JP Kraemer Strafanzeige – bis zu drei Jahre Haft möglich

JP Kraemer Strafanzeige – bis zu drei Jahre Haft möglich
Systembild: JP Kraemer: Neue Strafanzeige, bis zu drei Jahre Haft möglich © KI-generierte Illustration.

Neue Strafanzeige gegen JP Kraemer: Warum jetzt bis zu drei Jahre Haft im Raum stehen

Der Fall um Jean Pierre „JP“ Kraemer bekommt eine neue juristische Dimension. Nach einem Bericht der „Bild“ hat der Anwalt seiner Noch-Ehefrau Julia Meck Strafanzeige erstattet. Diesmal geht es nicht unmittelbar um den bereits bekannten Gewaltvorwurf, sondern um den Verdacht einer falschen Versicherung an Eides statt. Das Strafgesetzbuch sieht dafür bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor. Ob sich der Verdacht bestätigt, ist offen.

Es ist ein Detail, das für Jean Pierre „JP“ Kraemer strafrechtlich noch unangenehm werden könnte.

Seit Wochen beschäftigen die Gewaltvorwürfe seiner Noch-Ehefrau Julia Meck Ermittler und Öffentlichkeit. Kraemer selbst hat mehrere körperliche Übergriffe eingeräumt. Nun steht zusätzlich die Frage im Raum, ob der Dortmunder Unternehmer in einem gerichtlichen Verfahren eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben könnte.

Nach Informationen der „Bild“ erstattete Mecks Rechtsanwalt Ali Mojab deshalb Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dortmund. Der Vorwurf: Kraemer soll in einer eidesstattlichen Versicherung eine Darstellung abgegeben haben, die nach Auffassung von Mecks Seite mit dem vorhandenen Videomaterial und einer gerichtlichen Bewertung nicht zusammenpasst.

Im Zentrum steht eine Szene vom November 2024

Dabei geht es um Aufnahmen einer Überwachungskamera auf dem Gelände von JP Performance. Sie zeigen einen körperlichen Übergriff zwischen Kraemer und seiner damaligen Ehefrau.

Kraemer selbst hatte sich Ende August öffentlich dazu geäußert und erklärt, er habe Meck am Hals gepackt, zur Seite geschoben und an den Haaren gefasst. Auch andere körperliche Übergriffe räumte er ein. In einem weiteren Streit habe er ihr eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen.

Weitergehende Darstellungen sind umstritten.

Julia Meck wirft Kraemer vor, sie gewürgt zu haben. Nach Angaben ihres Anwalts soll sie bei einer richterlichen Vernehmung ausgesagt haben, der Griff an ihren Hals habe so lange gedauert, bis ihr schwarz vor Augen geworden sei. Diese Schilderung ist ein Vorwurf Mecks und bislang keine rechtskräftig festgestellte Tatsache.

Was hat Kraemer eidesstattlich versichert?

Genau an diesem Punkt setzt die neue Strafanzeige an.

Nach übereinstimmenden Berichten von „Bild“ und oe24 hatte Kraemer in einem Verfahren gegen die „Bild“-Zeitung eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Darin soll er bestritten haben, Julia Meck gewürgt zu haben, auch mit Blick auf einen Vorfall vom 23. November 2024 bei JP Performance.

Das Landgericht Hamburg befasste sich nach diesen Berichten bereits mit dem Videomaterial. Demnach verwies das Gericht darauf, dass Kraemer selbst eingeräumt habe, Meck mit beiden Händen im Bereich zwischen Schlüsselbein und äußerer Halsmuskulatur angefasst zu haben. Nach der berichteten gerichtlichen Bewertung könne dieser Vorgang als Würgen bezeichnet werden.

Presse.Online liegt der vollständige Beschluss des Landgerichts nicht vor. Die konkrete Formulierung und der rechtliche Kontext dieser Entscheidung lassen sich deshalb derzeit nur anhand der veröffentlichten Medienberichte wiedergeben.

Warum plötzlich von „drei Jahren Haft“ die Rede ist

Der Strafrahmen ergibt sich aus § 156 Strafgesetzbuch.

Danach kann eine falsche Versicherung an Eides statt mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Kraemer nun automatisch drei Jahre ins Gefängnis müsste.

Zunächst müsste überhaupt festgestellt werden, dass die betreffende Erklärung objektiv falsch war und Kraemer vorsätzlich eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben hat. Auch die konkreten Umstände und der genaue Inhalt der Erklärung wären dafür entscheidend.

Derzeit ist öffentlich lediglich bekannt, dass eine entsprechende Strafanzeige gestellt worden sein soll. Eine Anklage oder gar Verurteilung wegen § 156 StGB ist damit nicht verbunden.

Schon die Gewaltvorwürfe beschäftigen die Staatsanwaltschaft

Unabhängig von der neuen Anzeige läuft gegen Kraemer bereits ein anderes Ermittlungsverfahren.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte Anfang September ein zuvor eingestelltes Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wieder aufgenommen. Julia Mecks Rechtsanwalt hatte nach der ursprünglichen Einstellung Strafantrag gestellt und die Wiederaufnahme beantragt.

Am 18. September berichtete die „Bild“ außerdem, die Ermittlungen seien ausgeweitet worden und beträfen inzwischen auch den Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung. Hintergrund seien unter anderem die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Griff an Mecks Hals.

Auch hier gilt: Ermittlungen dienen erst der Klärung eines Verdachts. Sie bedeuten nicht, dass die erhobenen Vorwürfe bewiesen sind.

