Reisebus-Unfall in Ungarn: Zwölf Tote auf der M3

Reisebus-Unfall in Ungarn: Zwölf Tote auf der M3
Feuerwehrkräfte sichern einen verunglückten Reisebus in Ungarn. © KI-gestützte Bearbeitung eines Videostandbildes

Reisebus-Unfall in Ungarn: Zwölf Menschen sterben

Bei einem schweren Reisebus-Unfall im Osten Ungarns sind in der Nacht zum Sonntag zwölf Menschen gestorben. Der Bus mit polnischem Kennzeichen kam auf der Autobahn M3 nahe Mezőkeresztes von der Fahrbahn ab, stürzte in einen Graben und kippte um.

Zahlreiche weitere Insassen wurden verletzt. Die zuständige polnische Regionalbehörde teilte mit, dass nach ihrem Informationsstand noch 40 Menschen medizinisch versorgt würden. Die Ursache des Unfalls ist nicht abschließend geklärt.

Bus kommt auf gerader Strecke von der Autobahn ab

Der Unfall ereignete sich nach Angaben der ungarischen Polizei am 16. August gegen 1 Uhr auf dem 139. Kilometer der Autobahn M3. Der Reisebus war in Richtung Nyíregyháza unterwegs und hatte die Ausfahrt Mezőkeresztes bereits passiert.

Nach den bisherigen Erkenntnissen verließ das Fahrzeug auf einem geraden Streckenabschnitt die Fahrbahn. Es geriet in den Straßengraben und stürzte auf die Seite. Die Polizei bestätigte zwölf Todesopfer und mehrere Verletzte. Die Strecke war während der Rettungs- und Bergungsarbeiten gesperrt, wurde später jedoch wieder vollständig für den Verkehr freigegeben.

Nach Angaben der ungarischen Katastrophenschutzbehörde befanden sich insgesamt 59 Menschen in dem Bus. Einsatzkräfte gelangten zunächst durch die Fenster in das umgestürzte Fahrzeug. Elf Menschen mussten unter dem Bus hervorgeholt werden. Feuerwehr und technische Einsatzkräfte richteten das Fahrzeug später wieder auf.

Opfer stammen aus Polen

Bei den Reisenden handelte es sich um eine Pilgergruppe aus der südostpolnischen Woiwodschaft Karpatenvorland. Die Gruppe befand sich nach Angaben der dortigen Regionalverwaltung auf der Rückreise aus Bosnien und Herzegowina.

Im Bus saßen den vorliegenden Informationen zufolge 57 Passagiere und zwei Fahrer. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Debrecen, Nyíregyháza, Eger und Miskolc gebracht. Die polnische Regionalverwaltung sprach am Sonntag von mehreren Dutzend Verletzten und 40 Menschen, die weiterhin medizinisch betreut würden.

Die Behörde richtete einen Krisenstab ein. Ein polnischer Konsul stehe in ständigem Kontakt mit den ungarischen Rettungs- und Sicherheitsbehörden. Für Angehörige der Betroffenen wurde unter der ungarischen Telefonnummer +36 20 472 9502 eine Hotline eingerichtet. Das Krisenzentrum der Woiwodschaft ist zudem unter +48 17 867 12 38 und +48 17 867 18 64 erreichbar.

Polizei prüft möglichen Sekundenschlaf des Fahrers

Die ungarische Polizei geht nach ihrem vorläufigen Ermittlungsstand davon aus, dass der Fahrer möglicherweise am Steuer eingeschlafen ist. Die Behörde kündigte an, ihn in Gewahrsam zu nehmen.

Diese erste Annahme ist noch kein abschließendes Ermittlungsergebnis. Offen ist insbesondere, ob Übermüdung tatsächlich die Ursache war und welche Erkenntnisse die technische Untersuchung des Busses sowie die Auswertung möglicher Fahrtenschreiber-Daten ergeben.

Auch die genaue Verteilung der Verletzungsschwere kann sich noch ändern. Übereinstimmenden Berichten zufolge erlitten mindestens zehn Menschen schwere Verletzungen. Die polnische Regionalverwaltung bestätigte zunächst lediglich, dass mehrere Dutzend Menschen verletzt wurden.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar und der polnische Präsident Karol Nawrocki bekundeten den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl. Die konsularischen Stellen beider Länder koordinieren die Betreuung der Verletzten und ihrer Familien.

Die nächsten belastbaren Erkenntnisse werden von den Ermittlungen der ungarischen Polizei erwartet. Bis zur Auswertung der Spuren, der technischen Fahrzeugdaten und möglicher Zeugenaussagen bleibt die genaue Unfallursache offen.

Offene Fragen

  • War Sekundenschlaf tatsächlich die unmittelbare Unfallursache?
  • Welche Rolle spielten Lenk- und Ruhezeiten vor dem Unfall?
  • Was ergeben die technische Untersuchung des Busses und die Auswertung des Fahrtenschreibers?
  • Wie ist der aktuelle Zustand der schwer verletzten Reisenden?
  • Wird neben den ungarischen Ermittlungen auch in Polen ein Verfahren eingeleitet?

Quellen und Transparenz

Primärquellen

Ergänzende Medienquelle

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