KiK-Filiale vor der Schließung im Jahr 2026
KiK schließt rund 150 Filialen mehr als 60 Standorte sind bekannt
Der Textildiscounter KiK zieht sich 2026 aus zahlreichen Städten zurück. Rund 150 Filialen in Deutschland sollen nach aktuellem Stand aufgegeben werden. Mehr als 60 betroffene Geschäfte sind inzwischen öffentlich bekannt darunter Standorte in Berlin, Hamburg, München, Dresden und Potsdam. Eine vollständige Schließungsliste legt das Unternehmen jedoch nicht vor.
Der rote KiK-Schriftzug verschwindet aus immer mehr Einkaufsstraßen und Fachmarktzentren. Einige Geschäfte wurden bereits im ersten Quartal geschlossen, andere folgten im Sommer. Weitere Filialen stehen im Herbst und zum Jahresende vor dem Aus.
Zu den zuletzt bekannt gewordenen Standorten gehören Plauen in Sachsen und Bad Frankenhausen in Thüringen. Die Filiale in der Plauener Güterstraße ist seit dem 17. September geschlossen. In Bad Frankenhausen läuft nach übereinstimmenden Medienberichten ein Räumungsverkauf.
Auch für Wutöschingen, Mengen und Pfullendorf in Baden-Württemberg sowie Forst in Brandenburg und Dassel in Niedersachsen sind Schließungstermine bekannt. In Potsdam-Babelsberg soll der Betrieb erst zum Jahresende enden.
Die nachfolgende Übersicht umfasst derzeit 65 öffentlich bekannte Filialen. Sie ist dennoch nur eine Momentaufnahme: KiK veröffentlicht keine vollständige Liste aller betroffenen Geschäfte.
KiK verkleinert sein Filialnetz in Deutschland
Im März hatte KiK zunächst angekündigt, 2026 rund 135 deutsche Filialen aufzugeben. Neuere Angaben des Unternehmens, auf die sich mehrere Medien berufen, nennen inzwischen etwa 150 Standorte.
Gleichzeitig plant der Textildiscounter rund 15 Neueröffnungen. Unter dem Strich würde das deutsche Filialnetz damit um ungefähr 135 Geschäfte schrumpfen. Bis Ende 2026 sollen bundesweit noch rund 2.200 KiK-Filialen bestehen.
Europaweit ist der Umbau noch größer: Vorgesehen sind etwa 300 Schließungen und 75 neue Geschäfte. Die Gesamtzahl der KiK-Standorte würde dadurch um rund 225 auf gut 4.000 sinken.
Es handelt sich nicht um einen vollständigen Rückzug aus dem stationären Handel. KiK bereinigt vielmehr ein über Jahre stark gewachsenes Filialnetz. Geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel erklärte im Frühjahr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Wir trimmen unser Portfolio auf Profitabilität.“
In einigen Städten lägen Geschäfte weniger als einen Kilometer voneinander entfernt. Das Unternehmen habe zu dicht expandiert und baue diese Überschneidungen nun zurück.
Diese KiK-Filialen sind bislang betroffen
Stand der Übersicht: 17. September 2026. Genannt werden bereits geschlossene Geschäfte sowie Standorte mit angekündigtem oder öffentlich berichtetem Schließungstermin.
Baden-Württemberg
- Bopfingen: im ersten Quartal geschlossen
- Mengen: Schließung zum 16. Oktober angekündigt
- Östringen: im ersten Quartal geschlossen
- Pfullendorf: Schließung im November angekündigt
- Rottenburg: seit dem 31. März geschlossen
- Stuttgart: eine Filiale im ersten Quartal geschlossen
- Wutöschingen: Schließung zum 18. September angekündigt
Bayern
- Bad Windsheim: geschlossen
- Burgthann: im ersten Quartal geschlossen
- Freyung: im ersten Quartal geschlossen
- München-Aubing: seit dem 12. September geschlossen
- Peißenberg: im ersten Quartal geschlossen
- Schongau: im Januar geschlossen
- Schweinfurt: seit dem 11. Februar geschlossen
- Uffenheim: seit dem 14. März geschlossen
- Wunsiedel: im ersten Quartal geschlossen
Berlin
- Berlin: zwei Filialen im ersten Quartal geschlossen
Welche beiden Berliner Standorte betroffen sind, wurde in den vorliegenden überregionalen Übersichten nicht eindeutig ausgewiesen.