Kraemer hat körperliche Gewalt selbst eingeräumt

Nicht sämtliche Bestandteile des Falls beruhen jedoch nur auf Anschuldigungen.

Kraemer bestätigte öffentlich, seiner Frau eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Zu den älteren Videoaufnahmen erklärte er selbst, er habe sie am Hals gepackt, weggedrückt und an den Haaren gefasst.

Kraemer stellte zugleich dar, auch von seiner Frau körperlich angegriffen worden zu sein. Meck widerspricht dieser Darstellung einer gegenseitigen Gewaltdynamik und erklärt, sie habe sich gegen Übergriffe gewehrt. Für die weitergehenden gegenseitigen Vorwürfe gibt es bislang keine abschließende gerichtliche Feststellung.

Die neue Anzeige könnte zu einem eigenen Verfahren führen

Für Kraemer laufen damit möglicherweise zwei strafrechtlich getrennte Komplexe nebeneinander.

Auf der einen Seite stehen die Ermittlungen wegen der körperlichen Auseinandersetzungen. Auf der anderen Seite geht es nun um die Frage, was Kraemer in einem gerichtlichen Verfahren eidesstattlich versichert hat und ob diese Erklärung mit den tatsächlichen Vorgängen vereinbar war.

Gerade deshalb ist die neue Anzeige juristisch relevant: Eine möglicherweise falsche eidesstattliche Versicherung wäre ein eigenständiger Straftatbestand. Der gesetzliche Höchstrahmen von drei Jahren stammt nicht aus einer Prognose über Kraemers persönliche Strafe, sondern unmittelbar aus § 156 StGB.

Ob die Staatsanwaltschaft nach der Anzeige ein entsprechendes Ermittlungsverfahren führt, ob sich ein Anfangsverdacht erhärtet und ob es irgendwann zu einer Anklage kommt, ist derzeit nicht öffentlich geklärt.

Für sämtliche noch nicht gerichtlich festgestellten Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung.

Was noch offen ist

Bislang ist öffentlich nicht bestätigt, dass wegen der neuen Strafanzeige bereits ein gesondertes Ermittlungsverfahren eröffnet oder Kraemer dazu vernommen wurde. Ebenso wenig ist bekannt, ob die Staatsanwaltschaft den von Julia Mecks Anwalt erhobenen Verdacht teilt.

Entscheidend dürfte der exakte Wortlaut der eidesstattlichen Versicherung sein. Ebenso relevant sind der Zusammenhang, in dem sie abgegeben wurde, das Videomaterial sowie die gerichtliche Bewertung des Geschehens.

Die Schlagzeile „drei Jahre Haft“ beschreibt deshalb den gesetzlichen Höchststrafrahmen, nicht eine zu erwartende Strafe für JP Kraemer.

FAQ

Drohen JP Kraemer jetzt tatsächlich drei Jahre Gefängnis?

§ 156 StGB sieht für eine vorsätzlich falsche Versicherung an Eides statt bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor. Das ist der gesetzliche Höchstrahmen. Ob Kraemer den Tatbestand erfüllt hat und welche Sanktion gegebenenfalls verhängt würde, steht nicht fest.

Gibt es bereits eine Anklage gegen JP Kraemer?

Eine Anklage wegen der nun behaupteten falschen eidesstattlichen Versicherung ist bislang nicht öffentlich bestätigt. Medien berichten zunächst von einer Strafanzeige.

Worum geht es bei der eidesstattlichen Versicherung?

Nach Medienberichten soll Kraemer in einem Verfahren gegen „Bild“ bestritten haben, Julia Meck gewürgt zu haben. Mecks Anwalt sieht darin angesichts des Videomaterials und einer gerichtlichen Bewertung einen möglichen Widerspruch.

Hat JP Kraemer Gewalt gegen seine Frau eingeräumt?

Ja. Kraemer hat mehrere körperliche Übergriffe selbst bestätigt, darunter einen Schlag mit der flachen Hand sowie einen Griff an Hals und Haare. Weitergehende Vorwürfe sind Gegenstand von Ermittlungen beziehungsweise zwischen den Beteiligten umstritten.

Quellen und Faktenprüfung

  • „Bild“, 4. Oktober 2026: neue Strafanzeige und Vorwurf einer möglicherweise falschen eidesstattlichen Versicherung.
  • oe24, 4. Oktober 2026: Angaben zum Inhalt der Strafanzeige, zur eidesstattlichen Versicherung und zur berichteten Bewertung des Landgerichts Hamburg.
  • Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz: § 156 StGB falsche Versicherung an Eides statt; Strafrahmen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.
  • WDR/Tagesschau: Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Kraemer wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Kraemers eigene Einlassungen zu körperlichen Übergriffen.
  • „Bild“, 18. September 2026: Bericht über ausgeweitete Ermittlungen und den Verdacht gefährlicher Körperverletzung.
  • Tagesspiegel/dpa: Bestätigung der Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Dortmund.

Redaktioneller Hinweis: Die neue Strafanzeige beruht derzeit auf Medienberichten vom 4. Oktober 2026. Eine eigenständige öffentliche Bestätigung der Staatsanwaltschaft Dortmund zur neuen Anzeige liegt in den geprüften Quellen noch nicht vor. Der gesetzliche Strafrahmen von bis zu drei Jahren ist bestätigt; daraus lässt sich keine konkrete Strafprognose für Kraemer ableiten.

🔔 Unabhängiger Journalismus lebt von Reichweite. Folgen Sie auf X, Linkedin oder Instagram und bleiben Sie informiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert