Wie ist die Situation in Frankreich?
Nach Schüssen bei Paris: Sprengfalle in Wohnung entdeckt
Ein Toter, fünf Verletzte und eine Sprengfalle in der Wohnung des Tatverdächtigen: Nach dem Angriff bei Paris ermittelt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Präsident Macron spricht von einem rassistischen Terroranschlag.
Stand: 24. Oktober 2026
Nach den tödlichen Schüssen in zwei Gemeinden bei Paris haben Ermittler in der Wohnung des Tatverdächtigen eine Sprengfalle entdeckt. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Bei dem Angriff am Freitag, dem 23. Oktober, wurde ein Mensch getötet. Fünf weitere Menschen erlitten Verletzungen, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Ein 39-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat bei einem Besuch in Trappes als rassistischen Terroranschlag. Die Menschen seien wegen ihrer Hautfarbe oder einer ihnen zugeschriebenen Religion angegriffen worden, erklärte er. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft PNAT hat die Ermittlungen übernommen.
Schüsse in Trappes und La Verrière
Der Angriff begann am Freitagvormittag in Trappes im Département Yvelines. Nach einer von Europe 1 wiedergegebenen Mitteilung der Ermittlungsbehörde schoss ein Mann aus einem Auto zunächst auf ein geparktes Fahrzeug, in dem sich eine Mutter und ihre Tochter befanden.
Anschließend feuerte er auf die Fassade eines Gesundheitszentrums. Dort wurde niemand verletzt. Auf dem Platz Louis-Pergaud traf er einen Mann tödlich. Weitere Schüsse fielen an einer Tankstelle und in der Nachbargemeinde La Verrière. europe1.fr
Die Polizei nahm den Verdächtigen gegen 10.20 Uhr in Coignières fest. In seinem Fahrzeug fanden die Ermittler laut Staatsanwaltschaft eine Maschinenpistole und eine Tränengasgranate.
Sprengfalle bei Durchsuchung entdeckt
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stießen die Einsatzkräfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf eine Sprengfalle mit Gasflaschen. Am Freitagnachmittag wurde zudem eine Person aus dem engsten Familienkreis des Verdächtigen festgenommen. Welche mögliche Beteiligung geprüft wird, ging aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor. tagesspiegel.de
Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf die PNAT, dass die Behörde ihre Opferbilanz auf einen Toten und fünf Verletzte korrigiert hatte. Zuvor waren vier Verletzte gemeldet worden. aa.com.tr
Ermittlungen wegen Terrorverdachts und rassistischer Motive
Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben. Dabei berücksichtigt sie einen möglichen rassistischen oder religiös begründeten Hintergrund: Die Opfer könnten wegen ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe oder Religion ausgewählt worden sein. Le Parisien
Macron erklärte am Freitagabend, erste Erkenntnisse sprächen für eine gezielte Auswahl der Opfer. Er verwies auf dokumentierte Äußerungen des Angreifers und darauf, dass dieser andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe verschont habe. Zugleich betonte der Präsident, dass die Justiz die Tat vollständig aufklären müsse. Élysée
Welche weiteren Vorbereitungen es gab und ob andere Personen beteiligt waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Für den festgenommenen Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.
Quellen und Transparenz
- Primärquelle: Élysée-Palast, „Déplacement à Trappes“, Erklärung Emmanuel Macrons vom 23. Oktober 2026.
- Ergänzende Berichte: dpa über den Tagesspiegel vom 24. Oktober 2026 sowie Europe 1, Le Parisien und Anadolu vom 23. Oktober 2026. Angaben der Staatsanwaltschaft sind diesen Berichten zugeordnet.
- Der verlinkte n-tv-Beitrag ließ sich nicht vollständig abrufen. Die Darstellung wurde anhand der genannten Quellen recherchiert. Eine unmittelbar abrufbare Originalmitteilung der PNAT lag nicht vor.
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