Zverev-Drama: Djokovic dreht den Tennis-Krimi

Zverev-Drama: Djokovic dreht den Tennis-Krimi
Systembild: Alexander Zverev verlangte Novak Djokovic im Viertelfinale der China Open alles ab. Nach drei Sätzen setzte sich der Serbe durch. © KI-generierte Illustration.

Bitteres Aus in Peking: Zverev verliert Tennis-Krimi gegen Djokovic

Alexander Zverev war nur noch zwei Sätze vom Halbfinale entfernt, gewann den ersten Durchgang gegen Novak Djokovic und brachte den serbischen Superstar unter Druck. Dann drehte Djokovic das Viertelfinale der China Open. Nach 2:34 Stunden musste sich Zverev mit 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben. Für den Deutschen ist die Niederlage doppelt bitter: Auch der direkte Angriff auf Platz eins der Weltrangliste hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

Zverev hat Djokovic am Haken doch der Serbe entkommt

Peking. Es sah lange nach dem nächsten großen Sieg für Alexander Zverev aus. Der 29-Jährige erwischte im Viertelfinale der China Open gegen Novak Djokovic den besseren Start, nahm dem Serben früh den Aufschlag ab und brachte den Vorsprung durch den ersten Satz.

Beim Stand von 5:4 wurde es noch einmal eng. Djokovic erspielte sich zwei Breakchancen, doch Zverev wehrte beide ab und machte anschließend den Satzgewinn perfekt. 6:4. Der Deutsche hatte den sechsfachen Peking-Champion dort, wo er ihn haben wollte.

Doch gegen Djokovic reicht ein guter Satz selten.

Der 24-malige Grand-Slam-Sieger erhöhte den Druck, verlängerte die Ballwechsel und zwang Zverev immer häufiger zu Schlägen aus schwierigen Positionen. Das Match wurde zu dem Abnutzungskampf, den der Deutsche eigentlich hatte vermeiden wollen.

Djokovic holte sich den zweiten Satz mit 6:4. Auch im entscheidenden Durchgang blieb die Partie offen, ehe der Serbe erneut im entscheidenden Moment zuschlug. Nach 2:34 Stunden verwandelte Djokovic seinen zweiten Matchball zum 4:6, 6:4, 6:4.

Spektakulärer Punkt bringt Peking zum Kochen

Zwischendurch lieferten die beiden einen Ballwechsel, der sinnbildlich für die Intensität dieses Viertelfinales stand.

Djokovic spielte einen Stopp, Zverev erreichte den Ball, musste improvisieren und schlug im weiteren Verlauf sogar einen Tweener zwischen den Beinen. Djokovic rettete sich am Netz und entschied den spektakulären Schlagabtausch schließlich mit einem Vorhandvolley. Die Zuschauer im Capital Group Diamond reagierten entsprechend laut.

Es war Tennis auf höchstem Niveau. Und genau deshalb dürfte diese Niederlage für Zverev besonders schmerzen.

Er war nicht chancenlos. Ganz im Gegenteil.

Schon früh Ärger mit dem Schiedsrichter

Auch abseits der Ballwechsel wurde es hitzig.

Bereits im zweiten Spiel irritierte eine wechselnde digitale Bandenwerbung Zverev während seiner Aufschlagbewegung. Nach seinem Protest wurde die Situation überprüft. Djokovic zeigte sich mit dem Umgang des Schiedsrichters mit der Szene deutlich unzufrieden und diskutierte ebenfalls mit dem Unparteiischen.

Sportlich verlor die Szene später an Bedeutung. Sie zeigte aber früh, unter welcher Spannung dieses Duell stand.

Djokovic bleibt der König von Peking

Für Djokovic setzt sich damit eine außergewöhnliche Serie fort.

Der Serbe ist bei den China Open weiterhin ungeschlagen. Der Erfolg gegen Zverev war sein 32. Sieg in Folge in Peking. Djokovic hatte das Turnier vor seiner diesjährigen Rückkehr zuletzt 2015 gespielt und bereits sechsmal gewonnen.

Dabei waren die Vorzeichen diesmal ungewöhnlich.

Djokovic hatte in den Tagen zuvor immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Gegen den Chinesen Bu Yunchaokete benötigte er nahezu drei Stunden und eine medizinische Behandlung, um mit 4:6, 7:6, 6:2 weiterzukommen. Der 39-Jährige hatte selbst von gesundheitlich schwierigen Monaten gesprochen.

Gegen Zverev war davon in den entscheidenden Phasen wenig zu sehen.

Nun wartet im Halbfinale Daniil Medwedew.

Für Zverev geht es um mehr als dieses Viertelfinale

Die Niederlage trifft Zverev aus einem weiteren Grund.

Der Deutsche war mit einer großen Chance nach China gereist. Weltranglistenerster Jannik Sinner hat wegen seiner anhaltenden Knieverletzung auch das Masters in Shanghai abgesagt. Vor dem Viertelfinale galt deshalb: Gewinnt Zverev sowohl Peking als auch anschließend Shanghai, hätte er Sinner an der Spitze der Weltrangliste ablösen können.

Diese konkrete Rechnung ist mit dem Aus gegen Djokovic erledigt.

Die Gelegenheit, in Shanghai weitere Punkte gutzumachen, bleibt allerdings bestehen. Sinner wird dort nicht antreten.

Gerade deshalb ist die Niederlage bitter. Zverev hatte zuletzt einen starken Lauf hingelegt, gewann die US Open und fertigte am Samstag den Chinesen Juncheng Shang in gerade einmal 55 Minuten mit 6:0, 6:3 ab. Gegen Djokovic fehlte nun nur wenig.

Aber dieses Wenige war gegen einen der erfolgreichsten Tennisspieler der Geschichte wieder einmal genug.

Quellen und Transparenz

Grundlage des Beitrags sind aktuelle Spielberichte und Ergebnisdaten vom 4. Oktober 2026, darunter Berichte von Tennis Majors, dpa/WELT, Reuters sowie ergänzende Matchberichte. Die ursprünglich angegebene BILD-Veröffentlichung wurde als Themenimpuls berücksichtigt; Fakten und Matchverlauf wurden mit weiteren Quellen abgeglichen.

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