Hellweg saniert sich in Eigenverwaltung
Hellweg in Eigenverwaltung: Märkte sollen geöffnet bleiben
Für Kundinnen und Kunden soll sich zunächst nichts ändern: Nach Unternehmensangaben bleiben alle Standorte sowie der Online-Shop geöffnet. Auch die acht Hellweg-Märkte in Berlin und im Umland sollen weiter betrieben werden.
Betroffen ist das Unternehmen vor allem wegen eines schwierigen Marktumfelds. Hellweg verweist auf schwache Konsumlaune, eine schwache Baukonjunktur und gestiegene Kosten. Nun soll das Verfahren genutzt werden, um die bereits begonnene Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht fortzuführen.
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidung: Hellweg hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Essen hat dem Antrag stattgegeben.
- Zeitpunkt: Das Verfahren läuft aktuell vorläufig. Der genaue weitere Ablauf hängt vom Insolvenzgericht und dem Sanierungsplan ab.
- Betroffene: Hellweg betreibt bundesweit 68 Baumärkte und beschäftigt rund 2.900 Mitarbeiter.
- Folge: Märkte und Online-Shop sollen nach Unternehmensangaben geöffnet bleiben. Auch die acht Standorte in Berlin und Umland sollen weiterlaufen.
- Status: Es handelt sich um ein Verfahren in Eigenverwaltung. Die Geschäftsführung bleibt handlungsfähig, steht aber unter gerichtlicher Kontrolle.
- Quelle: Maßgeblich sind Angaben des Unternehmens sowie die Entscheidung des Amtsgerichts Essen. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Stefan Denkhaus bestellt.
- Region: In der Hauptstadtregion betrifft dies Standorte in Berlin, Falkensee, Ahrensfelde und Hoppegarten.
- Nächster Schritt: Hellweg muss nun einen tragfähigen Sanierungsweg entwickeln. Offen bleibt, ob es später weitere Einschnitte gibt.
Hellweg bleibt geöffnet, Sanierung läuft unter Aufsicht
Hellweg geht nicht in eine klassische Regelinsolvenz, sondern in ein Verfahren in Eigenverwaltung. Das bedeutet: Die bisherige Unternehmensführung bleibt grundsätzlich am Steuer, muss ihre Entscheidungen aber unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters treffen.
Das Amtsgericht Essen bestellte Rechtsanwalt Stefan Denkhaus zum vorläufigen Sachwalter. Seine Aufgabe ist es, die Interessen der Gläubiger zu überwachen. Zusätzlich wurden zwei weitere Rechtsanwälte als Sanierungsexperten in die Geschäftsführung berufen.
Für Kundinnen und Kunden ist die wichtigste Botschaft zunächst: Einkäufe sollen weiter möglich sein. Hellweg will die Märkte und den Online-Shop geöffnet halten. Auch Lieferungen, laufende Bestellungen oder der stationäre Verkauf sollen nach derzeitigem Stand nicht grundsätzlich eingestellt werden.
Acht Märkte in Berlin und Umland betroffen
Zur Hauptstadtregion gehören laut vorliegenden Angaben acht Standorte:
- An der Ostbahn 3
- Yorckstraße 38–39
- Ellen-Epstein-Straße 1
- Salvador-Allende-Straße 115
- Alt-Biesdorf 38 in Berlin.
Hinzu kommen die Märkte in der
- Spandauer Straße 109 in Falkensee
- in der Möbel-Hübner-Straße 7 in Ahrensfelde
- Handwerkerstraße 34–40 in Hoppegarten.
Diese Standorte sollen nach derzeitigem Stand geöffnet bleiben. Eine Garantie für die gesamte Dauer der Sanierung ergibt sich daraus jedoch nicht. In Insolvenzverfahren können spätere Maßnahmen vom Verlauf der Sanierung, Verhandlungen mit Gläubigern, Vermietern und Lieferanten sowie von der wirtschaftlichen Lage einzelner Standorte abhängen.
Beschäftigte erhalten zunächst Insolvenzgeld
Für die rund 2.900 Beschäftigten ist vorgesehen, dass sie für die kommenden drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Dieses Instrument soll Löhne und Gehälter in der frühen Phase eines Insolvenzverfahrens absichern.
