Pedax insolvent: Erneute Sanierung in Bitburg

Pedax insolvent: Erneute Sanierung in Bitburg
Systembild: Maschinen zur Betonstahlverarbeitung: Pedax aus Bitburg will seinen Geschäftsbetrieb durch eine Sanierung in Eigenverwaltung sichern © KI-generierte Illustration

Pedax erneut insolvent: Maschinenbauer aus Bitburg kämpft um seine Zukunft

Der Maschinenbauer Pedax aus Bitburg hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen bestätigt auf seiner Internetseite ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Ziel sei, den Betrieb wirtschaftlich neu aufzustellen und fortzuführen. Kundenprojekte, Serviceleistungen und die Ersatzteilversorgung würden weitergeführt, teilt Pedax mit.

Nach dem vorliegenden Bericht von t-online ist die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den 1. November vorgesehen. Das Medium beruft sich dabei auf Insolvenzanwalt Phillip-Boie Harder von der Düsseldorfer Kanzlei Anure. Ein gerichtlicher Eröffnungsbeschluss für diesen Termin liegt dieser Redaktion nicht vor.

Spezialmaschinen für die Bauwirtschaft

Pedax baut Anlagen, mit denen Betonstahl geschnitten, gerichtet und gebogen wird. Abnehmer sind unter anderem Stahlhändler, Biegebetriebe und Betonfertigteilwerke. Das Unternehmen liefert damit Technik für die Verarbeitung jenes Stahls, der Betonbauteile verstärkt. Auf seiner Website nennt Pedax rund 150 Beschäftigte an zwei Standorten. Diese Unternehmensangabe ist keine gesondert bestätigte aktuelle Beschäftigtenzahl für das Werk in Bitburg.

Als Belastungen nennt das bereitgestellte Quellenmaterial hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und einen schwachen Stahlmarkt. Wie stark diese Faktoren jeweils zur finanziellen Schieflage beigetragen haben, lässt sich aus der veröffentlichten Unternehmensmitteilung nicht entnehmen. Sie enthält weder Angaben zur Finanzierungslücke noch zur Höhe möglicher Verbindlichkeiten.

Der Zusammenhang mit der Baukonjunktur ergibt sich aus dem Geschäft: Pedax verkauft seine Maschinen an Unternehmen, die Bewehrungsstahl für Bauvorhaben verarbeiten. Werden dort Investitionen zurückgestellt, kann das auch die Nachfrage nach neuen Anlagen treffen. Ob und in welchem Umfang solche Verschiebungen bei Pedax aufgetreten sind, ist bislang nicht durch konkrete Auftragszahlen belegt.

Bereits 2013 musste Pedax saniert werden

Für den Maschinenbauer ist es die zweite Insolvenz innerhalb von 13 Jahren. Mitte 2013 war Pedax bereits zahlungsunfähig geworden. Damals gelang eine Sanierung über einen Insolvenzplan, dem die Gläubiger im Dezember 2013 zustimmten.

Eine im Januar 2014 veröffentlichte Mitteilung zur damaligen Rettung nannte 90 gesicherte Arbeitsplätze in Bitburg und weitere 15 in der dänischen Niederlassung. Diese Zahlen beschreiben das frühere Verfahren und erlauben keine Aussage über die heutige Belegschaft.

Betrieb läuft weiter, Ausgang der Sanierung offen

Die aktuelle Mitteilung von Pedax enthält eine klare Zusage zur Fortsetzung des laufenden Geschäfts. Einen konkreten Sanierungsplan, verbindliche Aussagen zum Erhalt sämtlicher Stellen oder einen möglichen Investor nennt das Unternehmen darin jedoch nicht.

Für Beschäftigte und Geschäftspartner bleiben damit wesentliche Fragen offen: Welche Kosten muss Pedax senken? Wie wird die Fortführung finanziert? Und welche Auswirkungen wird die Restrukturierung auf die Arbeitsplätze haben? Belastbare Antworten dazu sind in den ausgewerteten Primärquellen bislang nicht veröffentlicht.

Quellen und Transparenz: Grundlage sind das bereitgestellte Material zum Bericht von t-online, die aktuelle Unternehmensmitteilung von Pedax, die Unternehmensdarstellung sowie die über INDat veröffentlichte Mitteilung zur Sanierung von 2013/2014. Der t-online-Volltext ließ sich nicht abrufen. Die Angaben zum vorgesehenen Eröffnungstermin und zu den aktuellen Krisenursachen stammen deshalb aus dem bereitgestellten Auszug; eine unabhängige Bestätigung dieser Details liegt nicht vor.

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