WM 2026: Studie sieht neues Sommermärchen
Kaum Vorfreude aber große Pläne für die Fußball-WM
Nur 6,9 Prozent der Menschen in Deutschland verspüren wenige Tage vor der Fußball-WM 2026 bereits ausgeprägte Vorfreude. Das Interesse könnte mit dem Beginn des Turniers jedoch sprunghaft steigen: Eine aktuelle Befragung erwartet volle Public-Viewing-Flächen, hohe Konsumausgaben und eine Begeisterung, die weit über die Spiele der deutschen Nationalmannschaft hinausreicht.
Die von Dr. Weirauch Consulting International vorgelegten Ergebnisse zeichnen damit ein widersprüchliches Bild. Vor dem ersten Anpfiff herrscht offenbar noch Zurückhaltung. Sobald die WM beginnt, soll Fußball jedoch für mehrere Wochen den Alltag, das Freizeitverhalten und in vielen Haushalten auch die Ausgaben bestimmen.
Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten statt. Erstmals kämpfen 48 Nationalmannschaften in insgesamt 104 Spielen um den Titel.
Eröffnungsfeier soll das Interesse schlagartig erhöhen
Die Befragung wurde nach Angaben der Projektleitung in der Kalenderwoche 23 unter 1.165 Menschen im Alter von 18 bis 63 Jahren in Deutschland durchgeführt.
Während bislang nur eine kleine Minderheit von deutlicher Vorfreude spricht, soll die Eröffnungsfeier für viele Zuschauer den eigentlichen Startpunkt der Weltmeisterschaft markieren. Das aktive Interesse steigt laut Studie dann auf 92,6 Prozent.
Dieser Unterschied ist bemerkenswert. Er deutet darauf hin, dass die WM-Begeisterung nicht langsam wächst, sondern bei vielen Menschen erst durch die Bilder aus den Stadien, die ersten Ergebnisse und das gemeinschaftliche Mitfiebern ausgelöst wird.
Unter den befragten Frauen bezeichneten 61,9 Prozent die WM als mögliches Highlight. Einen belastbaren Zusammenhang mit der wachsenden Bedeutung des Frauenfußballs belegen die veröffentlichten Daten jedoch nicht. Die Studienautoren sehen darin unter anderem eine Folge der gestiegenen Aufmerksamkeit für den Frauenfußball. Ein unmittelbarer Zusammenhang lässt sich aus den bislang veröffentlichten Ergebnissen allerdings nicht ableiten.
WM-Spiele verdrängen andere Fernsehangebote
84,8 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Übertragungen der WM-Spiele andere Fernsehsendungen in den Hintergrund drängen werden. Für Fernsehsender, Streaminganbieter und Werbekunden beginnt damit eine Phase ungewöhnlich stark gebündelter Aufmerksamkeit.
Die WM dürfte jedoch nicht nur vor dem heimischen Fernseher stattfinden. Neun von zehn Befragten wollen das Turnier nach eigenen Angaben aktiv erleben.
50 Prozent bevorzugen Public Viewing. Weitere 42 Prozent wollen Spiele in Bars oder Restaurants verfolgen. Lediglich acht Prozent planen, gemeinsam mit Freunden zu Hause zu schauen.
Für die Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft eröffnet das erhebliche Umsatzchancen. Gleichzeitig müssen Betriebe und Kommunen zusätzliche Besucher, Sicherheitsanforderungen, Lärm, Verkehr und Abfall bewältigen.
44,1 Prozent der Befragten planen sogar, mehrfach eine Fanmeile zu besuchen.
Die Begeisterung endet nicht mit einem deutschen Ausscheiden
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass das Interesse vieler Zuschauer nicht allein vom Erfolg der deutschen Mannschaft abhängt.
91,5 Prozent sagen, dass die jeweils bessere Mannschaft gewinnen solle auch wenn es nicht das eigene Land ist. 88,6 Prozent wollen das Turnier bis zum Finale verfolgen. Viele Befragte können sich demnach vorstellen, auch andere Nationalmannschaften zu unterstützen und gemeinsam mit deren Fans zu feiern.
