Was ist Halloween und warum wird gefeiert?
Was ist Halloween? Warum wir am 31. Oktober feiern
Kürbisse leuchten, Kinder sammeln Süßigkeiten, Erwachsene ziehen Kostüme an: Am 31. Oktober ist Halloween. Hinter dem Gruselfest stehen europäische Bräuche und ein christlicher Name. Seine Geschichte ist allerdings nicht lückenlos geklärt.
Stand: 23. Oktober 2026
Halloween wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert, am Abend vor Allerheiligen. Der Name stammt vom englischen „All Hallows’ Eve“, dem Vorabend des christlichen Heiligenfestes. Die heute bekannten Bräuche haben unterschiedliche Wurzeln: Irische und schottische Traditionen gehören ebenso dazu wie ihre spätere Weiterentwicklung in Nordamerika.
2026 fällt Halloween auf einen Samstag. Wer sich dann verkleidet oder einen Kürbis vor die Tür stellt, greift auf Bräuche zurück, deren Bedeutung sich über die Jahrhunderte verändert hat.
Was Halloween mit Samhain zu tun hat
Als eine historische Wurzel gilt Samhain, ein Fest im traditionellen irischen Jahreslauf. Es markierte den Beginn des Winters. Nach Darstellung des irischen Nationalmuseums wurde vor allem am Vorabend des 1. November gefeiert. Mit dieser Schwelle zur dunklen Jahreszeit verbanden sich Vorstellungen von Tod, umherziehenden Geistern und dem Schutz des eigenen Hauses.
Das Museum beschreibt aber auch eine gesellige Seite: Zum Fest gehörten gemeinsames Essen und Spiele mit Äpfeln oder Nüssen. Halloween lässt sich deshalb schon in seinen überlieferten Vorformen nicht auf ein Totenritual reduzieren.
Wie genau vorchristliche Bräuche, kirchliche Feste und spätere Volkstraditionen zusammenwirkten, wird unterschiedlich erklärt. Die US-amerikanische Library of Congress beschreibt eine Verbindung von Samhain-Traditionen mit Allerheiligen. Der Gälisch-Spezialist Michael Klevenhaus trennt dagegen in einem Interview der Universität Bonn das christliche Fest ausdrücklich vom gälischen Samhain. Eindeutig ist die Herkunft des Namens Halloween; eine einfache, durchgehende Entstehungsgeschichte lässt sich aus diesen Darstellungen nicht ableiten. Headlines & Heroes
Warum Kostüme und „Süßes oder Saures“ dazugehören
Verkleidete Hausbesuche sind in irischen und schottischen Überlieferungen fest verankert. Beim sogenannten „Guising“ zogen Menschen mit Masken oder Kostümen durch die Nachbarschaft. Sie unterhielten die Bewohner und erhielten dafür etwas zu essen oder andere Gaben. Das irische Nationalmuseum sieht darin einen Vorläufer des heutigen Süßigkeitensammelns. National Museum of Ireland
Für „Trick or Treat“, auf Deutsch meist „Süßes oder Saures“, nennt die Library of Congress mehrere Erklärungsansätze. Dazu zählt auch das „Souling“: Bedürftige und Kinder bekamen Lebensmittel oder Geld und beteten im Gegenzug für Verstorbene. Welcher Brauch welchen Anteil an der heutigen Form hat, ist nicht eindeutig geklärt.
In den USA gewann das Süßigkeitensammeln besonders in den 1950er-Jahren an Popularität. Kleine, einzeln verpackte Süßwaren erleichterten das Verteilen an der Haustür. Zuvor waren auch Obst, Nüsse oder Münzen übliche Gaben.
Vor dem Kürbis kam die Rübe
Das bekannteste Halloween-Motiv hat ebenfalls europäische Vorläufer. In Irland und Schottland wurden Rüben ausgehöhlt und mit Gesichtern versehen. Als Laternen sollten sie erschrecken und nach überlieferten Vorstellungen Geister fernhalten.
In Amerika setzte sich der Kürbis durch. Er ist größer und lässt sich leichter bearbeiten, erläutert Klevenhaus. Die heute vertraute Kürbislaterne ist damit eine amerikanische Weiterentwicklung eines älteren Brauchs. University of Bonn
Mit der Laterne wird auch die irische Erzählung von „Stingy Jack“ verbunden. Darin überlistet ein Mann den Teufel und findet nach seinem Tod weder im Himmel noch in der Hölle Aufnahme. Eine glühende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe leuchtet ihm auf seiner Wanderung. Das ist eine Volkserzählung, kein historisch belegtes Ereignis.
Warum Halloween heute gefeiert wird
Irische und schottische Einwanderer brachten ihre Bräuche nach Amerika, wo sie sich weiterentwickelten. Kostüme, Streiche und Besuche in der Nachbarschaft wurden Teil eines Festes, das heute vor allem mit Verkleiden und gemeinsamem Gruseln verbunden wird. Ein religiöses Bekenntnis ist dafür keine Voraussetzung.
Die Frage nach dem „Warum“ hat deshalb zwei Antworten: Historisch gehören Vorstellungen vom Wechsel der Jahreszeiten und von der Nähe der Toten zur Geschichte des Festes. Wer heute Halloween feiert, kann darin schlicht einen Anlass für einen Kostümabend oder eine Runde durch die Nachbarschaft sehen. Der Termin bleibt derselbe: der Abend des 31. Oktober.
Quellen und Transparenz
- National Museum of Ireland: „Ghost turnips, the púca, fortune-telling and evil abductions …“. Museumsbeitrag mit Erläuterungen von Clodagh Doyle, Leiterin der National Folklife Collection; zugrunde liegende Zusammenstellung ursprünglich vom Oktober 2020.
- Universität Bonn: „Halloween: How the Eve of October 31st Became Haunted“, 30. Oktober 2020. Interview mit dem Gälisch-Spezialisten Michael Klevenhaus.
- Library of Congress: „The Origins of Halloween Traditions“, Heather Thomas, 26. Oktober 2021. Historischer Überblick mit Verweisen auf digitalisierte Zeitungen.
Die Quellen unterscheiden sich bei der Verbindung von Samhain und Allerheiligen. Diese Abweichung ist im Beitrag kenntlich gemacht. Überlieferte Geistervorstellungen und die Jack-Erzählung werden als Brauch beziehungsweise Legende dargestellt.
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