Flydubai: Ben Gurion soll Anschlagsziel gewesen sein

Flydubai: Ben Gurion soll Anschlagsziel gewesen sein
Ein Passagierflugzeug auf einem Flughafenvorfeld. Symbolbild: KI-generierte Illustration.

Flydubai-Angriff: Copilot soll Ben Gurion als Ziel genannt haben

Tel Aviv/Abu Dhabi. Der Copilot der angegriffenen Flydubai-Maschine soll geplant haben, das Flugzeug in den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv zu steuern. Das berichtete die „Jerusalem Post“ am 4. Oktober unter Berufung auf eine israelische Quelle, die Angaben aus seiner Vernehmung schilderte. Der konkrete Flughafen als Anschlagsziel ist damit bislang eine Medienangabe; die veröffentlichte Erklärung der emiratischen Staatsanwaltschaft nennt ihn nicht.

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben den Angriff inzwischen als versuchten terroristischen Akt eingestuft. Generalstaatsanwalt Hamad Saif Al Shamsi erklärte am 3. Oktober, der Copilot habe den Kapitän mit einer Notaxt angegriffen und versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen.

Anschlagsplan soll vor der Einstellung bestanden haben

Nach Darstellung der „Jerusalem Post“ soll Hamam al-Hammami gezielt recherchiert haben, welche Fluggesellschaften nach Israel fliegen. Seinen Angaben bei der Vernehmung zufolge habe der Plan bereits bestanden, bevor er bei Flydubai eingestellt worden sei. Im Rahmen seiner Arbeit sei er in den vergangenen Monaten mehrfach am Flughafen Ben Gurion gewesen.

Der israelische Sender Channel 12 und das Nachrichtenportal Ynet berichteten zudem über einen früheren Anlauf. Laut „Times of Israel“, die beide Berichte aufgriff, soll der Copilot bereits im Juli einen Angriff geplant haben. Er habe ihn kurzfristig aufgegeben, weil ein mit ihm befreundetes Besatzungsmitglied an Bord gewesen sei. Eine öffentlich zugängliche Vernehmungsniederschrift liegt diesen Berichten nicht bei.

Verletzter Kapitän und Passagiere verhinderten den Absturz

Flug FZ1073 war am 30. September von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als der Copilot den Kapitän Smit Machchhar attackierte. Die Maschine geriet in einen steilen Sinkflug. Der verletzte Kapitän wehrte sich; Passagiere überwältigten und fixierten den Angreifer. Ein weiterer Flydubai-Pilot, der an Bord mitreiste, übernahm die Steuerung und landete das Flugzeug im saudi-arabischen Tabuk.

Dort wurde der Copilot festgenommen. Am folgenden Tag überstellten ihn die saudischen Behörden in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo die weiteren Ermittlungen geführt werden.

Frühere Warnzeichen bei Oman Air

Die Vorgeschichte des Verdächtigen wirft Fragen zur Überprüfung von Piloten auf. ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsvertreter, der 29-jährige Omaner sei bereits 2024 bei Oman Air als Sicherheitsrisiko aufgefallen. Bei ihm seien extremistische Materialien gefunden worden.

Nach Angaben dieser Quellen durfte er anschließend nicht mehr fliegen, konnte aber in einer Verwaltungsfunktion weiterarbeiten. Warum er später bei Flydubai eingesetzt wurde und einen Flug nach Israel begleiten konnte, ist Gegenstand der Untersuchung. Oman Air hatte auf eine Anfrage von ABC News zunächst nicht reagiert.

Flydubai setzt Tel-Aviv-Verbindungen aus

Flydubai erklärte, die laufenden Ermittlungen zu unterstützen und eng mit Behörden sowie Aufsichtsstellen zusammenzuarbeiten. Weitere Einzelheiten könne das Unternehmen während der Untersuchung nicht kommentieren. Auf Wunsch der Behörden setzte die Fluggesellschaft ihre Verbindungen nach Tel Aviv vorübergehend bis auf Weiteres aus.

Die emiratische Staatsanwaltschaft untersucht weiterhin die vollständigen Umstände, Motive und möglichen Verbindungen des Verdächtigen. Technische Untersuchungen sowie die Auswertung physischer und digitaler Beweismittel laufen. Die abschließenden Ergebnisse sollen nach Abschluss der erforderlichen Verfahren veröffentlicht werden; einen Termin nennt die Erklärung nicht.

Quellen und Transparenz

Die Einstufung als versuchter terroristischer Akt stammt von der emiratischen Staatsanwaltschaft. Die Angaben zum konkreten Anschlagsziel und zum mutmaßlichen Plan im Juli beruhen auf Medienberichten.

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