Rinehart steigt groß bei SpaceX ein
Gina Rinehart investiert über eine Milliarde Dollar in SpaceX
Gina Rineharts Unternehmen Hancock Prospecting hat sich nach Berichten des „Wall Street Journal“ und der „Australian Financial Review“ mit mehr als einer Milliarde US-Dollar an SpaceX beteiligt. Hancock bestätigte die genaue Summe nicht, sprach aber von einer erheblichen Investition in Elon Musks Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmen.
Für Rinehart ist der Schritt bemerkenswert: Die australische Milliardärin wurde mit Eisenerz reich, ihr Konzern ist traditionell im Bergbau und in der Landwirtschaft stark. Laut dem von Hancock veröffentlichten AFR-Bericht handelt es sich um die größte Einzelinvestition außerhalb des Eisenerzgeschäfts in der Geschichte des Unternehmens.
Aktuell ist der Einstieg, weil SpaceX gerade den größten Börsengang der Geschichte hingelegt hat. Reuters berichtete, dass die Einnahmen aus dem IPO nach Ausübung einer Mehrzuteilungsoption auf 85,7 Milliarden US-Dollar stiegen. Die Aktie legte zum Debüt deutlich zu, die Bewertung kletterte über zwei Billionen US-Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidung: Hancock Prospecting hat Anteile an SpaceX erworben. Laut WSJ-Bericht liegt der Wert des Investments bei mehr als einer Milliarde US-Dollar.
- Zeitpunkt: Die Beteiligung wurde im Umfeld des SpaceX-Börsengangs im Juni 2026 bekannt. Hancock veröffentlichte dazu am 15. Juni 2026 eine Mitteilung mit Bezug auf AFR-Berichte.
- Betroffene: Direkt betroffen sind Hancock Prospecting, Gina Rinehart, SpaceX und die Investoren des neuen börsennotierten Raumfahrtkonzerns.
- Folge: Hancock verlässt mit dem Investment sichtbar sein traditionelles Kernfeld Eisenerz. Zugleich bringt sich der Konzern näher an Zukunftsmärkte wie Raumfahrt, Satelliteninternet, KI-Infrastruktur und kritische Mineralien.
- Status: Die Investition ist bestätigt, die genaue Summe wurde von Hancock nicht offiziell beziffert. Die Milliardenhöhe beruht auf Medienberichten, unter anderem des „Wall Street Journal“.
- Quelle: Primär belegt ist die Investition durch die Mitteilung von Hancock Prospecting. Die genaue Größenordnung stützt sich auf Sekundärberichte von WSJ, Reuters und AFR.
- Zahl: SpaceX nahm laut Reuters zunächst 75 Milliarden US-Dollar ein; nach Ausübung der Greenshoe-Option stieg der Erlös auf 85,7 Milliarden US-Dollar.
Rinehart lobt Musk ungewöhnlich deutlich
Gina Rinehart begründete den Einstieg nicht nur finanziell, sondern auch politisch und technologisch. In der von Hancock veröffentlichten Darstellung lobte sie Elon Musk als außergewöhnlichen Unternehmer, der Unternehmen aufgebaut habe, die große Zukunftsvisionen praktisch umsetzen könnten. Sie verwies dabei auf SpaceX als Beispiel für technische Führungsstärke und privatwirtschaftliche Umsetzungskraft.
Rinehart und Musk sind keine unbekannten Größen füreinander. Beide traten in den vergangenen Jahren als Unterstützer von Donald Trump auf. Hancock verweist zudem auf mehrere Treffen zwischen Rinehart und Musk. Politisch passt der Schritt zu Rineharts langjähriger Forderung nach weniger Regulierung, niedrigeren Steuern und stärkerem Unternehmertum.
Für Hancock ist das Investment dennoch ein Bruch mit der üblichen Logik des Konzerns. Das Unternehmen wurde groß mit Eisenerz. Rinehart selbst erbte nach dem Tod ihres Vaters Lang Hancock 1992 zentrale Teile des Familienunternehmens und baute daraus einen der mächtigsten privaten Rohstoffkonzerne Australiens.
SpaceX wird zum Börsenereignis des Jahres
Der Zeitpunkt macht den Einstieg besonders auffällig. SpaceX ging im Juni 2026 an die Nasdaq und wurde nach Reuters-Angaben bereits vor Ausübung der Mehrzuteilungsoption zum größten IPO der Geschichte. Das Unternehmen verkaufte zunächst 555,56 Millionen Aktien zu 135 US-Dollar je Aktie und nahm damit 75 Milliarden US-Dollar ein.
Nach dem Börsendebüt legte die Aktie deutlich zu. Reuters berichtete, der Kursanstieg habe die Marktkapitalisierung über zwei Billionen US-Dollar gehoben. Damit rückte SpaceX in die Gruppe der wertvollsten US-Unternehmen auf. Für Musk bedeutete der Börsengang nach Berechnungen von Reuters und Forbes den Sprung zum ersten Billionär der Welt.
Der Börsengang ist zugleich mehr als eine klassische Raumfahrtgeschichte. SpaceX steht heute nicht nur für Raketenstarts, sondern auch für Starlink, Satellitenkommunikation, staatliche Aufträge, KI-Infrastruktur und Pläne für Weltraumdatenzentren. Genau diese Mischung macht das Unternehmen für Investoren attraktiv, erhöht aber auch die Erwartungen.
