Unwetter in Südtirol: 150 Menschen evakuiert
Unwetter in Südtirol: 150 Menschen nach Mure evakuiert
Eine massive Mure hat nach heftigen Gewittern im Südtiroler Gadertal die Zufahrt zur Capanna Alpina verschüttet. Rund 150 Menschen mussten am Donnerstagnachmittag, 20. August 2026, aus dem Gebiet bei St. Kassian in Sicherheit gebracht werden.
Sechs Personen, die aus höher gelegenem Gelände nicht mehr sicher zu Fuß ins Tal gelangen konnten, wurden nach Angaben des regionalen Nachrichtenportals „Südtirol News“ vom Aiut Alpin Dolomites ausgeflogen. Verletzte gab es demnach nicht.
Schlamm, Geröll und Felsbrocken blockieren die Straße
Die Mure ging gegen 14 Uhr im Bereich der Fraktion Saré nieder. Große Mengen Schlamm, Geröll und Felsbrocken strömten auf die Straße zur Capanna Alpina, die auf mehr als 1.700 Metern Höhe liegt. Die Verbindung dient zugleich als Zugang zu einem viel besuchten Gebiet der Dolomiten.
Nach dem Murenabgang war die Strecke nicht mehr befahrbar und musste vollständig gesperrt werden. Wanderer und Bergsteiger, die sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebiet aufhielten, konnten die Straße nicht mehr regulär nutzen.
An der Evakuierung waren nach dem Bericht unter anderem die Freiwillige Feuerwehr St. Kassian, das Weiße Kreuz, die Bergrettung und die Carabinieri beteiligt.
Sechs Menschen mit Hubschrauber ausgeflogen
Der größte Teil der rund 150 Betroffenen wurde über sichere Wege aus dem Gebiet gebracht. Für sechs Menschen war ein Abstieg zu Fuß nicht mehr gefahrlos möglich. Der Bergrettungshubschrauber des Aiut Alpin Dolomites flog sie aus.
Mehrere Dutzend Fahrzeuge blieben zunächst bei der Hütte beziehungsweise auf den angrenzenden Stellflächen eingeschlossen. Sie sollten nach den ersten Planungen erst nach der Sicherung und Räumung der Verbindung abgeholt werden können.
Schweres Räumgerät wurde eingesetzt, um Schlamm, Steine und Geröll von der Straße zu entfernen. Ob die Verbindung inzwischen vollständig freigegeben werden konnte, war zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht verlässlich bestätigt.
Auch die Lombardei meldet Evakuierungen und Erdrutsche
Die Unwetter trafen weitere Regionen Norditaliens. In der lombardischen Provinz Bergamo führten Starkregen und Erdrutsche zu Straßensperrungen und zeitweise abgeschnittenen Ortschaften.
In Isola di Fondra wurde am Donnerstagabend vorsorglich der Campingplatz San Simone mit rund 250 Gästen und Beschäftigten evakuiert. Das Gelände war nach Berichten italienischer Regionalmedien auf einer Seite durch eine Hangbewegung und auf der anderen durch einen möglicherweise über die Ufer tretenden Bach gefährdet.
Feuerwehrmannschaften brachten einen Teil der Evakuierten in einer Sporthalle in Lenna unter. In Branzi beschädigten herabgestürzte Bäume und Geröll abgestellte Fahrzeuge. Am Freitag liefen die Arbeiten zur Räumung mehrerer Straßen weiter.
Für Branzi wurden nach Angaben des „Corriere della Sera“ 191 Millimeter Niederschlag gemessen. Die Zeitung berief sich dabei auf eine Station des Centro Meteorologico Lombardo. Diese regionale Messangabe lässt sich nicht ohne Weiteres auf Südtirol oder andere Teile Norditaliens übertragen.
Straßenfreigabe hängt von Sicherungsarbeiten ab
Für Reisende und Wanderer ist die lokale Lage maßgeblich. Nach einer Mure können Straßen und Wege auch dann gesperrt bleiben, wenn der Regen bereits aufgehört hat. Vor einer Freigabe müssen Geröll entfernt, Hänge kontrolliert und mögliche weitere Abgänge ausgeschlossen werden.
Offen bleibt, wann die Straße zur Capanna Alpina wieder uneingeschränkt befahrbar ist und wann alle eingeschlossenen Fahrzeuge abgeholt werden können. Maßgeblich sind die Angaben der örtlichen Behörden und Einsatzkräfte.
Quellen und Transparenz
- Südtirol News: „Mure strömt in Südtirol auf die Straße: 150 Wanderer evakuiert“, Bericht vom 21. August 2026; Angaben unter anderem unter Bezug auf die Freiwillige Feuerwehr St. Kassian.
- L’Eco di Bergamo: Unwetter und Erdrutsche im Brembana-Tal, Regionalbericht zu den Ereignissen vom 20. August 2026.
- Corriere della Sera, Regionalausgabe Bergamo: 250 Menschen auf Campingplatz evakuiert, Bericht vom 21. August 2026.
- Eine unmittelbar abrufbare amtliche Gesamtdarstellung aller Einsätze lag zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht vor. Angaben zum Südtiroler Einsatz wurden deshalb den übereinstimmenden Berichten regionaler Medien entnommen.
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