Das ist für die Reichweite des Turniers entscheidend. Sollte Deutschland früh ausscheiden, müsste die Aufmerksamkeit nicht zwangsläufig einbrechen.
Besonders groß ist das Interesse an dramatischen Spielsituationen. 95,7 Prozent begeistern sich für außergewöhnliche Aktionen, die ein Tor ermöglichen oder verhindern. Ein Elfmeterschießen begrüßen nach Angaben der Studienleitung sogar 99 Prozent.
Die hohen Werte verdeutlichen, dass Spannung und außergewöhnliche Spielmomente für viele Zuschauer wichtiger sind als eine ausschließliche Bindung an die deutsche Nationalmannschaft.
Zwei Drittel planen dreistellige WM-Ausgaben
Die Weltmeisterschaft könnte auch wirtschaftlich spürbare Effekte auslösen. Alle Befragten mussten ihre erwarteten Ausgaben beziffern.
Elf Prozent planen einen zweistelligen Betrag. 68 Prozent rechnen mit Ausgaben im dreistelligen Bereich. Weitere 21 Prozent nennen sogar ein vierstelliges Budget.
Bei den höchsten Beträgen fallen nach Angaben der Studienleitung vor allem geplante Käufe neuer Fernsehgeräte ins Gewicht. Hinzu kommen Ausgaben für Gastronomie, Getränke, Lebensmittel, Fanartikel und Veranstaltungen.
Bei WM-Trikots bevorzugen 63,8 Prozent ein Markenprodukt. 36,2 Prozent würden sich für ein günstigeres No-Name-Angebot entscheiden. Auch Kartoffelchips und andere typische Snackprodukte gehören laut Befragung zu den erwarteten WM-Einkäufen.
Für Verbraucher bedeutet das konkret: Die WM wird für viele Haushalte nicht nur ein Sportereignis, sondern ein zusätzlicher Ausgabenposten. Gerade bei Fernsehern und Markenartikeln können emotionale Kaufentscheidungen zu deutlich höheren Kosten führen.
WM-Werbung stößt auf ungewöhnlich hohe Akzeptanz
Auch werbende Unternehmen könnten profitieren. 88,6 Prozent der Befragten fühlen sich durch WM-Werbung in Fernsehen, Radio und Printmedien nach eigenen Angaben nicht gestört.
Bei 32,7 Prozent wird durch beworbene Produkte sogar Kaufinteresse geweckt.
Das macht die Weltmeisterschaft für Marken besonders attraktiv. Kaum ein anderes Ereignis verbindet über mehrere Wochen hohe Medienreichweite, gemeinschaftliche Erlebnisse und konkrete Konsumanlässe.
Die Zahlen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass aus jedem geäußerten Interesse ein Kauf entsteht. Entscheidend wird sein, wie glaubwürdig die Produkte mit dem Turnier verbunden werden und ob die Haushalte angesichts der wirtschaftlichen Lage ihre geplanten Budgets tatsächlich ausschöpfen.
Unfairness und Fehlentscheidungen sind die größten Störfaktoren
So groß die erwartete Begeisterung ist, so klar benennen die Befragten mögliche Stimmungskiller.
72 Prozent stören sich vor allem an unfairer Spielweise, Fouls und Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. 25 Prozent sehen mögliche Ausschreitungen von Fans als größtes Problem. Drei Prozent nennen sonstige Gründe.
Damit hängt die öffentliche Wahrnehmung der Weltmeisterschaft nicht nur von Toren und Ergebnissen ab. Auch Fairness, Sicherheit und nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen werden darüber entscheiden, ob das Turnier als positives Gemeinschaftserlebnis in Erinnerung bleibt.
Wird die WM 2026 ein neues Sommermärchen?
