Vogelpark Niendorf vor Neustartfrage
Vogelpark Niendorf: Betreiber meldet nach Razzia Insolvenz an
Der Betreiber des Vogelparks Niendorf hat nach einer Durchsuchung durch das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Betreiber Christian Siebelts nach NDR-Angaben; das Amtsgericht Eutin bestätigte laut Medienberichten den Insolvenzantrag, ein Verfahren war demnach zunächst noch nicht eröffnet.
Auslöser ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Drei Beschuldigte sollen geschützte Tiere ohne erforderliche Nachweise erworben, gehalten, zur Schau gestellt oder verkauft haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Für Besucher bleibt der Park vorerst geschlossen. Die Gemeinde Timmendorfer Strand will als Grundstückseigentümerin die Versorgung der Tiere sicherstellen und einen neuen Betreiber für den Vogelpark suchen.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidung: Der bisherige Betreiber hat nach der LKA-Durchsuchung Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Eutin bestätigte laut Medienberichten einen Insolvenzantrag; ein eröffnetes Insolvenzverfahren war zunächst nicht gemeldet.
- Zeitpunkt: Die Durchsuchung fand am Dienstag, 9. Juni 2026, statt. Der NDR-Stand zur weiteren Entwicklung ist der 13. Juni 2026.
- Betroffene: Betroffen sind der Betreiber, Beschäftigte, die Gemeinde Timmendorfer Strand und die Tiere im Vogelpark. Nach NDR-Angaben leben dort rund 1.000 Vögel aus etwa 250 Arten.
- Folge: Der Park bleibt geschlossen. Die Gemeinde will die Futterversorgung übernehmen, bis eine neue Betreiberlösung gefunden ist.
- Status: Die strafrechtlichen Ermittlungen laufen. Eine Beschlagnahmung der betroffenen Tiere ist nach Angaben des Kreises Ostholstein bislang nicht erfolgt.
- Quelle: Grundlage sind Angaben von NDR Schleswig-Holstein, dpa/Medienberichten, Kreis Ostholstein sowie Mitteilungen aus dem Umfeld der Gemeinde Timmendorfer Strand.
- Zahl: Nach Angaben des Kreises Ostholstein fehlen für rund 15 geschützte Vögel Herkunfts- und Haltungsnachweise.
LKA ermittelt gegen drei Beschuldigte
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein durchsuchte Geschäftsräume im Vogelpark Niendorf. Hintergrund ist der Verdacht, dass Tiere geschützter Arten ohne die erforderlichen amtlichen Nachweise erworben, ausgestellt und verkauft worden sein könnten. Bei der Durchsuchung wurden nach Polizeiangaben Beweismittel sichergestellt.
Im Zentrum stehen Nachweise, die bei geschützten Tierarten besonders wichtig sind. Sie sollen belegen, woher ein Tier stammt, ob es rechtmäßig gehalten werden darf und ob Handel oder Weitergabe zulässig sind. Der Kreis Ostholstein teilte laut NDR mit, bei rund 15 geschützten Vögeln fehlten Herkunfts- und Haltungsnachweise. Eine Einziehung sei bisher unterblieben, weil die Verantwortlichen versucht hätten, die Herkunft zu klären.
Gemeinde will Tiere vorerst versorgen
Die unmittelbare Sorge gilt nun der Versorgung der Tiere. Nach NDR-Angaben will die Gemeinde Timmendorfer Strand als Grundstückseigentümerin Futter bereitstellen, bis eine neue Betreiberlösung gefunden ist. Der bisherige Betreiber hatte zuvor erklärt, dass Teile des Vorrats zeitnah aufgebraucht seien.
Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke betonte laut NDR, die Räumungsaufforderung richte sich ausschließlich an die Betreiber. Mitarbeitende und Tiere seien davon nicht unmittelbar betroffen. Die Gemeinde verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, den Vogelpark rechtssicher und dauerhaft zu erhalten.
