Flammen bedrohen weiter den Ort Gey
Waldbrand bei Hürtgenwald: Flammen bedrohen weiter Gey
Der Waldbrand im Hürtgenwald bedroht weiterhin den evakuierten Ortsteil Gey. Nachdem sich die Lage am Freitag zeitweise stabilisiert hatte, loderten die Flammen am Abend und in der Nacht erneut hoch.
Was beim Waldbrand im Hürtgenwald passiert ist
Das Feuer war am Donnerstagnachmittag in einem Waldgebiet zwischen Großhau und Gey ausgebrochen. Zunächst meldeten die Behörden eine betroffene Fläche von etwa 25 Hektar. Innerhalb weniger Stunden breitete sich der Brand jedoch auf rund 300 Hektar aus.
Wegen der schnellen Ausbreitung und einer auf Gey zurollenden Feuerfront ordnete die Einsatzleitung am frühen Freitagmorgen die Evakuierung des Ortsteils an. Sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Auch ein Pflegeheim wurde geräumt.
Die ersten Anlaufstellen in Straß wurden später wegen der Belastung durch Asche und Rauch verlegt. Als zentrale Unterkunft dient die Förderschule Athenée Royal des Kreises Düren in der Rudolf-Diesel-Straße 19 in Düren.
Am Freitagabend lag die Brandfront nach Angaben eines WDR-Reporters nur noch rund 100 Meter von Gey entfernt. In der Nacht drehte der Wind. Dichter Rauch zog zur bisherigen Einsatzzentrale der Feuerwehr, die daraufhin an eine Schule verlegt wurde.
Berichten aus dem Einsatzgebiet zufolge waren erneut hohe Flammen zu sehen. Eine genaue aktuelle Ausdehnung der offenen Feuerfront lag am frühen Samstagmorgen noch nicht vor.
Warum die Lage weiterhin gefährlich ist
Die zeitweise Stabilisierung bedeutet nicht, dass der Waldbrand unter Kontrolle ist. Im weitläufigen Einsatzgebiet befinden sich zahlreiche offene Brandstellen, Glutnester und erhitzte Bodenbereiche. Wind kann Funken und Glut weitertragen und dadurch neue Feuer entfachen.
Erschwert wird der Einsatz durch alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Teile des Hürtgenwaldes waren Schauplatz schwerer Kämpfe. Im Boden befinden sich bis heute Kampfmittel, die durch die Hitze explodieren können. Das gefährdet Einsatzkräfte und begrenzt die Möglichkeiten, bestimmte Waldflächen zu betreten.
Nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Landesregierung handelt es sich um den größten Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der entsprechenden Erfassung. Entscheidend ist dabei nicht allein die Fläche. Die unmittelbare Nähe zu einem bewohnten Ort und die Munitionsbelastung verschärfen die Gefahrenlage.
Vier Einsatzkräfte wurden nach Angaben des WDR leicht verletzt. Eine ältere Person erlitt während der Evakuierung Herzprobleme.
Was aus dem Waldbrand folgt
Die Bewohnerinnen und Bewohner von Gey dürfen vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Viele Evakuierte sind bei Angehörigen oder in Hotels untergekommen. Für Menschen ohne private Unterkunft stehen Betreuungsplätze bereit.
Wer dringend benötigte Medikamente zurückgelassen hat, kann sich an der Förderschule Athenée Royal in Düren melden. Nach Angaben des Kreises können Hilfsdienste Betroffene bei Bedarf begleiten. Ein Haustürschlüssel muss mitgebracht werden.
Hunderte Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Bundespolizei, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen arbeiten im Schichtbetrieb. Landwirte aus der Region unterstützen den Transport von Löschwasser.
Hubschrauber können wegen der Dunkelheit nicht eingesetzt werden. Die Brandbekämpfung wird nachts vom Boden aus fortgesetzt. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr helfen dabei, Wege und Schneisen anzulegen. Die B399 bleibt im Einsatzbereich gesperrt.
Was noch offen ist
Unklar bleibt, ob die in der Nacht erneut aufgeloderten Flammen weiter auf Gey vorrücken. Die Entwicklung hängt insbesondere von Windrichtung, Windstärke und der Ausbreitung verbliebener Glutnester ab.
Noch offen ist auch, wann die Evakuierung aufgehoben werden kann. Dafür müssen die unmittelbare Gefahr für den Ort ausgeschlossen und sichere Zufahrten gewährleistet sein.