Die Studienleitung erwartet, dass die Fußball-WM in Deutschland zu einem neuen „Sommermärchen“ werden kann selbst dann, wenn die deutsche Mannschaft den Pokal nicht gewinnt.
Die Befragten verbinden das Turnier demnach mit gemeinsamen Mahlzeiten, Getränken, guter Stimmung, neuen Begegnungen und einer zeitweisen Ablenkung von wirtschaftlichen oder persönlichen Sorgen. Die WM erscheint damit nicht nur als sportlicher Wettbewerb, sondern als gesellschaftlich willkommene Auszeit.
Der Vergleich mit dem Sommermärchen von 2006 ist dennoch anspruchsvoll. Damals war Deutschland selbst Gastgeber. 2026 finden die Spiele in Nordamerika statt, zahlreiche Anstoßzeiten liegen für deutsche Zuschauer ungünstig, und die wirtschaftliche Stimmung ist angespannter.
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen deshalb keine sichere Prognose, wohl aber ein erhebliches Potenzial: Die Vorfreude mag noch gering sein. Der Wunsch nach Gemeinschaft, Spannung und einer Pause vom Alltag ist dagegen bereits deutlich erkennbar.
Ob daraus tatsächlich ein neues Sommermärchen wird, entscheidet sich nicht allein auf dem Spielfeld. Entscheidend ist, ob Fans, Städte, Gastronomie und Veranstalter die WM als friedliches und bezahlbares Gemeinschaftserlebnis gestalten.
Was das konkret bedeutet
- Verbraucher: Viele Haushalte planen mehrere Hundert Euro für Gastronomie, Lebensmittel, Fanartikel oder neue Technik ein. Preisvergleiche können besonders bei Fernsehgeräten und Markenartikeln erhebliche Einsparungen bringen.
- Gastronomie: Bars, Restaurants und Biergärten können mit zusätzlicher Nachfrage rechnen, müssen aber Personal, Reservierungen und längere Aufenthaltszeiten einplanen.
- Einzelhandel: Trikots, Snacks, Getränke und Unterhaltungselektronik dürften zu den gefragtesten Produktgruppen gehören.
- Kommunen: Fanmeilen und Public-Viewing-Veranstaltungen erfordern zusätzliche Konzepte für Sicherheit, Verkehr, Reinigung und Lärmschutz.
- Werbewirtschaft: WM-Kampagnen treffen laut Studie auf hohe Akzeptanz. Entscheidend bleibt, ob Marken glaubwürdig auftreten und einen erkennbaren Bezug zum Ereignis herstellen.
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FAQ zur Fußball-WM 2026
Wie groß ist die WM-Vorfreude in Deutschland?
Nach Angaben der Studienleitung äußern derzeit nur 6,9 Prozent der Befragten deutliche Vorfreude. Mit Beginn der Eröffnungsfeier soll das aktive Interesse jedoch auf 92,6 Prozent steigen.
Wie wollen die Menschen die WM erleben?
50 Prozent bevorzugen Public Viewing. 42 Prozent wollen Spiele in Bars oder Restaurants sehen. Acht Prozent planen Fußballabende mit Freunden zu Hause.
Wie viel Geld geben Verbraucher für die WM aus?
68 Prozent planen einen dreistelligen Betrag. 21 Prozent rechnen sogar mit vierstelligen Ausgaben, wobei insbesondere neue Fernsehgeräte ins Gewicht fallen.
Welche Branchen profitieren von der Fußball-WM?
Vor allem Gastronomie, Einzelhandel, Unterhaltungselektronik, Veranstaltungswirtschaft, Medien und Werbung können mit zusätzlicher Nachfrage und Aufmerksamkeit rechnen.
Bleibt das Interesse bestehen, wenn Deutschland ausscheidet?
88,6 Prozent wollen die WM bis zum Finale verfolgen. 91,5 Prozent wünschen sich den Sieg der jeweils besseren Mannschaft unabhängig von der eigenen Nationalität.
