Kodi: 43 Filialen dicht, 265 Kündigungen

Kodi: 43 Filialen dicht, 265 Kündigungen
Kodi verkleinert sein Filialnetz nach der Insolvenz deutlich. 43 von zuletzt 144 Filialen sollen geschlossen werden. © Presse.Online

Kodi-Insolvenz: 43 Filialen schließen 265 Beschäftigte verlieren ihre Jobs

Der Haushaltswaren-Discounter Kodi verkleinert sein Filialnetz drastisch. 43 von zuletzt 144 Standorten werden geschlossen, auch die Unternehmenszentrale in Oberhausen fällt weg. Gleichzeitig übernimmt eine internationale Investorengruppe 100 Filialen und führt die Marke Kodi weiter.

Kodi schrumpft nach Insolvenz deutlich

Für den insolventen Haushaltswaren-Discounter Kodi steht fest, wie ein großer Teil des Unternehmens künftig aussehen soll: deutlich kleiner.

Von zuletzt 144 Filialen sollen 43 geschlossen werden. Auch die bisherige Unternehmenszentrale in Oberhausen wird aufgegeben. Damit verschwindet nahezu jede dritte Filiale aus dem bisherigen Netz.

Gleichzeitig ist für den überwiegenden Teil der Standorte eine Fortführungslösung gefunden worden. Die Kodi Retail GmbH, hinter der nach Unternehmensangaben eine internationale Investorengruppe steht, übernimmt 100 Filialen. Dort soll auch der Name Kodi erhalten bleiben.

Für einen der bislang 144 Standorte steht eine abschließende Entscheidung noch aus. Rechnerisch ergibt sich damit: 100 übernommene Filialen, 43 Schließungen und ein noch ungeklärter Standort.

265 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz

Die Einschnitte treffen auch einen erheblichen Teil der Belegschaft. Kodi beschäftigte zuletzt knapp 1.200 Menschen. Nach den vorliegenden Unternehmensangaben haben 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Kündigung erhalten.

Geschäftsführer Fabian Grund erklärte, es sei bedauerlich, dass für die betroffenen Standorte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden worden sei und dadurch Arbeitsplätze verloren gingen. Zugleich verwies er darauf, dass durch die Übernahme der übrigen Filialen zahlreiche Arbeitsplätze und die Marke erhalten werden könnten.

Der Generalbevollmächtigte Dirk Andres bezeichnete die gefundene Lösung als tragfähig in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Investor übernimmt 100 Filialen und Vermögenswerte

Die neu gegründete Kodi Retail GmbH übernimmt nicht nur einen Großteil des Filialnetzes. Auch Warenbestände und weitere Vermögenswerte der insolventen Kodi Handels GmbH sollen auf die neue Gesellschaft übergehen.

Wie viel die Investorengruppe dafür bezahlt hat, wurde nicht veröffentlicht.

Damit bleibt Kodi zwar als Handelsmarke erhalten das Unternehmen dahinter verändert sich jedoch erheblich.

Das Amtsgericht Halle an der Saale hat nach den vorliegenden Angaben inzwischen das Insolvenzverfahren über die Kodi Handels GmbH in Eigenverwaltung eröffnet. Bereits im Juli hatte Kodi die Eigenverwaltung beantragt.

Im September waren erst 19 Schließungen bekannt

Das Ausmaß der Einschnitte war zunächst noch nicht vollständig klar.

Am 9. September hatte Kodi mitgeteilt, dass für 69 der damals 144 Filialen bereits eine Fortführungslösung gefunden worden sei. Bei 19 Filialen sollte der Abverkauf beginnen. Für weitere 56 Standorte liefen zu diesem Zeitpunkt noch Gespräche.

Jetzt steht fest: Ein erheblicher Teil dieser zunächst offenen Filialen kann ebenfalls nicht fortgeführt werden.

Aus 19 angekündigten Schließungen werden insgesamt 43 Standorte.

Diese Kodi-Filialen sollen schließen

Nach der veröffentlichten Standortliste sind unter anderem zahlreiche Städte in Nordrhein-Westfalen betroffen. Insgesamt nennt die Liste folgende 43 Standorte:

Aachen, Ahaus, Alpen, Bochum-Drehscheibe, Duisburg-Rheinhausen, Duisburg-Rumeln, Duisburg-Wanheimerort, Düsseldorf-Oberbilk, Emmerich, Erkelenz, Essen-Kupferdreh, Essen-Steele, Gelsenkirchen-Buer, Herne-Wanne-Eickel, Herzogenrath, Jülich, Köln-Friesenplatz, Köln-Kalk, Köln-Nippes, Köln-Sürth, Königswinter, Langenfeld, Lünen, Lohr am Main, Mettmann, Moers, Mönchengladbach-Wickrath, Münster-Hiltrup, Neukirchen-Vluyn, Neuss, Oberursel, Selfkant-Tüddern, Siegburg, Solingen-Kirchstraße, Solingen-Ohligs, Tönisvorst, Waltrop, Wuppertal-Cronenberg, Wuppertal-Elberfeld, Wuppertal-Vohwinkel, Wuppertal-Barmen II, Würselen und Zülpich.

