Gasspeicher bei 56 Prozent: Reiche spricht mit Uniper

Gasspeicher bei 56 Prozent: Reiche spricht mit Uniper
Gasspeicher helfen, Schwankungen zwischen Gaslieferungen und Verbrauch auszugleichen. © Presse.Online/Archivbild.

Gasspeicher bei 56 Prozent: Reiche spricht mit Sefe und Uniper

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sucht Berichten zufolge bei den Unternehmen Sefe und Uniper Unterstützung, um vor der Heizperiode mehr Erdgas in deutsche Speicher zu bringen. Beide Unternehmen stehen nahezu vollständig im Eigentum des Bundes. Eine verbindliche Zusage über zusätzliche Gasmengen oder eine formelle Anweisung zum Einkauf ist bislang nicht öffentlich bestätigt.

Der Anlass ist messbar: Für den Gastag 14. September lag der Füllstand bei 55,92 Prozent. Das waren 19,48 Prozentpunkte weniger als zum entsprechenden Zeitpunkt 2025. Die niedrigere Reserve bedeutet jedoch für sich genommen keine akute Gasmangellage.

Was über die Gespräche mit Sefe und Uniper bekannt ist

Zuerst berichtete der Spiegel über Gespräche zwischen der Bundesregierung und den beiden Unternehmen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sollen Sefe und Uniper prüfen, welche Möglichkeiten sie für eine stärkere Befüllung der Speicher ausschöpfen können. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte den berichteten Vorgang nicht.

Uniper erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, das Unternehmen tausche sich regelmäßig mit Politik, Behörden und Marktteilnehmern über die Versorgungssicherheit aus. Es erfülle seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden auch unter schwierigen Marktbedingungen. Daraus lässt sich keine Zusage für eine bestimmte zusätzliche Einspeichermenge ableiten.

Die Unterscheidung ist für die Kostenfrage relevant: Berichtet wird über Beschaffung durch Unternehmen am Markt, nicht über einen bereits beschlossenen staatlichen Gaseinkauf. Welche Mengen tatsächlich eingelagert werden, zu welchen Preisen dies geschieht und ob weitere Anreize hinzukommen, ist offen.

Warum die Speicher langsamer gefüllt werden

Gashändler speichern üblicherweise im Sommer Gas ein, wenn sie erwarten, es im Winter teurer verkaufen zu können. Derzeit ist dieser Preisabstand nach Angaben von Marktteilnehmern wenig attraktiv. Hohe Gaspreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg erschweren die wirtschaftliche Entscheidung, zusätzliche Mengen für den Winter vorzuhalten.

Der niedrige Füllstand ist dennoch nur ein Teil der Versorgungslage. Deutschland erhält Gas auch laufend über Pipelines und LNG-Importe. Entscheidend sind laut Bundesnetzagentur das Zusammenspiel dieser Lieferungen mit den Speichern, der verfügbaren Infrastruktur und dem Verbrauch.

Die Behörde bezeichnet die Gasversorgung aktuell als stabil und hält die Gefahr einer angespannten Versorgung nach ihrem derzeitigen Erkenntnisstand für gering. Zugleich nimmt sie die im Jahresvergleich niedrigen Speicherstände ernst und beobachtet besonders, ob die geltende Füllstandsvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar 2027 eingehalten werden kann.

Kalter Winter bleibt das kritische Szenario

Der Speicherverband INES hat in seinen Szenarien vor einem Risiko bei außergewöhnlich niedrigen Wintertemperaturen gewarnt. Für einen milden oder normalen Winter fällt seine Bewertung günstiger aus. Diese Modellrechnungen beschreiben mögliche Verläufe; sie sind keine Vorhersage, dass im Winter Gas fehlen wird.

Berichtet wird auch über mögliche zusätzliche Anreize durch sogenannte Long Term Options. Dabei kann der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe Gaslieferungen für einen festgelegten Zeitraum vertraglich sichern. THE veröffentlicht Informationen zu seinen Ausschreibungen. Ob eine geplante Ausschreibung wegen der aktuellen Speicherlage ausgeweitet wird und um welche Menge, ist öffentlich noch nicht bestätigt.

Für Haushalte folgt aus den Gesprächen derzeit weder eine neue Umlage noch eine unmittelbare Änderung ihres Gasvertrags. Auch eine sichere Prognose für die Heizkosten lässt sich aus dem Speicherstand allein nicht ableiten. Als nächster konkreter Prüfpunkt zählt, ob die Einspeicherung in den kommenden Wochen zunimmt und welche Mengen zu Beginn der Heizperiode tatsächlich verfügbar sind.

Quellen und Transparenz:

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