Digitaler Führerschein soll Ende 2026 starten
Digitaler Führerschein soll Ende 2026 aufs Smartphone kommen
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will den digitalen Führerschein Ende 2026 vorstellen. Die Entwicklung gehe in die finale Phase, sagte KBA-Präsident Richard Damm der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“. Nach seiner Einschätzung kann die geplante Vorstellung im vierten Quartal stattfinden.
Der Führerschein soll über die bereits verfügbare i-Kfz-App auf dem Smartphone angezeigt werden. Ein verbindlicher Starttag steht bislang ebenso wenig fest wie der genaue Ablauf, mit dem Nutzer ihren Führerschein in der App hinterlegen können.
KBA hält Vorstellung im vierten Quartal für erreichbar
„Aktuell geht die Entwicklung des digitalen Führerscheins in die finale Phase und ich bin optimistisch, dass die Vorstellung wie geplant im vierten Quartal erfolgen kann“, sagte Damm laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP.
Die Aussage bestätigt den bisherigen Zeitplan des Bundesministeriums für Verkehr. Das Ministerium nennt Ende 2026 weiterhin als voraussichtlichen Einführungstermin für den nationalen digitalen Führerschein in der i-Kfz-App.
Die Formulierung des KBA-Präsidenten zeigt zugleich: Es handelt sich um einen geplanten Termin, nicht um einen bereits feststehenden Starttag. Wann die Funktion für alle Nutzer freigeschaltet wird und welche technischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wurde noch nicht konkretisiert.
Kartenführerschein bleibt als eigenständiges Dokument bestehen
Der digitale Führerschein ist nach den gesetzlichen Planungen ein ergänzendes elektronisches Dokument zum Kartenführerschein. Der Bundestag schuf im März 2026 mit einer Novelle des Straßenverkehrsgesetzes die erforderlichen Rechtsgrundlagen.
Nach Darstellung des Bundesverkehrsministeriums soll der Führerschein künftig über das Smartphone nachweisbar sein. Der Kartenführerschein könnte dann bei Fahrten innerhalb des vorgesehenen Geltungsbereichs zu Hause bleiben. Abgeschafft wird er dadurch nicht.
Für Nutzer bedeutet das: Wer den digitalen Nachweis nicht verwenden möchte oder kein geeignetes Smartphone besitzt, soll weiterhin den Kartenführerschein nutzen können. Der genaue Funktionsumfang der digitalen Variante – etwa bei Kontrollen, Mietwagen, Carsharing oder Fahrten ins Ausland – muss vor dem Start noch eindeutig erläutert werden.
i-Kfz-App enthält bisher den digitalen Fahrzeugschein
Die i-Kfz-App wurde im November 2025 gestartet. Bislang können Nutzer dort vor allem die Zulassungsbescheinigung Teil I, den sogenannten Fahrzeugschein, digital hinterlegen. Nach Angaben Damms ist die App inzwischen auf mehr als zwei Millionen Mobiltelefonen installiert.
Der digitale Fahrzeugschein ist innerhalb Deutschlands rechtsgültig und kann bei einer Polizeikontrolle anstelle der Papierfassung vorgezeigt werden. Die Nutzung ist freiwillig. Für Fahrten ins Ausland muss der Fahrzeugschein nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums weiterhin in Papierform mitgeführt werden.
Für den digitalen Fahrzeugschein ist die i-Kfz-App gegenwärtig ab iOS 17 beziehungsweise Android 12 erhältlich. Privatpersonen authentifizieren sich grundsätzlich über die Online-Ausweisfunktion. Ob für den digitalen Führerschein dieselben technischen und persönlichen Voraussetzungen gelten werden, ist noch nicht veröffentlicht.
Europäische Wallet soll Anfang 2027 folgen
Neben der nationalen Lösung arbeitet Deutschland an der Einbindung des Führerscheins in die staatliche European Digital Identity Wallet, kurz EUDI-Wallet. Nach dem aktuellen Zeitplan des Bundesverkehrsministeriums soll der digitale Führerschein dort Anfang 2027 verfügbar werden.