Besonders stark betroffen sind größere Städte mit mehreren Kodi-Geschäften. In Düsseldorf sollen acht von neun Standorten bestehen bleiben, in Duisburg fünf von acht. In Köln schließen vier von elf Filialen und in Wuppertal vier von sechs. Alle drei Krefelder Standorte sollen erhalten bleiben.

Warum Kodi erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist

Kodi nennt mehrere Gründe für die finanzielle Schieflage.

Dazu gehören nach Angaben des Unternehmens eine schwache Konsumstimmung, steigender Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, gestiegene Lohnnebenkosten und hohe Mietkosten.

Bereits bei der Beantragung der Eigenverwaltung im Juli hatte das Unternehmen angekündigt, dass tiefgreifende Anpassungen notwendig seien. Damals ging Kodi davon aus, rund 50 seiner zu diesem Zeitpunkt etwa 150 Filialen schließen zu müssen.

Die nun bestätigten 43 Schließungen liegen damit in der Größenordnung, die das Unternehmen bereits zu Beginn des Insolvenzverfahrens erwartet hatte.

Einordnung: Kodi bleibt aber nicht das bisherige Unternehmen

Die Entwicklung zeigt einen wesentlichen Unterschied zwischen einer Insolvenz und einem vollständigen Marktaus.

Kodi verschwindet nicht vom Markt. 100 Filialen und die Marke werden übernommen. Gleichzeitig werden jedoch zahlreiche unrentable Standorte aussortiert, die Unternehmenszentrale geschlossen und mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut.

Für Verbraucher kann deshalb ein widersprüchliches Bild entstehen: In manchen Städten bleibt Kodi nahezu unverändert präsent, während die Kette andernorts vollständig verschwindet.

Die entscheidende Frage für die kommenden Monate wird sein, ob die deutlich kleinere Filialstruktur unter der Kodi Retail GmbH dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden kann.

Denn die Faktoren, die Kodi selbst als Ursache seiner Schwierigkeiten nennt zurückhaltender Konsum, Online-Wettbewerb sowie hohe Personal-, Energie- und Mietkosten – verschwinden durch die Übernahme nicht automatisch.

Faktenkasten: Kodi-Insolvenz

Kennzahl Stand
Filialen zuletzt 144
Übernommene Filialen 100
Schließungen 43
Noch offen 1
Beschäftigte bislang knapp 1.200
Kündigungen 265
Unternehmenszentrale wird geschlossen
Neuer Betreiber Kodi Retail GmbH
Kaufpreis nicht veröffentlicht
Marke Kodi bleibt bestehen

Häufige Fragen zur Kodi-Insolvenz

Ist Kodi insolvent?

Ja. Die Kodi Handels GmbH hatte im Juli 2026 die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Nach aktuellen Berichten wurde das Verfahren inzwischen vom Amtsgericht Halle an der Saale eröffnet.

Wird Kodi komplett geschlossen?

Nein. Eine Kodi Retail GmbH übernimmt 100 Filialen. Dort soll auch die Marke Kodi weitergeführt werden. 43 Filialen werden geschlossen, bei einer weiteren ist die Zukunft noch ungeklärt.

Wie viele Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz?

Nach den überwiegenden aktuellen Angaben sind 265 Beschäftigte betroffen. Kodi hatte zuletzt knapp 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Warum ist Kodi insolvent?

Kodi nennt eine schwache Konsumstimmung, zunehmenden Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten und hohe Mietkosten als Belastungsfaktoren.

Wem gehört Kodi künftig?

100 Filialen und Teile des Vermögens werden von der Kodi Retail GmbH übernommen. Hinter der Gesellschaft steht nach Unternehmensangaben eine internationale Investorengruppe. Weitere Einzelheiten zur Investorengruppe und der Kaufpreis wurden in den vorliegenden Meldungen nicht genannt.

Quellen und Transparenz

Grundlage sind aktuelle Berichte vom 1. und 2. Oktober 2026, darunter dpa-Meldungen bei Handelsblatt, WirtschaftsWoche und weiteren Medien, die Berichterstattung des WDR sowie Veröffentlichungen aus dem Eigenverwaltungsverfahren. Die bereits im Juli und September veröffentlichten Unternehmensinformationen wurden zur zeitlichen Einordnung herangezogen.

Hinweis zur Beschäftigtenzahl: In den überwiegenden aktuellen dpa-Fassungen werden 265 Kündigungen genannt. Ein WDR-Beitrag nennt an einer Stelle abweichend 256. Für diesen Beitrag wird die mehrfach übereinstimmend veröffentlichte Zahl von 265 verwendet.

Veröffentlichungspriorität: Hoch aktuelle Unternehmensinsolvenz mit unmittelbaren Auswirkungen auf Filialstandorte, Beschäftigte und Verbraucher.

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