Volotea in der Krise: Folgen für deutsche Flughäfen

Volotea in der Krise: Folgen für deutsche Flughäfen
Archivbild: Ein Flugzeug der spanischen Airline Volotea. Das Unternehmen plant eine kleinere Flotte; betroffene deutsche Strecken hat es bislang nicht benannt. © Presse.Online

Volotea will Flotte verkleinern was Reisende in Deutschland wissen

Die spanische Fluggesellschaft Volotea verhandelt mit ihren Gläubigern über eine Neuordnung ihrer Schulden. Zugleich plant sie weniger Flugzeuge und den Abbau von rund 50 Stellen. Auch deutsche Flughäfen stehen im Streckennetz. Welche Verbindungen sich ändern, ist bislang offen.

Volotea muss ihre Finanzierung neu ordnen. Die spanische Billigfluggesellschaft hat Gespräche mit Gläubigern aufgenommen und bereitet eine Kapitalerhöhung vor. Für Reisende in Deutschland stellt sich damit eine naheliegende Frage: Was geschieht mit bereits gebuchten und künftig geplanten Verbindungen? Eine Liste betroffener Strecken liegt bislang nicht vor.

Weniger Flugzeuge und Stellen in Barcelona

Nach den von Volotea veröffentlichten Angaben soll die Flotte von derzeit 44 auf 30 bis 35 Maschinen sinken. Rechnerisch wären das neun bis 14 Flugzeuge weniger. In bestimmten Bereichen der Büros in Barcelona rechnet das Unternehmen zudem mit einem Abbau von ungefähr 50 Arbeitsplätzen in den kommenden Wochen. Beides sind angekündigte Schritte, keine bereits vollständig vollzogenen Kürzungen.

Parallel verhandelt Volotea mit Gläubigern, darunter Finanzinstitute und die spanische staatliche Beteiligungsgesellschaft SEPI, über ihre langfristigen Schulden. Eine Einigung strebt das Unternehmen für Dezember an. Zusätzlich ist eine Kapitalerhöhung vorgesehen. Wie viele Strecken oder Sitzplätze der kleinere Flottenplan kosten könnte, hat die Airline bisher nicht aufgeschlüsselt.

Volotea beziffert die Belastung durch gestiegene Treibstoffkosten seit März auf rund 150 Millionen Euro. Das ist eine Angabe des Unternehmens zu den Ursachen seiner Lage. Die derzeitigen Verhandlungen sollten dabei nicht mit einer Einstellung des Flugbetriebs gleichgesetzt werden: Volotea erklärt, weiter zu fliegen, Tickets zu verkaufen und künftige Verbindungen zu planen.

Warum auch deutsche Flughäfen im Blick stehen

Volotea bedient Verbindungen von und nach Deutschland. Am Flughafen Berlin Brandenburg startete erst am 22. September eine neue Direktverbindung nach Florenz. Nach Angaben des Flughafens sind dafür im Herbst bis zu zwei Flüge pro Woche vorgesehen. Auch Flüge zur Weihnachtszeit und ab Ende März sind im veröffentlichten Plan genannt. Die Aufnahme der Strecke zeigt: Noch während die Finanzierungsgespräche laufen, erweitert Volotea an einzelnen Standorten ihr Angebot.

Daraus lässt sich weder die dauerhafte Sicherung der Berlin-Florenz-Verbindung noch ihre Streichung ableiten. Für deutsche Flughäfen insgesamt gilt dasselbe: Die geplante Verkleinerung der Flotte macht Änderungen am Streckennetz möglich, doch Volotea hat bislang keine deutschen Flughäfen oder Verbindungen als betroffen benannt. Wer einen Flug gebucht hat, sollte deshalb den Status seiner konkreten Verbindung bei der Airline prüfen, statt aus dem Flottenplan auf einen Ausfall zu schließen.

Der nächste Prüfpunkt ist der Streckenplan

Für Reisende zählt nun, ob Volotea Flugzeiten, Frequenzen oder Ziele tatsächlich ändert. Für die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens ist die angestrebte Einigung mit den Gläubigern im Dezember der nächste genannte Schritt. Bis konkrete Entscheidungen zum Flugplan veröffentlicht werden, bleibt offen, welche Folgen die Restrukturierung für Abflüge von deutschen Flughäfen hat.

Quellen und Transparenz: Grundlage für die Restrukturierungspläne sind die am 23. September veröffentlichten Angaben Voloteas, wiedergegeben von Europa Press, sowie ergänzende Berichte von Cinco Días. Die Angaben zur Berlin-Florenz-Strecke stammen aus der Pressemitteilung des Flughafens BER vom 22. September. Der von dir verlinkte t-online-Beitrag war bei der Recherche technisch nicht abrufbar; seine Formulierungen wurden daher nicht als Beleg übernommen.

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