, Entscheidungen beschleunigen und Inhalte flexibler über TV-Sender, Streamingangebote und digitale Plattformen verteilen.
Rasmus und Hiller bleiben im Unternehmen
Marc Rasmus und Hannes Hiller verlieren nach den Berichten ihre bisherigen Chefposten, verlassen den Konzern aber nicht. Beide sollen weiterhin an der Programmentwicklung beteiligt sein. Das ist ein wichtiger Unterschied: Es handelt sich nach derzeitigem Stand nicht um einen kompletten Abschied der beiden TV-Manager, sondern um eine Neuordnung ihrer Zuständigkeiten.
Rasmus hatte die Leitung von Sat.1 im November 2023 übernommen. Zuvor war er unter anderem mit Kabel Eins verbunden und an bekannten Formaten wie „Big Brother“, „Frauentausch“ und „The Biggest Loser“ beteiligt. Hiller übernahm ebenfalls im November 2023 die Verantwortung für ProSieben.
Dass diese Struktur nun nach weniger als drei Jahren wieder abgeschafft wird, zeigt den Druck im Konzern. ProSiebenSat.1 steht seit Jahren unter wirtschaftlichem Anpassungsdruck. Der Wettbewerb mit Streamingdiensten, sinkende lineare TV-Reichweiten und der angespannte Werbemarkt erhöhen den Reformbedarf.
MFE treibt Umbau nach Übernahme voran
Der größere Hintergrund ist die Übernahme durch MFE-MediaForEurope. Der italienische Medienkonzern, kontrolliert von der Familie Berlusconi, hatte 2025 die Mehrheit an ProSiebenSat.1 gesichert. Reuters berichtete im September 2025, dass MFE 75,61 Prozent an ProSiebenSat.1 hielt.
Kurz darauf wurde auch die Konzernspitze ausgetauscht. ProSiebenSat.1 gab im Oktober 2025 bekannt, dass Marco Giordani neuer Vorstandschef wird. Giordani war zuvor Finanzchef von MFE. Der Wechsel an der Spitze galt bereits damals als klares Signal für eine beschleunigte strategische Neuausrichtung.
MFE verfolgt das Ziel, ein stärker integriertes europäisches Fernseh- und Streaminggeschäft aufzubauen. Für ProSiebenSat.1 bedeutet das: Strukturen werden überprüft, Zuständigkeiten neu geordnet und Kosten stärker in den Blick genommen.
Branche fürchtet weitere Einschnitte
In der Produktionsbranche dürfte der Umbau aufmerksam verfolgt werden. Wenn Programmentscheidungen zentraler getroffen werden, kann das Auswirkungen auf externe Produktionsfirmen, Formatentwickler und Dienstleister haben. Noch ist aber offen, welche konkreten Folgen die neue Struktur für einzelne Sendungen, Auftragsproduktionen oder Standorte hat.
Nach BILD wird in der Branche bereits über Kostendruck gesprochen. Belastbare Angaben zu neuen Stellenstreichungen im Zusammenhang mit der Abschaffung der Senderchefposten liegen derzeit jedoch nicht vor. Dieser Punkt ist nach dem derzeit verfügbaren Stand noch nicht abschließend bestätigt.
Für Zuschauer ändert sich kurzfristig nichts unmittelbar. Die eigentliche Relevanz der Entscheidung liegt im strategischen Signal: ProSiebenSat.1 wird nach der MFE-Übernahme stärker zentralisiert. Ob daraus klarere Programme, mehr Effizienz oder ein weiterer Verlust eigenständiger Senderprofile entsteht, wird sich erst an den kommenden Programmentscheidungen zeigen.
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FAQ
Werden Marc Rasmus und Hannes Hiller entlassen?
Nein, nach derzeitigem Stand verlassen Marc Rasmus und Hannes Hiller ProSiebenSat.1 nicht. Ihre bisherigen Chefposten bei Sat.1 und ProSieben entfallen, sie sollen aber neue Aufgaben in der konzernweiten Programmentwicklung übernehmen.
Was bedeutet die neue Struktur für Sat.1 und ProSieben?
Die Sender sollen nicht verschwinden. Geändert wird die interne Steuerung: Statt eigener Senderchefs sollen Programmbereiche stärker zentral und nach Genres organisiert werden. Dadurch können Formate senderübergreifend geplant werden.
Warum baut ProSiebenSat.1 gerade jetzt um?
Der Umbau folgt auf die Mehrheitsübernahme durch MFE-MediaForEurope und den Wechsel an der Konzernspitze im Oktober 2025. Der neue Eigentümer treibt die strategische Neuordnung des deutschen TV-Konzerns voran.
Hat der Umbau direkte Folgen für Zuschauer?
Kurzfristig gibt es keinen konkreten Handlungsbedarf für Zuschauerinnen und Zuschauer. Mittel- und langfristig könnten sich aber Programmplanung, Formatstrategie und Senderprofile verändern.
Sind weitere Stellenstreichungen bestätigt?
Neue konkrete Stellenstreichungen im Zusammenhang mit diesem Schritt sind derzeit nicht belastbar bestätigt. In der Branche gibt es jedoch Sorgen vor weiteren Einschnitten, weil der Konzern seit Jahren auf Effizienz und Kostendisziplin setzt.
Quellen
- BILD: Bericht zu abgeschafften Chefposten von Sat.1 und ProSieben, veröffentlicht am 12. Juni 2026 belegt die aktuelle Personal- und Strukturänderung. Sekundärquelle mit Konzernbestätigung auf Anfrage.
- DWDL: „Neue Matrix-Struktur: ProSiebenSat.1 schafft die Senderchefs ab“, veröffentlicht am 12. Juni 2026 belegt die neue Organisationslogik und Genre-Zuständigkeiten. Sekundärquelle.
- ProSiebenSat.1 Media SE: Unternehmensmitteilung vom 21. Oktober 2025 zum Wechsel an der Konzernspitze belegt die Ernennung von Marco Giordani zum CEO. Primärquelle.
- Reuters: Bericht vom 4. September 2025 zur MFE-Mehrheitsübernahme belegt die Beteiligung von 75,61 Prozent an ProSiebenSat.1. Nachrichtenagentur/Sekundärquelle.