Bedrohung bei ZDF-Interview in Berlin
19-Jähriger bedroht Frau bei ZDF-Interview mit Waffe
Ein 19-Jähriger soll während eines ZDF-Interviews auf dem Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain eine Waffe auf die interviewte Frau gerichtet haben. Nach Angaben der Polizei blieb sie unverletzt. Teile der Bedrohung wurden von der laufenden Kamera aufgezeichnet.
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, 2. September 2026, gegen 13.30 Uhr. Das ZDF meldete ihn nach übereinstimmenden Medienberichten am folgenden Tag bei der Berliner Polizei. Ein Beamter identifizierte den mutmaßlichen Täter anhand eines übermittelten Fotos.
Mann näherte sich dem ZDF-Team auf einem E-Scooter
Das Fernsehteam führte auf dem Boxhagener Platz ein Interview mit der Fachreferentin einer Sozialorganisation. Während der Aufnahmen soll sich der junge Mann auf einem E-Scooter genähert und zunächst gefragt haben, für welchen Sender das Team arbeite.
Nach der Darstellung der Polizei zog der Mann anschließend eine Schusswaffe und richtete sie auf den Körper der Interviewpartnerin. Danach entfernte er sich auf dem E-Scooter vom Platz.
Ob es sich um eine scharfe Schusswaffe, eine Schreckschusswaffe oder eine täuschend echt aussehende Nachbildung handelte, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt. Ebenso ist nicht bekannt, ob die Waffe inzwischen sichergestellt werden konnte.
Kameraaufnahmen führten zur Identifizierung
Die Kamera des ZDF-Teams lief während des Vorfalls weiter und erfasste das Geschehen nach Polizeiangaben in weiten Teilen. Ein Mitarbeiter des Senders übersandte dem zuständigen Polizeiabschnitt bei der Anzeige auch ein Foto des Mannes.
Ein Polizeibeamter erkannte darauf einen 19-Jährigen, der der Polizei im Bezirk bereits im Zusammenhang mit anderen Straftaten bekannt sein soll. Welche früheren Vorwürfe oder Verfahren damit gemeint sind, teilten die Behörden nicht mit.
Die Identifizierung bedeutet nicht, dass die Tat bereits abschließend aufgeklärt ist. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Öffentlich bekannt ist bislang weder eine Festnahme noch eine Durchsuchung oder eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft.
Ermittlungen bei der Polizeidirektion 3
Ein Fachkommissariat der Polizeidirektion 3 (Ost) hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Zu klären ist unter anderem, welche Waffe der Mann bei sich trug, aus welchem Grund er die Frau bedroht haben soll und ob sich der Verdacht durch die vollständigen Aufnahmen und weitere Aussagen erhärten lässt.
Offen bleibt auch, weshalb die Anzeige erst am folgenden Tag erstattet wurde. Allein aus diesem zeitlichen Abstand lässt sich keine belastbare Schlussfolgerung über die Situation des Teams oder den Ablauf nach der Bedrohung ziehen.
Der Fall wurde am Freitag durch Angaben der Berliner Polizei öffentlich bekannt. Weitere Informationen zum Aufenthaltsort des Verdächtigen, zu möglichen polizeilichen Maßnahmen und zum konkreten Ermittlungsverdacht lagen zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht vor.
Offene Fragen
- Handelte es sich um eine scharfe oder eine andere Art von Waffe?
- Wurde die Waffe bereits gefunden und sichergestellt?
- Welche Maßnahmen wurden gegen den identifizierten 19-Jährigen eingeleitet?
- Was war das mögliche Motiv für die Bedrohung?
- Welche Straftatbestände legen Polizei und Staatsanwaltschaft dem Verfahren zugrunde?
Quellen und Transparenz
- Polizei Berlin: Angaben zum Vorfall, zum Tatverdächtigen und zum Ermittlungsstand, veröffentlicht am 4. September 2026 über die Nachrichtenagentur dpa und mehrere Medien. Eine unmittelbar abrufbare Einzelmeldung der Polizei war zum Recherchezeitpunkt nicht auffindbar. Polizeimeldungen der Polizei Berlin
- B.Z.: „ZDF-Team bei Interview mit Waffe bedroht“, 4. September 2026; ergänzender Medienbericht mit Angaben eines Polizeisprechers und einer ZDF-Bestätigung. Zum Bericht
- Der Tagesspiegel/dpa: „Bedrohung bei ZDF-Dreh in Berlin“, 4. September 2026; agenturgestützter Bericht über die Polizeiangaben. Zum Bericht
- BILD: „ZDF-Interview in Berlin: Plötzlich zieht ein Mann eine Waffe“, 4. September 2026; ergänzender Medienbericht. Zum Bericht
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