Edeka schlägt Lidl und Aldi

Edeka schlägt Lidl und Aldi
Supermarkt-Studie 2026: Warum Edeka vor Lidl und Aldi liegt © Presse.Online

Deutschland-Retail-Studie: Sind Supermärkte wirklich super?

Supermärkte sind längst mehr als Orte für den schnellen Wocheneinkauf. Sie sind Alltagsanker, Preisbarometer, Frischeversprechen, Werbefläche, Snackstation und manchmal sogar ein kleines Stück Markthalle. Eine aktuelle repräsentative Konsumentenstudie aus Deutschland zeigt nun: Die Kunden sind mit ihren Supermärkten deutlich zufriedener, als viele Debatten über Preise, Service und Qualität vermuten lassen.

Für die Studie wurden in Kalenderwoche 24 insgesamt 1.263 Verbraucherinnen und Verbraucher im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Projektleiter ist Prof. Dr. Frank Weirauch, MBA. Befragt wurden ausschließlich Haushaltsführer, also Menschen, die im Haushalt maßgeblich über Einkäufe und Konsumentscheidungen entscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

Ergebnis: Edeka liegt im Ranking der beliebtesten Supermärkte vorn. Lidl folgt knapp vor Aldi.
Grund: Kunden honorieren Breite, Tiefe, Frische, Markenmix, Aktionen und Einkaufserlebnis.
Auffällig: 84,2 Prozent bewerten Servicequalität und Freundlichkeit ähnlich gut wie im Fachgeschäft.
Kasse: 91,6 Prozent schätzen die Leistung an der Supermarktkasse.
Potenzial: Blumen, Non-Food-Struktur und Produktneuheiten bleiben Schwachstellen.

Supermarkt bleibt Hauptort des Einkaufs

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Der stationäre Supermarkt bleibt für den Haupteinkauf klar gesetzt. Online-Angebote werden zwar genutzt und beobachtet, ersetzen den klassischen Supermarktbesuch aus Sicht der Befragten aber nicht.

Das ist bemerkenswert, weil der Handel seit Jahren stark über Apps, Lieferdienste, digitale Prospekte und Online-Lebensmittelangebote spricht. Im Alltag entscheidet offenbar weiterhin das Zusammenspiel aus Nähe, Frische, Auswahl, Preisgefühl und Routine.

Besonders stark schneiden die Märkte beim Service ab. 84,2 Prozent der Befragten beurteilen Servicequalität und Freundlichkeit als genauso gut wie in einem Fachgeschäft. Noch deutlicher fällt das Urteil zur Kasse aus: 91,6 Prozent schätzen die dortige Leistung als stark ein.

Angebote entscheiden über das „kleine Einkauf-Fremdgehen“

Der Stamm-Supermarkt bleibt für den Kerneinkauf wichtig. Gleichzeitig zeigt die Studie: Viele Kunden wechseln ergänzend zu einem zweiten Anbieter, wenn Angebote attraktiv genug sind.

Dieses „kleine Einkauf-Fremdgehen“ wird vor allem von Food-Preisschlagern ausgelöst. Sie bestimmen laut Studie etwa zwei Drittel der zusätzlichen Anbieterwahl. Saisonale Non-Food-Artikel machen rund ein Drittel aus, etwa rund um Grillpartys, Badezeit, Sportereignisse oder Gartenbedarf.

Auch Werbung wirkt weiterhin. Ob Social Media, App oder Print: Aktionen bleiben ein zentraler Frequenztreiber. Für Händler ist das eine klare Botschaft. Nicht nur der Preis zählt, sondern der richtige Anlass zur richtigen Zeit.

Frische ist stark, aber Qualität entscheidet

Frischeangebote gehören zu den wichtigsten Magneten im Supermarkt. Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse, Brot- und Backwaren sowie Snack- und Imbisstheken sind für viele Kunden ein entscheidender Grund, einen Markt regelmäßig zu besuchen.

Doch Frische funktioniert nur, wenn die Qualität stimmt. 79,1 Prozent der Befragten sagen laut Studie, dass bei Preisreduzierungen ein Teil der Ware am Ende im Biomüll landet. 62 Prozent würden bei schlechter Qualität lieber ganz auf den Preisvorteil verzichten.

Das zeigt einen wichtigen Wandel: Kunden suchen nicht nur billigere Lebensmittel. Sie erwarten Qualität, Genuss und ein faires Verhältnis zwischen Preis und Leistung. 72,5 Prozent bestätigen eine Premium-Preisakzeptanz, wenn die Genuss-Erwartung erfüllt wird.

Marken oder Eigenmarken? Es kommt auf das Produkt an

Die Studie zeigt auch: Die Entscheidung zwischen Marke und Eigenmarke ist keine Glaubensfrage. Sie hängt stark vom Produkt ab.

Bei Premium-Bier, bekannter Nuss-Nougat-Creme, Waschmitteln und stark beworbenen Produkten geben 70,6 Prozent den Markenartikeln den Vorzug. Der Grund liegt weniger in Misstrauen gegenüber Eigenmarken, sondern in Details: Geschmack, Duft, Gewohnheit oder Wiedererkennung.

Anders sieht es bei schwer vergleichbaren Produkten aus. Bei Artikeln wie Thunfisch in der Dose entscheiden Eigenmarken den Kauf laut Studie zu 88,2 Prozent. Wo Kunden kaum Unterschiede erkennen oder der Nutzen klar erscheint, haben Handelsmarken einen deutlichen Vorteil.