Warum kritische Rohstoffe plötzlich wichtig werden
Hancock deutet selbst an, dass aus dem Einstieg mehr werden könnte als eine reine Finanzbeteiligung. Konzernchef Garry Korte erklärte, man sehe Möglichkeiten für Vereinbarungen zwischen SpaceX und Hancocks Investitionen in kritische Mineralien. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage nach Materialien und Infrastruktur für fortschrittliche Technologien.
Das ist strategisch plausibel: Raumfahrt, Satelliten, Batterien, Rechenzentren, Chips und KI-Systeme benötigen enorme Mengen an Metallen, Seltenen Erden und Energieinfrastruktur. Hancock ist bereits in mehrere Rohstoffunternehmen investiert, darunter Lynas Rare Earths, Liontown Resources, Arafura Rare Earths, St George Mining und Brazilian Rare Earths. Laut Hancock sind rund zehn Prozent von Rineharts Vermögen in seltene Erden investiert.
Damit verbindet Rinehart zwei Welten, die zunehmend voneinander abhängig werden: den klassischen Rohstoffsektor und die Hochtechnologie. Für Australien ist das auch geopolitisch relevant, weil kritische Mineralien für westliche Lieferketten eine immer größere Rolle spielen.
Governance-Fragen bleiben ein Risiko
Der SpaceX-Börsengang löst nicht nur Begeisterung aus. Mehrere große öffentliche Investoren hatten bereits vor dem IPO Bedenken zur Unternehmensführung angemeldet. In einem Schreiben des New York State Comptroller, des New York City Comptroller und von CalPERS wurde kritisiert, Musk könne trotz deutlich geringerem Kapitalanteil einen sehr hohen Anteil der Stimmrechte kontrollieren.
Das Schreiben verweist auf die geplante Struktur mit verschiedenen Aktienklassen, auf Musks gleichzeitige Rollen als CEO, Technikchef und Verwaltungsratschef sowie auf mögliche Einschränkungen von Aktionärsrechten. Für Anleger ist das zentral: Wer SpaceX-Aktien hält, investiert nicht nur in Technologie, sondern auch in eine stark auf Musk zugeschnittene Machtstruktur.
Für Rinehart scheint dieses Risiko Teil der Wette zu sein. Ihre Aussagen zeigen, dass sie gerade Musks Führungsstil und seine politische Haltung als Stärke bewertet. Offen bleibt, ob Hancock künftig nur Finanzinvestor bleibt oder ob tatsächlich Liefer-, Rohstoff- oder Infrastrukturvereinbarungen mit SpaceX folgen.
Kurz erklärt: Was bedeutet Greenshoe-Option?
Eine Greenshoe-Option erlaubt den Banken eines Börsengangs, zusätzliche Aktien zu kaufen, wenn die Nachfrage sehr hoch ist. Dadurch kann der Kurs nach dem Börsendebüt stabilisiert werden. Bei SpaceX erhöhte diese Option laut Reuters den IPO-Erlös von 75 Milliarden auf 85,7 Milliarden US-Dollar.
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FAQ
Hat Gina Rinehart die Investitionssumme bestätigt?
Nein. Hancock Prospecting bestätigte die Beteiligung, nannte aber keine genaue Summe. Die Angabe von mehr als einer Milliarde US-Dollar stammt aus Medienberichten, unter anderem vom „Wall Street Journal“.
Warum investiert ein Bergbaukonzern in SpaceX?
Hancock sieht offenbar eine Verbindung zwischen Rohstoffen und Zukunftstechnologien. Raumfahrt, Satelliten, KI-Infrastruktur und Energieanlagen benötigen kritische Mineralien, in die Hancock bereits stark investiert ist.
Ist SpaceX jetzt ein börsennotiertes Unternehmen?
Ja. SpaceX ging im Juni 2026 an die Nasdaq. Der Börsengang gilt laut Reuters als größter IPO der Geschichte.
Welche Risiken gibt es für Anleger?
Neben der hohen Bewertung stehen vor allem Governance-Fragen im Raum. Kritiker sehen problematisch, dass Elon Musk über Sonderstimmrechte sehr großen Einfluss behält.
Wird Hancock künftig mit SpaceX zusammenarbeiten?
Das ist offen. Hancock erklärte, man sehe Möglichkeiten für beiderseits vorteilhafte Vereinbarungen, konkrete Verträge oder Projekte wurden aber nicht bekanntgegeben.
Quellen
- Hancock Prospecting: Mitteilung „Gina Rinehart snags $1.4b stake in SpaceX IPO“, 15. Juni 2026; bestätigt die Investition, Rineharts Aussagen und mögliche Rohstoff-Kooperationen.
- Reuters: „Australia’s richest person Rinehart takes $1 billion stake in SpaceX IPO, WSJ reports“, 15. Juni 2026; berichtet über WSJ-Angaben zur Beteiligung.
- Reuters: „SpaceX IPO haul rises to $85.7 billion after underwriters exercise greenshoe“, 15. Juni 2026; belegt IPO-Erlös, Greenshoe-Option und Marktreaktion.
- Forbes: Australia’s 50 Richest 2026; ordnet Gina Rinehart als reichste Person Australiens ein.
- New York State Comptroller / CalPERS / New York City Comptroller: Schreiben an SpaceX vom 13. Mai 2026; dokumentiert Governance-Bedenken vor dem Börsengang.