Für die Belegschaft bleibt dennoch offen, wie die Sanierung langfristig aussieht. Hellweg hatte bereits 2025 einen umfassenden Restrukturierungsprozess eingeleitet. Damals wurden Filialen geschlossen und Sparmaßnahmen umgesetzt. Das zeigt: Die finanziellen Probleme sind nicht neu, sondern haben sich über längere Zeit aufgebaut.
Schwache Baukonjunktur trifft den Baumarktsektor
Hellweg verweist auf mehrere Belastungen: ein schwieriges Konsumklima, eine schwache Baukonjunktur und gestiegene Kosten. Für Baumärkte ist diese Mischung besonders problematisch. Wenn weniger gebaut, renoviert und modernisiert wird, sinkt die Nachfrage nach vielen typischen Baumarktprodukten.
Zugleich stehen Händler unter Druck durch höhere Energie-, Personal- und Mietkosten. Auch der Wettbewerb im Onlinehandel und zwischen großen Baumarktketten bleibt hoch. Für Hellweg geht es nun darum, Kosten, Standortstruktur und Finanzierung so zu ordnen, dass das Unternehmen dauerhaft fortgeführt werden kann.
Kurz erklärt: Was bedeutet Eigenverwaltung?
Eigenverwaltung ist ein besonderes Insolvenzverfahren. Das Unternehmen führt den Betrieb zunächst selbst weiter, statt die Kontrolle vollständig an einen Insolvenzverwalter abzugeben. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren und achtet auf die Interessen der Gläubiger. Ziel ist häufig eine Sanierung, nicht automatisch eine Zerschlagung.
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FAQ
Bleiben Gutscheine und Bestellungen gültig?
Dazu liegen bislang keine gesonderten Angaben vor. Solange Märkte und Online-Shop weiterlaufen, spricht vieles für eine zunächst fortgesetzte Abwicklung im normalen Geschäftsbetrieb. Kundinnen und Kunden sollten bei größeren offenen Bestellungen Belege sichern und den jeweiligen Markt direkt kontaktieren.
Sind weitere Filialschließungen möglich?
Das ist derzeit offen. Hellweg teilt mit, dass alle Standorte geöffnet bleiben sollen. In einem Sanierungsverfahren können spätere Entscheidungen aber von Wirtschaftlichkeit, Mietverträgen und Verhandlungen mit Gläubigern abhängen.
Was passiert mit den Mitarbeitern nach drei Monaten Insolvenzgeld?
Das Insolvenzgeld ist zunächst auf die frühe Phase des Verfahrens ausgerichtet. Wie es danach weitergeht, hängt vom Sanierungsplan und der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Konkrete Aussagen zu einzelnen Arbeitsplätzen wurden bislang nicht belastbar mitgeteilt.
Ist Hellweg jetzt pleite?
Hellweg ist insolvent, aber der Geschäftsbetrieb wird nicht eingestellt. Die Eigenverwaltung soll dem Unternehmen ermöglichen, sich unter gerichtlicher Aufsicht zu sanieren. Entscheidend ist nun, ob ein tragfähiger Sanierungsplan gelingt.
Welche Rolle hat das Amtsgericht Essen?
Das Amtsgericht Essen ist als Insolvenzgericht zuständig und hat dem Antrag auf Eigenverwaltung stattgegeben. Es bestellt zudem den Sachwalter und überwacht die rechtlichen Schritte des Verfahrens.
Quellen
- Hellweg Unternehmensangaben, Insolvenz in Eigenverwaltung, Juni 2026: Antrag, Weiterbetrieb von Märkten und Online-Shop, Beschäftigtenzahl, Standortzahl.
- Amtsgericht Essen, Insolvenzgericht, Juni 2026: Stattgabe des Antrags auf Eigenverwaltung, Bestellung des vorläufigen Sachwalters Stefan Denkhaus.
- Bundesagentur für Arbeit, Insolvenzgeld: Absicherung von Arbeitsentgelt für Beschäftigte in der Insolvenzphase.
- Unternehmensangaben Hellweg zur Restrukturierung 2025: schwieriges Konsumklima, schwache Baukonjunktur, gestiegene Kosten, Filialschließungen und Sparmaßnahmen.