Brandenburg
- Brandenburg an der Havel: seit dem 16. Juli geschlossen
- Doberlug-Kirchhain: im ersten Quartal geschlossen
- Forst: Schließung zum 28. November angekündigt
- Lübbenau: im ersten Quartal geschlossen
- Potsdam-Babelsberg: Schließung zum 31. Dezember angekündigt
- Vetschau: geschlossen
Hamburg
- Bramfeld: im ersten Quartal geschlossen
- Steilshoop: seit dem 12. September geschlossen
Hessen
- Bad Soden-Salmünster: seit dem 18. April geschlossen
- Bad Wildungen, Innenstadt: im ersten Quartal geschlossen
- Dreieich-Sprendlingen: im ersten Quartal geschlossen
- Frankfurt am Main: eine Filiale im ersten Quartal geschlossen
- Oberursel: in aktuellen Übersichten als geschlossen geführt
Hinweis zu Oberursel: Die Quellenlage ist hier nicht eindeutig. Als Indiz für die Schließung wurde unter anderem angeführt, dass der Standort nicht mehr in der KiK-Filialsuche erschien. Einzelne externe Branchen- und Prospektportale führten die Filiale zuletzt jedoch weiterhin. Der Standort sollte deshalb gesondert überprüft werden.
Mecklenburg-Vorpommern
- Altentreptow: im ersten Quartal geschlossen
- Hagenow: im ersten Quartal geschlossen
- Stralsund: geschlossen
Niedersachsen
- Bergen: im ersten Quartal geschlossen
- Dassel: Schließung zum 28. November angekündigt
- Dörpen: im ersten Quartal geschlossen
- Emsbüren: im ersten Quartal geschlossen
- Gieboldehausen: geschlossen
- Nordenham, Innenstadt: im ersten Quartal geschlossen
- Pattensen: im ersten Quartal geschlossen
- Salzgitter: seit dem 12. März geschlossen
- Twistringen: seit dem 14. März geschlossen
- Vechta: seit dem 5. August geschlossen
Nordrhein-Westfalen
- Essen: eine Filiale im ersten Quartal geschlossen
- Hamm: eine Filiale seit dem 27. August geschlossen, eine weitere Schließung für Oktober angekündigt
- Marl: im ersten Quartal geschlossen
- Ochtrup: im ersten Quartal geschlossen
- Radevormwald: geschlossen
- Troisdorf-Mitte: im ersten Quartal geschlossen
- Wassenberg: seit dem 14. September geschlossen
Sachsen
- Dresden: eine Filiale im ersten Quartal geschlossen
- Falkenstein: im ersten Quartal geschlossen
- Gröditz: Schließung zum 17. September angekündigt
- Plauen: seit dem 17. September geschlossen
- Seiffen: im ersten Quartal geschlossen
Sachsen-Anhalt
- Dessau: im ersten Quartal geschlossen
- Halle-Südstadt: im ersten Quartal geschlossen
- Magdeburg: eine Filiale seit dem 3. September geschlossen
Schleswig-Holstein
- Preetz: seit dem 21. März geschlossen
- Büdelsdorf: seit dem 13. April geschlossen
Thüringen
- Bad Frankenhausen: Schließung für den Herbst angekündigt, Räumungsverkauf läuft
- Hildburghausen: seit dem 16. Mai geschlossen
- Meiningen: im ersten Quartal geschlossen
Aus Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind in den derzeit ausgewerteten Übersichten keine konkreten Standorte aufgeführt. Das bedeutet nicht zwingend, dass dort keine Filiale betroffen ist.
Warum KiK so viele Geschäfte schließt
Die Schließungswelle ist vor allem eine Korrektur der früheren Expansionsstrategie. KiK hatte sein Filialnetz über Jahre stark verdichtet. Teilweise konkurrierten nahe beieinanderliegende Geschäfte um dieselben Kundinnen und Kunden.
Die Rechnung, mit zusätzlichen Standorten automatisch entsprechend mehr Umsatz zu erzielen, sei nicht vollständig aufgegangen, erklärte Kümmel. Deshalb prüft das Unternehmen, welche Geschäfte langfristig profitabel betrieben werden können.
Hinzu kommt ein schwieriges Marktumfeld. Der stationäre Textilhandel steht unter hohem Kostendruck. Gestiegene Mieten, Energie- und Personalkosten treffen auf eine zurückhaltende Konsumnachfrage. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch Onlinehändler und besonders preisaggressive internationale Plattformen.
