Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD laut ersten Zahlen vorn

Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD laut ersten Zahlen vorn
Systembild: Am 6. September 2026 entscheiden die Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt über die Zusammensetzung des neuen Landtags. © KI-generierte Illustration

Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD laut ersten Zahlen klar vorn

Die AfD ist nach der ersten Prognose zur Landtagswahl 2026 mit großem Abstand stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Sie erreicht demnach 44,5 Prozent der Stimmen. Die bislang regierende CDU kommt auf 18,5 Prozent und verliert gegenüber der Wahl von 2021 erheblich.

Drittstärkste Kraft wird laut Prognose die Linke mit 9,5 Prozent. Die Grünen erreichen 9 Prozent, die SPD kommt auf 8 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht liegt mit 5 Prozent genau an der Schwelle zum Einzug in den Landtag.

Die FDP erreicht laut Prognose 2 Prozent und würde den Wiedereinzug deutlich verfehlen. Die Freien Wähler kommen auf 1 Prozent, die weiteren Parteien zusammen auf 2,5 Prozent.

AfD verdoppelt laut Prognose ihr Ergebnis

Sollten sich die prognostizierten 44,5 Prozent bestätigen, hätte die AfD ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt. Vor fünf Jahren erreichte sie 20,8 Prozent. Der Zuwachs würde 23,7 Prozentpunkte betragen.

Für die CDU zeichnet sich dagegen eine historische Niederlage ab. Sie hatte die Landtagswahl 2021 mit 37,1 Prozent deutlich gewonnen. Gegenüber dem prognostizierten Wert von 18,5 Prozent verliert die Partei 18,6 Prozentpunkte und damit rund die Hälfte ihres damaligen Stimmenanteils.

Die Linke fällt nach den ersten Zahlen leicht von 11 auf 9,5 Prozent zurück. Die SPD würde ihr Ergebnis von 8,4 Prozent nahezu halten. Die Grünen könnten sich von 5,9 auf 9 Prozent verbessern.

Die FDP, die 2021 noch 6,4 Prozent erreicht hatte, würde mit 2 Prozent aus dem Landtag ausscheiden. Für das BSW ist das Ergebnis noch besonders unsicher: Bei prognostizierten 5 Prozent können bereits geringe Veränderungen in den folgenden Hochrechnungen darüber entscheiden, ob die Partei in das Parlament einzieht.

AfD verfehlt rechnerisch knapp die absolute Mehrheit

Nach den vorliegenden Prozentwerten liegt die AfD sehr nahe an einer absoluten Mehrheit der Landtagssitze, erreicht sie rechnerisch zunächst aber nicht sicher. Wenn AfD, CDU, Linke, SPD, Grüne und BSW in den Landtag einziehen, entfallen zusammen 94,5 Prozent der Stimmen auf die bei der Mandatsverteilung berücksichtigten Parteien. Der AfD-Anteil innerhalb dieser Gruppe läge bei rund 47,1 Prozent.

Sollte das BSW unter die Fünf-Prozent-Hürde fallen, würden nach den gerundeten Prognosewerten noch 89,5 Prozent der Stimmen bei der Verhältnisrechnung berücksichtigt. Der rechnerische AfD-Anteil läge dann bei rund 49,7 Prozent weiterhin äußerst knapp unter der Hälfte.

Diese Modellrechnung ersetzt keine offizielle Sitzprognose. Rundungen, Direktmandate sowie mögliche Überhang- und Ausgleichsmandate können die tatsächliche Verteilung beeinflussen. Eine belastbare Aussage über die absolute Mehrheit ist deshalb erst mit den folgenden Hochrechnungen und einer konkreten Sitzberechnung möglich.

Regierungsbildung dürfte schwierig werden

Auch als mit Abstand stärkste Partei übernimmt die AfD nicht automatisch die Landesregierung. Der Ministerpräsident wird vom Landtag gewählt und benötigt dafür eine parlamentarische Mehrheit.

Sollte die AfD die absolute Sitzmehrheit verfehlen und keine andere Partei mit ihr koalieren, könnte eine Regierungsbildung ohne die AfD notwendig werden. Nach der ersten Prognose wären dafür mehrere Parteien erforderlich. Welche Bündnisse rechnerisch möglich sind, hängt vor allem vom Einzug des BSW und von der endgültigen Sitzverteilung ab.

Die bisherige Regierungskonstellation ist abgewählt. CDU, SPD und FDP kämen nach der Prognose zusammen nur noch auf 28,5 Prozent; die FDP wäre nicht mehr im Landtag vertreten. Damit steht Sachsen-Anhalt vor grundlegend veränderten politischen Mehrheitsverhältnissen.

Prognose ist noch kein ausgezähltes Wahlergebnis

Die um 18 Uhr veröffentlichte Prognose beruht auf repräsentativen Nachwahlbefragungen vor ausgewählten Wahllokalen. Sie ist weder eine Stimmenauszählung noch ein amtliches Zwischenergebnis.

Der Hinweis, Briefwahlstimmen würden bei der ersten Prognose „nicht mitgezählt“, benötigt eine genaue Einordnung: Tatsächlich werden zu diesem Zeitpunkt noch keine abgegebenen Stimmen ausgezählt. Da Briefwähler nicht an der Befragung vor Wahllokalen teilnehmen, müssen Meinungsforschungsinstitute ihr Wahlverhalten je nach Methode gesondert erheben oder statistisch berücksichtigen. Erst in die folgenden Hochrechnungen fließen reale Auszählungsergebnisse aus Urnen- und Briefwahlbezirken ein.

Bis 16 Uhr lag die Beteiligung in einer Stichprobe der Landeswahlleiterin bei 65,3 Prozent. Briefwahlstimmen waren in diesem Zwischenstand nicht enthalten. Zum Vergleich: 2021 hatten bis 16 Uhr 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme im Wahllokal abgegeben; die endgültige Wahlbeteiligung betrug damals 60,3 Prozent.

Nach Angaben der Landeswahlleiterin verlief die Abstimmung weitgehend reibungslos. Als Nächstes werden erste Hochrechnungen erwartet. Sie werden zeigen, ob sich der deutliche Vorsprung der AfD bestätigt, ob das BSW die Fünf-Prozent-Hürde überwindet und welche Mehrheiten im neuen Landtag möglich sind.

Zahlen und Daten

  • AfD: 44,5 Prozent
  • CDU: 18,5 Prozent
  • Linke: 9,5 Prozent
  • Grüne: 9,0 Prozent
  • SPD: 8,0 Prozent
  • BSW: 5,0 Prozent
  • FDP: 2,0 Prozent
  • Freie Wähler: 1,0 Prozent
  • Weitere Parteien: 2,5 Prozent
  • Informationsstand: erste Prognose, noch kein amtliches Ergebnis

Quellen und Transparenz

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