Die nationale Version in der i-Kfz-App ist damit früher vorgesehen als der einheitliche, EU-weit gültige digitale Führerschein. Das Bundesverkehrsministerium hatte bei der Gesetzesvorlage auf das europäische Einführungsziel 2030 verwiesen.
Offen ist, welche Funktionen die deutsche App zum Start außerhalb Deutschlands bieten wird. Bis dazu eine amtliche Regelung veröffentlicht ist, sollten Autofahrer für Auslandsfahrten weiterhin mit dem Kartenführerschein planen.
Online-Zulassungen nehmen deutlich zu
Das KBA sieht auch bei der internetbasierten Fahrzeugzulassung wachsende Nutzerzahlen. Nach Angaben Damms entfielen 2024 rund acht Prozent der Zulassungsvorgänge auf Onlineverfahren. Im Jahr 2025 waren es etwa 15 Prozent, im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 knapp 22 Prozent.
Damit hat sich der Anteil innerhalb von weniger als zwei Jahren deutlich erhöht. Die Zulassung und Abmeldung erfolgen derzeit über die Onlineportale der zuständigen Städte und Kreise. Aus Sicht des KBA sind diese Möglichkeiten jedoch noch nicht ausreichend bekannt.
Damm führt die bislang begrenzte Nutzung unter anderem auf fehlende Informationen zurück. Es müsse stärker erklärt werden, wie die Online-Zulassung funktioniert und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Der nächste maßgebliche Schritt ist die angekündigte Vorstellung des digitalen Führerscheins im vierten Quartal 2026. Spätestens dann muss das KBA auch den Starttermin, die Einrichtung in der App und den konkreten Nutzungsumfang bekannt geben.
Offene Fragen
- An welchem Tag wird der digitale Führerschein freigeschaltet?
- Welche Smartphone-Versionen und Identifikationsmittel werden benötigt?
- Ist die Einrichtung kostenlos?
- Kann der digitale Nachweis ohne Internetverbindung vorgezeigt werden?
- In welchen Ländern und Kontrollsituationen wird die nationale App anerkannt?
FAQ zum digitalen Führerschein
Wann kommt der digitale Führerschein in Deutschland?
Das Kraftfahrt-Bundesamt plant die Vorstellung im vierten Quartal 2026. Einen verbindlichen Starttag hat die Behörde noch nicht genannt.
Wird der Kartenführerschein abgeschafft?
Nein. Der digitale Führerschein ist als ergänzendes elektronisches Dokument zum Kartenführerschein vorgesehen.
In welcher App wird der digitale Führerschein verfügbar sein?
Der nationale digitale Führerschein soll in der i-Kfz-App angezeigt werden. Anfang 2027 ist zusätzlich eine Einbindung in die staatliche EUDI-Wallet geplant.
Kann der digitale Führerschein im Ausland genutzt werden?
Der Geltungsbereich der nationalen Lösung wurde noch nicht abschließend erläutert. Bis zur amtlichen Klärung sollte bei Auslandsfahrten der Kartenführerschein mitgeführt werden.
Was kostet der digitale Führerschein?
Zu möglichen Gebühren hat das KBA bislang keine abschließenden Angaben veröffentlicht. Download und Nutzung der i-Kfz-App sowie die Erstellung des digitalen Fahrzeugscheins sind derzeit kostenlos; daraus lässt sich jedoch noch keine gesicherte Aussage über den digitalen Führerschein ableiten.
Quellen und Transparenz
- Bundesministerium für Verkehr: Informationen zur i-Kfz-App und zum geplanten digitalen Führerschein, aktualisierter amtlicher Informationsstand, abgerufen am 26. August 2026.
- Deutscher Bundestag: Digitalisierung von Führerscheinen und Fahrzeugpapieren, amtlicher Bericht zum Bundestagsbeschluss vom 26. März 2026.
- Bundesministerium für Verkehr: Gesetzliche Grundlage für den digitalen Führerschein, Pressemitteilung vom 5. November 2025.
- „Auto Motor und Sport“: Interviewaussagen von KBA-Präsident Richard Damm, wiedergegeben in einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP vom 26. August 2026.
- t-online: „Digitaler Führerschein kommt Ende des Jahres“, ergänzender AFP-Medienbericht vom 26. August 2026.
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