Zur Ursache des Waldbrandes liegen bislang keine abschließenden Angaben vor. Nach Angaben des Bürgermeisters von Hürtgenwald waren am Donnerstag mehrere Brände in der Region ausgebrochen. Ob zwischen ihnen ein Zusammenhang besteht, ist nicht bestätigt.
Auch eine abschließende Schadensbilanz kann während des laufenden Einsatzes nicht erstellt werden.
Fazit und Ausblick
Der Waldbrand im Hürtgenwald bleibt trotz intensiver Löscharbeiten eine akute Gefahr für Gey. Erneut auflodernde Flammen und die Winddrehung machen deutlich, wie schnell sich die Situation verändern kann.
Die Einsatzkräfte rechnen mit Löscharbeiten mindestens bis Montag. Für die evakuierten Menschen hängt eine Rückkehr nicht allein davon ab, ob sichtbare Flammen zurückgedrängt werden. Auch Glutnester, Rauch, Kampfmittel und mögliche neue Brandherde müssen berücksichtigt werden.
Faktenüberblick
Thema: Waldbrand im Hürtgenwald
Ereignis: Großflächiger Waldbrand, Evakuierung von Gey
Datum / Zeitraum: Seit 13. August 2026
Ort / Region: Hürtgenwald, Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen
Zentrale Akteure: Kreis Düren, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Bundespolizei, THW und Hilfsorganisationen
Betroffene: Rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Gey
Wichtigste Folge: Vollständige Evakuierung des Ortsteils
Stand der Informationen: Laufender Einsatz; Lage weiterhin dynamisch
Konkrete Folgen auf einen Blick
- Gey bleibt bis auf Weiteres evakuiert.
- Die B399 ist im Einsatzbereich gesperrt.
- Betroffene mit fehlenden Medikamenten können sich in der Förderschule Athenée Royal in Düren melden.
- Wald- und Einsatzgebiete müssen weiträumig gemieden werden.
- Rauch kann auch außerhalb des unmittelbaren Brandgebiets zu Belastungen führen; behördliche Warnungen sind zu beachten.
Offene Punkte im Überblick
- Unklar bleibt, wie sich die Winddrehung auf die Brandfront auswirkt.
- Noch offen ist, wann die Menschen nach Gey zurückkehren dürfen.
- Eine abschließende Ursache des Feuers ist bislang nicht bekannt.
- Weitere Angaben zum entstandenen Sach- und Umweltschaden liegen noch nicht vor.
- Nicht bestätigt ist, ob die am Donnerstag gemeldeten Brandstellen zusammenhängen.
FAQ
Wie groß ist der Waldbrand im Hürtgenwald?
Nach Angaben des Kreises Düren waren am Freitag rund 300 Hektar Wald betroffen. Die genaue Fläche kann sich im laufenden Einsatz verändern.
Warum wurde Gey evakuiert?
Das Feuer breitete sich schnell in Richtung des Ortsteils aus. Am Freitagabend war die Brandfront nach WDR-Angaben nur noch etwa 100 Meter entfernt.
Wie viele Menschen sind betroffen?
Rund 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten Gey verlassen. Auch ein Pflegeheim wurde evakuiert.
Warum ist der Einsatz besonders schwierig?
Wind, schwer zugängliches Gelände, zahlreiche Glutnester und alte Weltkriegsmunition erschweren die Brandbekämpfung. Hubschrauber können zudem nachts nicht fliegen.
Wann dürfen die Bewohner zurückkehren?
Ein Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Rückkehr ist erst möglich, wenn die Behörden eine unmittelbare Gefahr für den Ort ausschließen können.
Wie lange dauern die Löscharbeiten?
Die Feuerwehr rechnet nach aktuellem Stand mit einem Einsatz mindestens bis Montag, 17. August 2026.
Quellen
- Kreis Düren: Aktuelles zum Brand im Hürtgenwald
- WDR: Liveticker zur Evakuierung von Hürtgenwald-Gey
- Tagesschau: Rund 2.000 Menschen flüchten vor Waldbrand
- Reuters: Evakuierung wegen des Waldbrandes bei Gey
Direkte Aussagen in diesem Beitrag sind den genannten Quellen zugeordnet. Die Lage kann sich kurzfristig verändern.
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