BMW: Abfindungsprogramm offenbar pausiert

BMW: Abfindungsprogramm offenbar pausiert
Die BMW-Konzernzentrale in München. Das freiwillige Abfindungsprogramm ist Medienberichten zufolge vorübergehend unterbrochen. Archivbild. © Presse.Online

Zu viele Anfragen: BMW pausiert offenbar sein Abfindungsprogramm

München. BMW hat sein freiwilliges Abfindungsprogramm nach Medienberichten vorübergehend ausgesetzt. Beschäftigte schilderten dem Bayerischen Rundfunk, dass das Angebot bereits wenige Tage nach dem Start wieder geschlossen worden sei. Die zahlreichen Anfragen müssten zunächst abgearbeitet werden. BMW selbst bestätigt bislang lediglich ein großes Interesse an dem Programm. Zum weiteren Verlauf äußert sich der Konzern nicht.

Erst streikte das Portal, dann fehlten Bearbeitungskapazitäten

Bereits zum Start hatte der Andrang offenbar technische Probleme verursacht: Das interne Onlineportal, über das Beschäftigte ihre persönlichen Abfindungskonditionen abrufen konnten, war zeitweise nicht erreichbar. Darüber berichtete das „Handelsblatt“ am 9. Oktober unter Berufung auf Konzernkreise.

Die nun berichtete Unterbrechung geht offenbar über eine technische Störung hinaus. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen, über die t-online berichtet, übersteigt die Zahl der Anfragen die verfügbaren Bearbeitungskapazitäten der Personalabteilung. Denn auf das persönliche Angebot folgen Gespräche und gegebenenfalls der Abschluss eines Aufhebungsvertrags. Gleichzeitig muss die Abteilung ihre laufenden Aufgaben erledigen. Neue Anfragen sollen deshalb vorerst gedrosselt werden.

Was BMW bestätigt

Ein Konzernsprecher erklärte laut den vorliegenden Berichten, das freiwillige Abfindungsprogramm sei nach dem Versand der persönlichen Konditionen „auf großes Interesse“ gestoßen. Die Angebote seien individuell und nach einheitlichen Grundsätzen für alle teilnahmeberechtigten Beschäftigten berechnet worden.

Einzelne Abfindungssummen kommentiert BMW grundsätzlich nicht. Auch einen Termin für die Fortsetzung des Programms nennt der Konzern in der vom BR wiedergegebenen Stellungnahme nicht.

Damit bleibt die Quellenlage zweigeteilt: Das große Interesse bestätigt das Unternehmen. Die vorübergehende Schließung und die Überlastung bei der Bearbeitung werden aus der Belegschaft beziehungsweise aus Unternehmenskreisen berichtet.

Bis zu 8.000 Stellen sollen wegfallen

Unternehmenskreisen zufolge sollen bis Ende 2027 insgesamt bis zu 8.000 Stellen entfallen. Neben freiwilligen Aufhebungsverträgen sollen dafür auch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation genutzt werden. Der BR nennt als betroffene Bereiche Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die unmittelbare Produktion steht demnach nicht im Mittelpunkt des Programms.

Die Zahl von bis zu 8.000 Stellen ist dabei keine Angabe zum Abbau allein am Standort München. Ebenso wenig lässt sich aus den vielen Anfragen bereits ablesen, wie viele Beschäftigte tatsächlich ausscheiden werden: Ein abgerufenes Angebot oder ein Beratungsgespräch ist noch kein unterschriebener Aufhebungsvertrag.

Wie viele Beschäftigte gehen wollen, bleibt offen

Eine belastbare Zahl der eingegangenen Anfragen oder bereits abgeschlossenen Verträge geht aus den ausgewerteten Berichten nicht hervor. Auch die Gründe, aus denen Beschäftigte Interesse an einem Ausstieg zeigen, sind damit nicht belegt.

Für den weiteren Verlauf ist nun vor allem offen, wann BMW wieder neue Anfragen zulässt und wie viele freiwillige Austritte am Ende vereinbart werden.

Quellen und Transparenz:

Grundlage sind der BR24-Bericht vom 15. Oktober 2026, der Bericht von t-online vom 16. Oktober sowie die „Handelsblatt“-Meldung vom 9. Oktober. Die BMW-Stellungnahme wird nach diesen Medienberichten wiedergegeben; eine eigene Auskunft des Unternehmens liegt nicht vor. Die Unterbrechung des Programms und die Zahl von bis zu 8.000 wegfallenden Stellen sind als Angaben aus Beschäftigten- beziehungsweise Unternehmenskreisen gekennzeichnet.

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