Blumen sind das unterschätzte Potenzial

Ein besonders auffälliger Befund betrifft den Blumenbereich. 91,7 Prozent der Befragten würden frische Schnittblumen auch zu höheren Preisen kaufen, wenn Qualität, Auswahl und Präsentation überzeugen.

Die Studie beschreibt das aktuelle Angebot vieler Märkte jedoch als zu karg, lieblos und wenig attraktiv verpackt. Für Supermärkte könnte genau hier ein unterschätzter Ertragshebel liegen. Blumen sind emotional, spontan kaufbar und eignen sich ideal für eine hochwertigere Inszenierung.

Non-Food bleibt Chance und Problem zugleich

Non-Food-Angebote sorgen regelmäßig für Frequenz. Popcornmaschinen, Gartenartikel, Fitnessgeräte, Dampfstrahler oder saisonale Aktionsware können Kunden gezielt in den Markt ziehen.

Gleichzeitig sehen viele Verbraucher hier Verbesserungsbedarf. 46 Prozent beurteilen den Non-Food-Bereich als unstrukturiert. Für Händler liegt darin eine klare Aufgabe: Die Aktionsfläche darf überraschen, aber sie sollte nicht chaotisch wirken.

Auch Produktneuheiten haben Potenzial. 77,8 Prozent der Befragten mögen neue Produkte, erkennen diese aber häufig nur zufällig im Regal. Wer Neuheiten besser sichtbar macht, kann zusätzliche Impulskäufe auslösen.

Edeka gewinnt, Lidl knapp vor Aldi

Im Ranking der beliebtesten Supermärkte liegt Edeka vorn. Die Befragten honorieren vor allem Breite und Tiefe des Angebots, die Frischewirkung und das Einkaufserlebnis. Zwar wird Edeka nicht als billigster Anbieter wahrgenommen, doch Aktionen gleichen diesen Eindruck für viele Kunden teilweise aus.

Die Studie beschreibt Edeka als eine Art Markthalle im Alltag. Der bekannte Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ wird von vielen Kunden offenbar nicht nur als Werbung verstanden, sondern als erlebbares Versprechen.

Dahinter folgt Lidl knapp vor Aldi. Beide Anbieter liegen beim Preis-Leistungs-Verhältnis stark. Lidl setzt sich in der Studie jedoch durch ein im Detail breiteres Food-Angebot und ein stärkeres Non-Food-Profil knapp ab. Aldi bleibt ein sehr starker Wettbewerber, verliert in dieser Bewertung aber hauchdünn.

Was Supermärkte jetzt lernen können

Die Studie zeigt: Deutsche Supermärkte stehen bei ihren Kunden besser da, als es manche Preisdiskussion vermuten lässt. 82,5 Prozent finden das Preis-Leistungs-Verhältnis in Supermärkten in Ordnung. 91 Prozent bewerten den Mix aus Marken und Eigenmarken als ideal. 87,5 Prozent sehen das Getränkeangebot als optimal. 90,3 Prozent schätzen nicht nur Convenience-Produkte, sondern vor allem die Vielfalt.

Für den Handel liegt die wichtigste Erkenntnis jedoch nicht allein im Ranking. Entscheidend ist, wo Kunden noch mehr erwarten: bessere Blumen, klarere Non-Food-Flächen, sichtbare Produktneuheiten, starke Frischetheken, attraktive Kostproben und ein Einkaufserlebnis, das über den reinen Preis hinausgeht.

Der Supermarkt bleibt damit ein Ort des Alltags. Aber die Kunden wollen dort nicht nur versorgt werden. Sie wollen entdecken, vergleichen, probieren und sich gut aufgehoben fühlen.

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FAQ

Welcher Supermarkt liegt laut Studie vorn?
Laut der Deutschland-Retail-Studie liegt Edeka im Ranking der beliebtesten Supermärkte vorn. Kunden bewerten vor allem Angebot, Frische, Auswahl und Einkaufserlebnis positiv.

Warum liegt Edeka vor Lidl und Aldi?
Edeka überzeugt laut Studie durch Breite und Tiefe des Sortiments, Frischeangebote und ein Einkaufserlebnis, das viele Kunden an eine Markthalle erinnert. Lidl und Aldi punkten besonders beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was ist Kunden im Supermarkt besonders wichtig?
Besonders wichtig sind Frische, Qualität, freundlicher Service, schnelle Kassen, ein guter Mix aus Marken und Eigenmarken sowie attraktive Angebote.

Ersetzen Online-Supermärkte den stationären Einkauf?
Nein. Laut Studie bleibt der stationäre Supermarkt für den Haupteinkauf entscheidend. Online-Angebote ergänzen den Einkauf, ersetzen ihn aber aus Sicht der Befragten nicht.

Welche Schwächen sehen Kunden bei Supermärkten?
Verbesserungspotenzial gibt es vor allem bei Blumenangeboten, der Struktur im Non-Food-Bereich und der Sichtbarkeit von Produktneuheiten im Regal.

Quellenangabe

Deutschland Retail Studie „Sind Supermärkte super?“, repräsentative Konsumentenbefragung Deutschland, KW 24, N=1.263, Altersgruppe 18 bis 65 Jahre. Projektleitung: Prof. Dr. Frank Weirauch, MBA.

Methodischer Hinweis:
Befragt wurden laut Studienangaben ausschließlich Haushaltsführer beziehungsweise Einkaufsentscheider, also Personen, die im Haushalt maßgeblich für alltägliche Einkäufe und Konsumentscheidungen verantwortlich sind.

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