Wie ist die aktuelle Lage in Frankreich und Italien?
Plünderungen und Angriffe: Neue Krawalle in Frankreich und Italien
Geschäfte werden geplündert, Einsatzkräfte angegriffen, Müllcontainer angezündet: Erneut ist bei Protesten in Frankreich und Italien Gewalt ausgebrochen. Auch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen verhinderten die Ausschreitungen nicht.
Stand: 25. Oktober 2026
Erneute Gewalt bei Protesten in Frankreich und Italien: Am Samstag, dem 24. Oktober, kam es in mehreren Städten zu Ausschreitungen. Aus Frankreich wurden Plünderungen und Angriffe auf Sicherheitskräfte gemeldet. In Italien eskalierte die Lage unter anderem in Turin, Rom und Bologna.
Die Proteste richteten sich unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten. In Frankreich forderten Demonstrierende auch bessere Bedingungen an Schulen. Diese Anliegen erklären den Anlass der Kundgebungen. Eine Rechtfertigung für Plünderungen oder Angriffe auf Menschen liefern sie nicht.
Frankreich: Geschäfte geplündert, Polizei angegriffen
In Marseille wurden nach Polizeiangaben mehrere Geschäfte ausgeraubt, darunter zwei Juweliergeschäfte. Randalierer zündeten Müllbehälter an und warfen Steine und Flaschen auf Einsatzkräfte, berichtete Reuters.
Auch in Paris eskalierte die Lage nach dem Demonstrationszug. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Weitere Zusammenstöße meldete Reuters unter anderem aus Lyon, Bordeaux und Nantes.
Dass zahlreiche Menschen ohne Gewalt demonstrierten, ändert nichts an der Schwere dieser Übergriffe. Wer Geschäfte plündert oder Einsatzkräfte mit Wurfgeschossen angreift, gefährdet Menschen. Die Schäden treffen zudem Geschäftsinhaber und Beschäftigte, die mit den politischen Forderungen der Protestierenden nichts zu tun haben müssen.
Fast 1.000 Festnahmen, zwei Schwerverletzte
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur von fast 1.000 Festnahmen. Die Bilanz war noch vorläufig. Zwei Menschen seien bei Polizeieinsätzen im Zusammenhang mit heftigen Ausschreitungen in Clermont-Ferrand und Toulouse schwer verletzt worden.
Nach Angaben des Innenministeriums nahmen rund 410.000 Menschen an den Protesten teil. Der Gewerkschaftsverband CGT nannte etwa 800.000.
Nuñez erklärte, die Gewalt sei weniger intensiv ausgefallen als am vorangegangenen Wochenende. Für die Betroffenen bleibt dennoch die konkrete Bilanz: Verletzungen, beschädigtes Eigentum und geplünderte Geschäfte.
Italien: Erneut Zusammenstöße in mehreren Städten
In Italien kam es laut Reuters in Turin, Rom und Bologna zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei. Die Proteste richteten sich gegen Krieg und steigende Lebenshaltungskosten.
Viele Geschäfte hatten aus Sorge vor Schäden vorsorglich geschlossen. Bereits am vorherigen Wochenende waren Läden geplündert und Eigentum beschädigt worden.
Für den 24. Oktober muss die Lage allerdings nach Orten unterschieden werden: Mailand blieb laut Reuters weitgehend friedlich. Die Reporter der Nachrichtenagentur beobachteten bei den von ihnen verfolgten Protesten am Samstag keine Plünderungen oder Sachbeschädigungen an Geschäften. Die aus Frankreich gemeldeten Übergriffe lassen sich deshalb nicht pauschal auf alle italienischen Demonstrationsorte übertragen.
Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen konnten Gewalt nicht verhindern
Frankreich hatte nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober zusätzliche Vorkehrungen getroffen. Das Innenministerium verlangte von den Präfekten, Demonstrationsrouten besonders auf Gefahren für Geschäfte zu prüfen. Bei drohenden Plünderungen oder Zerstörungen sollten Versammlungen in betroffenen Bereichen untersagt werden können.
An Bahnhöfen und Verkehrsachsen waren verstärkte Kontrollen vorgesehen. Die Behörden sollten Gegenstände erkennen, die für Gewalttaten eingesetzt werden könnten, und gegen deren Träger vorgehen. Zugleich schrieb das Ministerium einen verhältnismäßigen Einsatz polizeilicher Zwangsmittel im geltenden rechtlichen Rahmen vor.
Die Maßnahmen verhinderten weitere Ausschreitungen nicht. Eine abschließende Bilanz der Festnahmen und Schäden lag in den ausgewerteten Berichten noch nicht vor. Ebenso wenig belegen diese Quellen eine gemeinsame Steuerung der Gewalt in Frankreich und Italien.
Quellen und Transparenz
- Französisches Innenministerium: „Journée de mobilisation du samedi 24 octobre 2026“, 23.10.2026. Primärquelle, Pressemitteilung zu Sicherheitsmaßnahmen und Einsatzvorgaben. Originalmitteilung. www.interieur.gouv.fr
- Reuters: „Violence flares in Paris after largely peaceful protests across France“, 24.10.2026. Agenturbericht zu Ausschreitungen und Polizeieinsätzen in Frankreich. Bericht. www.reuters.com
- Reuters: „Protests sweep Italian cities amid heavy security presence, some violence reported“, 24.10.2026. Agenturbericht mit eigenen Beobachtungen aus Italien. Bericht. www.reuters.com
- dpa, veröffentlicht bei WELT: „Mindestens 1.000 Festnahmen nach Protesten in Frankreich“, 25.10.2026. Im Artikel wird die im Bericht wiedergegebene vorläufige Ministerangabe von „fast 1.000“ verwendet. Bericht. www.welt.de
- BILD: „Bilder der Krawalle in Frankreich und Italien: Die Gewalt kennt keine Grenzen“, 25.10.2026. Ausgangsmaterial und ergänzende Bildberichterstattung. Beitrag. www.bild.de
Die Angaben zu Festnahmen und Verletzten sind vorläufig. Aussagen von Polizei und Ministerium werden als solche zugeordnet. Eine unmittelbar abrufbare italienische Behördenbilanz zum gesamten Protesttag wurde nicht herangezogen.
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