Wird die WM 2026 ein neues Sommermärchen?
Die Studie sieht dafür ein großes Potenzial. Ob eine mit 2006 vergleichbare Stimmung entsteht, hängt jedoch vom Turnierverlauf, den Anstoßzeiten, der wirtschaftlichen Lage und friedlichen Fanveranstaltungen ab.
Quellen:
1. Dr. Weirauch Consulting International
- Quelle: Studienunterlagen „Fußball-WM 2026: Meinungen, Match, Marken“
- Erhebungszeitraum: Kalenderwoche 23/2026
- Stichprobe laut Studienleitung: 1.165 Befragte im Alter von 18 bis 63 Jahren in Deutschland
- Projektleitung: Prof. Dr. Frank Weirauch, MBA
- Belegte Kernaussagen: Angaben zur WM-Vorfreude, zur geplanten Mediennutzung, zu Public Viewing und Gastronomiebesuchen, zu Konsumausgaben, Fanartikeln, Werbewirkung sowie zu den Erwartungen an Spiele und Turnierverlauf
- Einordnung: Primärquelle
Die im Beitrag genannten Prozentwerte beruhen auf den von der Studienleitung übermittelten Ergebnissen. Ein öffentlich zugänglicher vollständiger Studienbericht mit Fragebogen, Auswahlverfahren, Erhebungsmethode, Gewichtung und statistischer Fehlertoleranz lag Presse.Online zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Die Bezeichnung „Repräsentativstudie“ stammt daher von der Studienleitung und konnte redaktionell nicht vollständig unabhängig überprüft werden.
2. FIFA
- Quelle: Offizielle Turnierseite zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026
- Aktualisierungsstand: abgerufen im Juni 2026
- Belegte Kernaussage: Die Fußball-WM 2026 wird vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten ausgetragen. An dem Turnier nehmen erstmals 48 Mannschaften teil; vorgesehen sind 104 Spiele.
- Einordnung: Primärquelle
3. FIFA
- Quelle: Offizieller Spielplan und Mannschaftsseite der deutschen Nationalmannschaft zur WM 2026
- Veröffentlichungs- beziehungsweise Aktualisierungsstand: März 2026; abgerufen im Juni 2026
- Belegte Kernaussage: Deutschland spielt in der Gruppenphase am 14. Juni 2026 gegen Curaçao, am 20. Juni gegen die Elfenbeinküste und am 25. Juni gegen Ecuador.
- Einordnung: Primärquelle
4. Bundesregierung
- Quelle: „Vorstellung der Frühjahrsprojektion 2026“
- Veröffentlichungsdatum: 22. April 2026
- Belegte Kernaussage: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bleiben von einer nur verhaltenen Entwicklung und erhöhtem Preisdruck geprägt. Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent.
- Einordnung: Primärquelle
Die Quelle dient ausschließlich der allgemeinen konjunkturellen Einordnung. Sie belegt weder die in der Studie genannten WM-Ausgaben noch einen konkreten Umsatzanstieg im Handel oder in der Gastronomie.
Redaktioneller Prüfhinweis
Die offiziellen Turnierdaten wurden mit Angaben der FIFA abgeglichen. Die Studienwerte konnten anhand der von der Projektleitung übermittelten Unterlagen nachvollzogen, mangels vollständig veröffentlichter Methodendokumentation jedoch nicht unabhängig reproduziert werden.
Aussagen wie „Konsumboom“, „volle Fanmeilen“ oder „neues Sommermärchen“ sind keine bereits eingetretenen Tatsachen. Sie beschreiben Erwartungen beziehungsweise Schlussfolgerungen aus der Befragung. Im Artikel werden sie deshalb als Prognose, Szenario oder Einschätzung der Studienleitung gekennzeichnet.
Belastbare direkte Zitate aus der Befragung liegen nach aktuellem Stand nicht vor. Die Studienergebnisse werden daher ausschließlich sinngemäß und ohne erfundene Wortzitate wiedergegeben.