Übergriffe im RE 100: Schulklasse sucht Schutz
RE 100: 18-Jähriger soll Jugendliche sexuell belästigt haben
Ein 18-Jähriger soll Mitglieder einer Schulklasse in einem Regionalexpress sexuell belästigt und körperlich angegriffen haben. Nach Angaben der Bundespolizei wurden zwei 16-Jährige sexuell bedrängt und zwei 15-Jährige durch Faustschläge verletzt.
Wegen der Situation legte der RE 100 am Haltepunkt Essen-Werden einen ungeplanten Zwischenstopp ein. Einsatzkräfte nahmen den Mann in Polizeigewahrsam. Die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Ermittlungen; für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Jugendliche suchen Schutz in einem anderen Abteil
Bahnmitarbeiter verständigten die Bundespolizei nach deren Angaben am Freitag gegen 22.50 Uhr. Eine Zeugin berichtete den Beamten, zwei Jugendliche hätten ihr Abteil aufgesucht und um Schutz gebeten.
Gegenüber ihrer Lehrerin schilderten die beiden 16-Jährigen anschließend sexuelle Übergriffe. Der Tatverdächtige soll einem Jugendlichen in die Hose gegriffen und ihn am Gesäß sowie im Intimbereich berührt haben. Eine 16-jährige Schülerin soll er an den Haaren gezogen und gegen ihren Willen auf den Mund geküsst haben.
Nach Darstellung der Bundespolizei gerieten beide Betroffenen während des Geschehens in eine „Schockstarre“. Dabei handelt es sich um eine in der Polizeimeldung wiedergegebene Beschreibung des Zustands der Jugendlichen, nicht um eine medizinische Diagnose.
Zwei 15-Jährige durch Faustschläge verletzt
Wenig später soll der 18-Jährige weitere Schülerinnen angesprochen haben, obwohl diese deutlich gemacht hätten, dass sie keinen Kontakt wünschten. Ein Zugbegleiter forderte ihn den Angaben zufolge auf, das Abteil zu verlassen. Der Mann sei dieser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen.
Der Zugbegleiter bot der Schulklasse daraufhin an, in ein vorderes Abteil zu wechseln. Als zwei 15-Jährige an dem Beschuldigten vorbeigingen, soll er beiden mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
Einer der Schüler blutete laut Bundespolizei stark aus der Nase und erlitt vermutlich eine Nasenbeinfraktur. Der zweite Jugendliche klagte über Schmerzen an der rechten Wange. Rettungskräfte untersuchten die Verletzten; eine weitere ärztliche Behandlung sollte in Dülmen erfolgen.
Bundespolizei bringt Beschuldigten ins Gewahrsam
Mitreisende berichteten den Einsatzkräften, der 18-Jährige habe bereits zuvor laut im Zug geschrien und andere Fahrgäste belästigt. Nach Darstellung der Polizei war der Mann erkennbar alkoholisiert und verhielt sich gegenüber den Beamten aggressiv.
Die Einsatzkräfte fesselten den Beschuldigten und brachten ihn zur Bundespolizeiwache am Essener Hauptbahnhof. Während der Durchsuchung soll er versucht haben, sich loszureißen. Zudem habe er um sich getreten, die Beamten beleidigt und ihnen Gewalt angedroht.
Die Bundespolizei leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und sexuellen Belästigung, der Körperverletzung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie der Beleidigung ein. Um weitere Straftaten zu verhindern, wurde der 18-Jährige in Polizeigewahrsam gebracht.
Ob ein Gericht mit dem Fall befasst wurde und ob der Beschuldigte das Gewahrsam inzwischen verlassen hat, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Polizeigewahrsam ist nicht mit Untersuchungshaft gleichzusetzen.
Quellen und Transparenz
- Bundespolizeiinspektion Dortmund: „Schulklasse belästigt und attackiert, Bundespolizei stellt Aggressor“, Pressemitteilung vom 13. September 2026.
- Ergänzende Auskunft einer Sprecherin der Bundespolizei gegenüber t-online zum bisherigen polizeilichen Erkenntnisstand.
🔔 Unabhängiger Journalismus lebt von Reichweite. Folgen Sie auf X, Linkedin oder Instagram und bleiben Sie informiert