Zoogenehmigung war zentraler Streitpunkt
Der Vogelpark ist seit Ende 2025 geschlossen. Nach NDR-Angaben verweigerte der Kreis Ostholstein die erforderliche Zoobetriebsgenehmigung unter anderem wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse und fehlender Nachweise für Tiere. Bereits im Mai hatte die Gemeinde erklärt, mit dem damaligen Betreiber kein Vertragsverhältnis begründen zu wollen; als Gründe wurden fehlende Voraussetzungen für einen tragfähigen Betrieb sowie abgelehnte Genehmigungen genannt.
Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein soll der Vogelpark bereits seit 2014 ohne gültige Zoobetriebsgenehmigung betrieben worden sein. Der Kreis habe damals trotz Kontrollen keine Notwendigkeit für eine Betriebsschließung gesehen. Seit 2024 seien jedoch Missstände festgestellt worden, die ordnungsrechtliche Verfahren nach sich gezogen hätten.
Offen bleibt, wer den Park übernehmen kann
Unklar ist derzeit, wer den Vogelpark künftig führen könnte und wann eine Wiedereröffnung realistisch wäre. Voraussetzung wäre eine rechtssichere Betreiberstruktur, die Zustimmung der Gemeinde als Grundstückseigentümerin und eine Genehmigung durch den Kreis Ostholstein.
Für Besucher gibt es deshalb vorerst keinen konkreten Öffnungstermin. Für die Tiere ist entscheidend, dass Futter, Pflege und fachliche Betreuung während der Übergangsphase gesichert bleiben.
Kurz erklärt: Was bedeutet CITES?
CITES ist ein internationales Artenschutzabkommen, das den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten regelt. Bei bestimmten geschützten Arten müssen Herkunft, Haltung und Weitergabe dokumentiert werden. Fehlen solche Nachweise, können Behörden Haltung, Ausstellung oder Verkauf untersagen.
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FAQ
Ist der Vogelpark Niendorf aktuell geöffnet?
Nein, der Vogelpark ist seit Ende 2025 geschlossen. Ein neuer Öffnungstermin ist nicht bekannt, weil Genehmigungen, Betreiberfrage und rechtliche Zuständigkeiten noch geklärt werden müssen.
Wer ist für die Genehmigung zuständig?
Für die Zoobetriebsgenehmigung ist der Kreis Ostholstein zuständig. Die Gemeinde Timmendorfer Strand ist nach den vorliegenden Angaben Grundstückseigentümerin und muss einer Betreiberlösung ebenfalls zustimmen.
Was passiert jetzt mit den Tieren?
Die Gemeinde will die Versorgung der Tiere vorerst sicherstellen. Nach den aktuellen Angaben geht es vor allem um Futterversorgung und die Fortführung der Betreuung, bis eine neue Lösung gefunden ist.
Sind die Beschuldigten bereits verurteilt?
Nein. Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren wegen eines Verdachts. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
Kann der Vogelpark künftig wieder öffnen?
Das ist möglich, aber offen. Dafür braucht es einen geeigneten Betreiber, geklärte Nachweise, eine rechtssichere Struktur und die notwendigen behördlichen Genehmigungen.
Quellen
- NDR Schleswig-Holstein: „Vogelpark Niendorf insolvent: So geht es mit den Tieren weiter“, Stand 13. Juni 2026; Insolvenzangabe, Tierversorgung, Ermittlungsstand, Genehmigungsprobleme. Sekundärquelle mit Behördenangaben.
- dpa/Welt: „Nach Razzia: Vogelpark Niendorf stellt Insolvenzantrag“, 11. Juni 2026; Bestätigung des Insolvenzantrags durch das Amtsgericht Eutin. Sekundärquelle.
- Kreis Ostholstein über NDR/der reporter: Angaben zu fehlenden CITES-Nachweisen, Zoobetriebsgenehmigung und ordnungsrechtlichen Verfahren. Primärangaben, medial wiedergegeben.
- Gemeinde Timmendorfer Strand/OH-Aktuell: Erklärung zum fehlenden Vertragsverhältnis und zur Räumungsaufforderung, 27. Mai 2026. Sekundär wiedergegebene Gemeindeangaben.