Unwetter heute: Gewitter, Hagel und Sturmböen
Unwetter-Gefahr: Wo heute Gewitter und Hagel drohen
Nach großer Hitze drohen am Sonntag, 16. August 2026, in Teilen Deutschlands kräftige Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet ab den Mittagsstunden vor allem in der Südhälfte auflebende Schauer und Gewitter. Lokal besteht Unwettergefahr.
Am stärksten können die Gewitter nach der aktuellen Prognose in der Mitte Deutschlands ausfallen. Dort sind Starkregen mit etwa 30 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagelkörner um drei Zentimeter und schwere Sturmböen bis etwa 100 Kilometer pro Stunde möglich. Welche Landkreise tatsächlich getroffen werden, lässt sich bei Gewitterlagen erst kurzfristig genauer bestimmen.
Gewitterrisiko steigt am Nachmittag
Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt voraussichtlich am Nachmittag und Abend. Betroffen sein können Teile Baden-Württembergs und Bayerns sowie Gebiete in Franken, der Oberpfalz, im Vogtland und in Sachsen. Auch angrenzende Mittelgebirge können kräftige Gewitter abbekommen.
Für Baden-Württemberg meldete der DWD in seinem Warnlagebericht ein ab Sonntagnachmittag von Nordwesten erhöhtes Unwetterrisiko. Für Sachsen wurden ab Sonntagabend teils kräftige Gewitter angekündigt. In Bayern können sich Gewitter örtlich ebenfalls unwetterartig verstärken.
Eine solche Vorhersage ist noch keine flächendeckende amtliche Unwetterwarnung. Konkrete Warnungen werden vom DWD abhängig von der tatsächlichen Entwicklung für einzelne Landkreise und Städte herausgegeben. Menschen in den betroffenen Regionen sollten deshalb die Warnkarte und Warn-Apps im Tagesverlauf wiederholt prüfen.
Bis zu 100 Kilometer pro Stunde und drei Zentimeter Hagel
Die größte Gefahr geht nach Angaben des DWD nicht allein von Blitzen aus. Bei kräftigen Entwicklungen können mehrere Wettererscheinungen gleichzeitig auftreten: Starkregen kann Straßen und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit überfluten, Hagel Fahrzeuge und Pflanzen beschädigen und schwere Sturmböen Äste abbrechen oder lose Gegenstände fortschleudern.
Die genannten Mengen und Windgeschwindigkeiten sind mögliche lokale Spitzenwerte. Sie werden nicht überall erreicht. Während ein Ort von einem kräftigen Gewitter getroffen wird, kann es wenige Kilometer entfernt weitgehend trocken bleiben.
Gerade diese räumlichen Unterschiede machen sommerliche Gewitter schwer berechenbar. Der genaue Verlauf lässt sich häufig erst mithilfe von Radar- und Blitzdaten kurz vor dem Eintreffen bestimmen.
Im Norden deutlich kühler und überwiegend ruhiger
Im Norden und Nordosten fällt das Wetter insgesamt ruhiger und deutlich kühler aus als an den heißen Vortagen. Für Berlin und Brandenburg sah der DWD in der Nacht zum Sonntag nur eine geringe Wahrscheinlichkeit örtlicher Gewitter mit Böen bis 60 Kilometer pro Stunde. Am Sonntagnachmittag sollte die Gewitterneigung dort nachlassen oder ostwärts abziehen.
Im Süden hält sich die warme und feuchte Luft länger. Dort kann die Abkühlung deshalb erst mit Schauern und Gewittern einsetzen. Auch am Montag sind im Süden und Südosten weitere Gewitter möglich. Der DWD rechnet erneut mit Starkregen, Hagel und Sturmböen; örtlich ist auch mehrstündiger Starkregen nicht ausgeschlossen.
Wind kann trockene Erde aufwirbeln
Abseits der Gewitter kann auffrischender West- bis Nordwestwind auf ausgetrockneten oder abgeernteten Feldern Staub aufwirbeln. Auf offenen Straßen sind dadurch örtlich und vorübergehend deutliche Sichtbehinderungen möglich.
Autofahrer sollten bei plötzlich auftretenden Staubfahnen die Geschwindigkeit kontrolliert verringern, den Abstand vergrößern und abrupte Fahrmanöver vermeiden. Besonders riskant sind unübersichtliche Landstraßen, auf denen die Sicht innerhalb weniger Augenblicke stark zurückgehen kann.
Einzelne Gewitter lösen das Niedrigwasser nicht
Der angekündigte Regen dürfte die ausgeprägte Trockenheit nicht grundsätzlich beenden. Nach dem Niedrigwasserbericht der Bundesanstalt für Gewässerkunde waren in der Berichtsperiode vom 7. bis 13. August alle deutschen Stromgebiete von Niedrigwasser betroffen. Besonders angespannt war die Lage an der Elbe, aber auch am Rhein und an weiteren Bundeswasserstraßen bestanden Einschränkungen.
Gewitterregen fällt kleinräumig und häufig nur für kurze Zeit. Auf sehr trockenen Böden kann ein Teil des Wassers oberflächlich abfließen, statt gleichmäßig einzusickern. Für eine nachhaltige Erholung der Böden und Flüsse wäre länger anhaltender, flächiger Niederschlag erforderlich.
Der DWD hält ab Dienstag regional flächigeren Regen für möglich. Für Donnerstag und Freitag deutet die Wochenvorhersage vor allem in der Südosthälfte Stark- oder Dauerregen an. Diese Entwicklung wird vom Wetterdienst ausdrücklich noch als unsicher eingestuft.
Konkrete Folgen für Betroffene
- Örtliche DWD-Warnungen vor Fahrtantritt und vor Aktivitäten im Freien erneut kontrollieren.
- Bei Gewitter feste Gebäude oder geschlossene Fahrzeuge aufsuchen und freie Flächen, einzelne Bäume sowie Gewässer verlassen.
- Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten sichern.
- Überflutete Straßen und Unterführungen nicht durchfahren; Wassertiefe und Strömung sind häufig nicht zuverlässig erkennbar.
- Bei Staub und plötzlich schlechter Sicht langsam fahren, Abstand halten und nicht unvermittelt anhalten.
Quellen und Transparenz
Primärquellen
- Deutscher Wetterdienst: Warnlagebericht für Deutschland amtliche Warnlage, ausgegeben am 16. August 2026 um 5 Uhr.
- Deutscher Wetterdienst: Wochenvorhersage Wettergefahren Prognose für den 16. bis 21. August 2026.
- Deutscher Wetterdienst: Aktuelle Warnungen und Warnkarte kurzfristig aktualisierte amtliche Warnungen.
- Deutscher Wetterdienst: Verhalten bei herannahenden Gewittern amtliche Verhaltensempfehlungen vom 18. Juni 2026.
- Bundesanstalt für Gewässerkunde: Niedrigwasser-Update Berichtsperiode vom 7. bis 13. August 2026.
Ergänzende Quelle
- BILD: „Unwetter-Gefahr in Deutschland“ Medienbericht mit Einschätzungen des Meteorologen Dominik Jung; als Ausgangshinweis genutzt, aktuelle Warnlage anhand der amtlichen DWD-Angaben geprüft.
Die Wetterlage kann sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für den eigenen Aufenthaltsort.
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