Berngau: Verdächtiger soll früher Polizist gewesen sein

Berngau: Verdächtiger soll früher Polizist gewesen sein
Kriminaltechniker der Polizei schaut vor dem Tatort ist nach Spuren. © Presse.Online

Berngau: Was über den festgenommenen Schützen bekannt ist

Ein 60-Jähriger soll im oberpfälzischen Berngau zwei Behördenmitarbeiter bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle erschossen haben. Nach einem stundenlangen Polizeieinsatz wurde er in der Nacht zum Freitag festgenommen. Nun berichtet BILD, dass der Tatverdächtige früher Polizist gewesen sei. Eine amtliche Bestätigung dieser Angabe liegt in den ausgewerteten Behördenmitteilungen nicht vor.

Getötet wurden eine 54-jährige Mitarbeiterin und ein 45-jähriger Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt. Sie hatten am Donnerstag, dem 8. Oktober, die Aufbewahrung der Waffen des Mannes überprüfen sollen.

Spezialkräfte nahmen den Mann schwer verletzt fest

Gegen 14 Uhr meldeten Zeugen Schussgeräusche. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, darunter Spezialkräfte und ein Hubschrauber. Der bewaffnete Tatverdächtige zog sich in sein Wohnhaus zurück.

Nach Polizeiangaben rief der Mann selbst bei der Einsatzzentrale an. In den folgenden Gesprächen erklärte er, Schusswaffen bei sich zu haben, und räumte ein, geschossen zu haben. Zugleich kündigte er an, nicht widerstandslos aufzugeben.

Die Verhandlungen blieben erfolglos. Gegen 2.20 Uhr drangen Spezialkräfte in das Gebäude ein; dabei wurden Sprengmittel eingesetzt und Schüsse auf den Verdächtigen abgegeben. Er wurde schwer verletzt und unter Polizeibewachung in ein Krankenhaus gebracht. Frühere Angaben, wonach er nur leicht am Bein verletzt worden sei, wurden später korrigiert.

Zehn legale Waffen, kein dokumentierter Gefährdungsverdacht

Der Mann war nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Jäger und Sportschütze. Er besaß zehn Waffen legal, darunter Lang- und Kurzwaffen. Nach dem am Freitag mitgeteilten Ermittlungsstand war er zuvor polizeilich nicht aufgefallen. Hinweise auf eine extremistische Gesinnung lagen dem Minister zufolge ebenfalls nicht vor.

Das Landratsamt erklärte, vor der Kontrolle habe es weder einen konkreten Gefährdungsverdacht noch sonstige Hinweise gegeben. Die Überprüfung sei routinemäßig und unangekündigt erfolgt.

Nach Darstellung der Behörde werden solche Kontrollen stets von zwei Beschäftigten durchgeführt. Ohne konkreten Gefährdungsverdacht erfolgten sie bayernweit ohne vorherige Abstimmung mit der Polizei. Überprüft werden der ordnungsgemäße Umgang mit den Waffen und insbesondere deren sichere Aufbewahrung.

Bericht über früheren Polizeidienst wirft weitere Fragen auf

Der BILD-Bericht über einen früheren Polizeidienst ergänzt die bislang bekannten Angaben zur Person des Verdächtigen. Wann und wo er tätig gewesen sein soll und unter welchen Umständen sein Dienst endete, ist anhand der ausgewerteten amtlichen Veröffentlichungen nicht geklärt.

Auch das Motiv bleibt offen. Herrmann zufolge wird in alle Richtungen ermittelt. Geprüft werde dabei auch die Vorgeschichte des Mannes im Kontakt mit dem Landratsamt.

Landratsamt unterstützt die Beschäftigten

Landrat Martin Meier sprach den Angehörigen der beiden Getöteten seine Anteilnahme aus. Die Behörde konzentriere sich nun darauf, ihre Beschäftigten zu informieren und in ihrer Trauer zu begleiten. Ein Krisenstab hatte bis tief in die Nacht gearbeitet.

Die Ermittlungen führen die Kriminalpolizei Regensburg und die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Nach seiner medizinischen Versorgung soll der Verdächtige vernommen und einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Wann sein Gesundheitszustand dies zulässt, war zuletzt noch offen.

Quellen und Transparenz

Die im bereitgestellten Material enthaltenen Nachbarschaftsschilderungen wurden nicht unabhängig bestätigt und deshalb nicht als Tatsachen übernommen. Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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