Deutschland dreht WM-Spiel in letzter Sekunde

Deutschland dreht WM-Spiel in letzter Sekunde
Alleiniger Rekordtorwart: Manuel Neuer absolviert gegen die Elfenbeinküste in Toronto seinen 21. WM-Einsatz © DFP/GES Sportfoto

Deutschland schlägt Elfenbeinküste: Undav entscheidet WM-Drama

Deutschland besiegte die Elfenbeinküste bei der WM 2026 nach einem Rückstand mit 2:1. Deniz Undav traf doppelt und sicherte der DFB-Elf nach Ecuadors Remis gegen Curaçao vorzeitig den Gruppensieg und den Einzug ins Sechzehntelfinale.

Die deutsche Nationalmannschaft steht bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vorzeitig im Sechzehntelfinale. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewann sein zweites Gruppenspiel in Toronto nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1 gegen die Elfenbeinküste. Matchwinner war der eingewechselte Deniz Undav mit zwei Treffern.

Franck Kessié brachte den Afrikameister in der 30. Minute in Führung. Undav glich in der 68. Minute aus und erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer. Nach dem anschließenden 0:0 zwischen Ecuador und Curaçao steht Deutschland mit sechs Punkten zugleich vorzeitig als Sieger der Gruppe E fest.

Damit ist das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag sportlich nicht mehr entscheidend für den ersten Tabellenplatz. Deutschland profitiert dabei von der bei dieser WM geltenden direkten Vergleichswertung: Selbst wenn die Elfenbeinküste ebenfalls noch sechs Punkte erreicht, bleibt die DFB-Elf aufgrund des Sieges im direkten Duell vorn.

Kessié bestraft Fehler in der deutschen Defensive

Nach dem deutlichen 7:1 zum Auftakt gegen Curaçao traf Deutschland auf einen erheblich stärkeren Gegner. Die Elfenbeinküste verteidigte körperlich robust, schaltete schnell um und setzte die deutsche Abwehr mit ihrem Tempo wiederholt unter Druck.

Das DFB-Team hatte zunächst gute Möglichkeiten. Kai Havertz scheiterte per Kopf an Torhüter Yahia Fofana, auch Jamal Musiala und Felix Nmecha kamen zu gefährlichen Abschlüssen. Ein vermeintliches Tor von Aleksandar Pavlović wurde nicht anerkannt, weil er beim Versuch, eine Flanke zu erreichen, Fofana gefoult hatte.

Nach der ersten Trinkpause kippte die Partie. Yan Diomande setzte sich auf der linken Seite mit hohem Tempo durch. Nathaniel Brown blockte den ersten Abschluss noch, gegen Kessiés Nachschuss waren er und Manuel Neuer jedoch machtlos.

Ein weiterer deutscher Treffer durch Havertz zählte wegen eines vorausgegangenen Fouls von Musiala ebenfalls nicht. Nagelsmann reagierte mehrfach verärgert auf die Entscheidungen des paraguayischen Schiedsrichters Juan Gabriel Benítez. Zugleich offenbarte seine Mannschaft Probleme im Spielaufbau und bei der Absicherung gegen die schnellen ivorischen Angriffe.

Nagelsmanns Wechsel bringen die Wende

Nach etwa einer Stunde änderte der Bundestrainer sein Personal. Deniz Undav, Nadiem Amiri und Jamie Leweling kamen für Pavlović, Musiala und Leroy Sané. Der Dreifachwechsel veränderte das deutsche Offensivspiel entscheidend.

Amiri bereitete den Ausgleich mit einer präzisen Hereingabe vor, die Undav zum 1:1 verwertete. Deutschland erhöhte danach den Druck, ohne die Gefahr der Elfenbeinküste vollständig kontrollieren zu können. Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel die Entscheidung: Undav traf erneut und vollendete die späte Wende.

Der Erfolg besitzt für die Mannschaft eine größere Bedeutung als der klare Auftaktsieg. Gegen einen physisch starken und taktisch disziplinierten Gegner zeigte Deutschland Widerstandskraft und gewann trotz spielerischer Schwächen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Defensive gegen schnelle Umschaltaktionen anfällig bleibt.

Schlotterbecks Verletzung trübt den Sieg

Sorgen bereitet die Verletzung von Nico Schlotterbeck. Der Dortmunder musste bereits in der ersten Halbzeit behandelt werden und kehrte nach der Pause nicht mehr auf den Platz zurück. Antonio Rüdiger ersetzte ihn.

Eine abschließende Diagnose lag zunächst nicht vor. Berichten zufolge besteht der Verdacht auf eine Bandverletzung am linken Sprunggelenk; eine medizinische Untersuchung soll Aufschluss über die Schwere und eine mögliche weitere WM-Teilnahme geben. Bis dahin bleibt sein Einsatz gegen Ecuador offen.

Neuer wird alleiniger WM-Rekordtorhüter

Für Manuel Neuer war die Partie trotz des Gegentreffers historisch. Mit seinem 21. WM-Einsatz überholte der 40-Jährige den früheren französischen Nationaltorwart Hugo Lloris und ist nun alleiniger Rekordhalter unter den Torhütern.

Deutschland erreicht damit erstmals seit der Heim-WM 2006 wieder bereits nach zwei Gruppenspielen die K.-o.-Runde. Nach dem Vorrundenaus bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist das erste Turnierziel frühzeitig erfüllt. Gegen Ecuador kann Nagelsmann nun Kräfte steuern und mögliche personelle Alternativen für das Sechzehntelfinale testen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ergebnis: Deutschland besiegte die Elfenbeinküste in Toronto mit 2:1.
  • Torschützen: Franck Kessié traf zum 0:1, Deniz Undav erzielte beide deutschen Tore.
  • Entscheidung: Undavs Siegtreffer fiel in der 90.+4 Minute.
  • Folge: Deutschland steht vorzeitig im Sechzehntelfinale.
  • Gruppensieg: Das anschließende 0:0 zwischen Ecuador und Curaçao sicherte der DFB-Elf Platz eins.
  • Verletzung: Nico Schlotterbeck wurde zur Halbzeit ausgewechselt; eine abschließende Diagnose steht noch aus.
  • Rekord: Manuel Neuer ist mit 21 Einsätzen alleiniger WM-Rekordtorhüter.
  • Nächstes Spiel: Deutschland trifft am 25. Juni in East Rutherford auf Ecuador.

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FAQ

Warum ist Deutschland bereits Gruppensieger?

Deutschland hat sechs Punkte und gewann das direkte Duell gegen die Elfenbeinküste. Da Ecuador und Curaçao nach ihrem Remis nicht mehr an der DFB-Elf vorbeiziehen können, ist Platz eins gesichert.

Wann spielt Deutschland gegen Ecuador?

Das letzte Gruppenspiel findet am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 22 Uhr deutscher Zeit in East Rutherford im Großraum New York statt.

Ist Nico Schlotterbeck gegen Ecuador einsatzfähig?

Das ist noch offen. Schlotterbeck wurde nach Beschwerden am linken Bein zur Halbzeit ausgewechselt und soll genauer untersucht werden.

Wer könnte Schlotterbeck ersetzen?

Antonio Rüdiger übernahm gegen die Elfenbeinküste nach der Pause seine Position. Nagelsmann könnte gegen Ecuador außerdem Veränderungen vornehmen, weil der Gruppensieg bereits feststeht.

Gegen wen spielt Deutschland im Sechzehntelfinale?

Der konkrete Gegner ergibt sich erst aus den Ergebnissen weiterer Gruppen. Mit dem Gruppensieg ist der für den Sieger der Gruppe E vorgesehene Platz im K.-o.-Runden-Spielplan gesichert.

Quellen

  • Deutscher Fußball-Bund: Team-Ticker und Turnierinformationen zur deutschen Nationalmannschaft, Primärquelle.
  • FIFA: Reglement der Weltmeisterschaft 2026 und Regeln zur Gruppenwertung, Primärquelle.
  • FIFA: Einordnung von Manuel Neuers WM-Rekord, Primärquelle.
  • Sportschau: Spielbericht Deutschland gegen Elfenbeinküste, Sekundärquelle.
  • dpa/Welt: Spielverlauf, Torschützen und Qualifikation, Sekundärquelle.

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