KiK hält dennoch am Geschäftsmodell des günstigen Textil- und Non-Food-Discounters fest. Nach Darstellung der Geschäftsführung sollen die verbleibenden Filialen profitabel sein.
Was passiert mit den Beschäftigten?
KiK beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 32.000 Menschen, etwa 19.000 davon in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen infolge des Filialabbaus seien zunächst nicht geplant, erklärte die Geschäftsführung im Frühjahr.
Beschäftigte geschlossener Standorte sollen nach Möglichkeit in nahe gelegenen Filialen weiterarbeiten. Wo ein Wechsel nicht möglich ist, wolle das Unternehmen andere Lösungen suchen.
Ob dieses Vorgehen an jedem einzelnen Standort umgesetzt werden kann, hängt allerdings von der Entfernung zu anderen Filialen, freien Stellen und den persönlichen Möglichkeiten der Beschäftigten ab.
Warum es keine vollständige KiK-Schließungsliste gibt
KiK hat bislang keine zentrale öffentliche Übersicht aller Geschäfte vorgelegt, die 2026 geschlossen werden. Viele Standorte werden erst durch Räumungsverkaufsplakate, Mitteilungen von Vermietern, kommunale Veröffentlichungen oder Recherchen regionaler Medien bekannt.
Das erschwert eine zweifelsfreie Gesamtliste. Auch Angaben in digitalen Filialverzeichnissen können zeitlich verzögert sein: Eine Filiale kann noch aufgeführt werden, obwohl ihre Schließung bereits beschlossen ist. Umgekehrt ist das Verschwinden aus einem Filialfinder allein noch kein sicherer Beleg für eine endgültige Aufgabe.
Für Kundinnen und Kunden empfiehlt sich deshalb, vor einer längeren Anfahrt die aktuelle Öffnung direkt bei der Filiale oder über den offiziellen KiK-Filialfinder zu prüfen.
Was jetzt zählt
KiK verschwindet nicht aus Deutschland, zieht sein Filialnetz aber sichtbar zusammen. Auf rund 150 Schließungen kommen lediglich etwa 15 geplante Neueröffnungen. Damit verliert das Unternehmen unter dem Strich ungefähr 135 deutsche Standorte.
Für viele kleinere Städte ist der Rückzug mehr als eine interne Standortbereinigung. Gerade dort, wo preisgünstige Textilien nur von wenigen Händlern angeboten werden, entsteht eine Lücke. Leer stehende Ladenflächen können zugleich den Druck auf ohnehin geschwächte Innenstädte erhöhen.
Da erst 65 betroffene Geschäfte öffentlich bekannt sind, dürfte die Liste in den kommenden Wochen weiter wachsen.
FAQ
Wie viele KiK-Filialen schließen 2026 in Deutschland?
Nach aktuellen Unternehmensangaben sollen rund 150 deutsche Standorte aufgegeben werden. Im März war zunächst von etwa 135 Schließungen die Rede.
Welche KiK-Filialen sind betroffen?
Bis zum 17. September 2026 sind 65 betroffene Standorte öffentlich bekannt. Dazu gehören Filialen in Berlin, Hamburg, München-Aubing, Potsdam-Babelsberg, Dresden, Plauen und zahlreichen kleineren Städten.
Gibt es eine offizielle vollständige Schließungsliste?
Nein. KiK hat bislang keine vollständige öffentliche Liste aller betroffenen Filialen vorgelegt. Die bekannte Übersicht basiert auf Unternehmensbestätigungen, lokalen Veröffentlichungen und Medienberichten.
Schließt KiK alle Filialen in Deutschland?
Nein. KiK will Ende 2026 weiterhin rund 2.200 Geschäfte in Deutschland betreiben. Zusätzlich zu den Schließungen sind etwa 15 Neueröffnungen vorgesehen.
Verlieren Beschäftigte durch die Schließungen ihre Arbeitsplätze?
Nach Angaben der Geschäftsführung sind im Zuge des Filialabbaus keine betriebsbedingten Kündigungen geplant. Beschäftigte sollen nach Möglichkeit in anderen Filialen weiterarbeiten oder alternative Angebote erhalten.
Quellenhinweis
Grundlage der Übersicht sind Angaben von KiK gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sowie aktuelle Recherchen unter anderem von Tagesschau, WDR, RTL, Münchner Merkur und regionalen Medien. Da KiK keine vollständige Schließungsliste veröffentlicht, kann sich der Stand kurzfristig ändern.
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