Niedrigwasser am Rhein legt gefährliche Kriegsrelikte frei

Niedrigwasser am Rhein legt gefährliche Kriegsrelikte frei
Niedrigwasser macht am Rheinufer zuvor verdeckte Gegenstände sichtbar. Die Stadt Köln warnt vor möglichen Kampfmittelfunden. Symbolbild: KI-generierte Illustration.

Bombenfund am Rhein: 3.000 Menschen mussten Wohnungen verlassen

Köln. Bomben, Granaten und Minen: Der niedrige Rheinpegel lässt alte Kampfmittel sichtbar werden. Zwischen August und Anfang Oktober 2026 wurden im Kölner Rheinbereich 53 verdächtige Gegenstände gemeldet oder entdeckt. In 33 Fällen handelte es sich tatsächlich um Kampfmittel, wie die Stadt Köln mitteilte. Insgesamt verzeichnete sie in diesem Zeitraum 45 kampfmittelbedingte Einsätze.

Ein besonders aufwendiger Einsatz betraf Ende September den Stadtteil Rodenkirchen. Nach dem Fund einer amerikanischen Zehn-Zentner-Bombe mussten rund 3.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch die Autobahn 4 wurde vorübergehend gesperrt. Der Blindgänger wurde schließlich kontrolliert gesprengt.

Bombenfund nahe der Kirche Alt St. Maternus

Entdeckt wurde die Weltkriegsbombe am 28. September am Rodenkirchener Leinpfad auf Höhe der Kirche Alt St. Maternus. Nach Angaben der Stadt besaß sie einen Front- und einen Heckaufschlagzünder.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst legte zunächst einen Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern fest. Darin lagen neben Wohngebäuden eine Altenpflegeeinrichtung, die A4 und ein Abschnitt der Bundeswasserstraße Rhein. Für den folgenden Tag war eine Entschärfung vorgesehen.

Doch einer der Zünder ließ sich nicht herausdrehen. Wie t-online unter Berufung auf die Stadt berichtete, wurde die Bombe deshalb auf einen Acker im Weißer Rheinbogen transportiert. Dort erfolgte am 29. September kurz vor 19 Uhr die kontrollierte Sprengung. Die ursprüngliche Sperrung in Rodenkirchen war zuvor aufgehoben worden; die Bewohner konnten zurückkehren.

Köln warnt vor weiteren Funden am Rheinufer

Der Rodenkirchener Einsatz ist abgeschlossen. Die Gefahr durch bislang unentdeckte Kampfmittel am Ufer bleibt Gegenstand einer städtischen Warnung vom 12. Oktober.

Unter den geborgenen Gegenständen waren Sprengbomben, Brandbomben, Minen und verschiedene Granaten. Meist konnten Fachkräfte die Funde bergen und abtransportieren, ohne dass eine Evakuierung erforderlich wurde. In anderen Fällen mussten größere Bereiche geräumt werden.

Auch kleine Gegenstände können gefährlich sein. Die Stadt zeigt auf ihrer Informationsseite eine am Rheinufer gefundene Wurfgranate, die etwa so groß wie ein Kugelschreiber ist. Alter und äußere Beschädigungen geben keine Sicherheit: Kampfmittel können weiterhin zündfähig sein und explodieren. Ihre Beurteilung und Beseitigung gehört in die Hände von Fachkräften.

Was Spaziergänger bei einem verdächtigen Fund tun sollten

Verdächtige Gegenstände dürfen weder berührt noch bewegt oder mitgenommen werden. Wer einen möglichen Sprengkörper entdeckt, soll Abstand halten und andere Menschen in der Nähe warnen. Eigene Untersuchungen oder Versuche, den Gegenstand unschädlich zu machen, sind gefährlich.

Die Stadt Köln nennt für Fundmeldungen das Ordnungsamt unter 0221 / 221-32000 oder die Polizei unter 110. Hilfreich ist eine genaue Beschreibung des Fundortes.

Für den Aufenthalt am Rhein gilt die ausdrückliche Empfehlung der Stadt: auf bekannten, befestigten Wegen bleiben und trockengefallene Bereiche des Flussbettes nicht betreten.

Quellen und Transparenz

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